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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 16.12.2004

Eine Reise durch Feuerland und Patagonien
Julia Richter

Dem Einsatz der Chilenin ist es zu verdanken, dass ein ARD-Team die Drehgenehmigung auf der KZ-Insel Dawson erhielt, wo politische GegnerInnen Pinochets festgehalten und gefoltert wurden



Die Dokumentation der Reise wird am 26. und 27. Dezember 2004 um 20.15 Uhr in der ARD ausgestrahlt.

Klaus Bednarz, Chefreporter des WDR und ehemaliger ARD-Korrespondent in Warschau und Moskau, war wieder unterwegs in fernen Gegenden. Nach seinen Reiseberichten ├╝ber Ostpreu├čen, den Baikal, Sibirien und Alaska, erschien im Dezember 2004 sein neuestes Buch "Am Ende der Welt. Eine Reise durch Feuerland und Patagonien." Darin beschreibt der Journalist die rauen und zugleich faszinierenden Landschaften am s├╝dlichsten Endes der Welt und berichtet von seinen Begegnungen mit Gauchos, Schafz├╝chtern, IndianerInnen und Umweltsch├╝tzerInnen.

Journalistisch und organisatorisch vorbereitet wurde die Drehreise von der Chilenin Liliana Seelmann. Sie war auch als ├ťbersetzerin f├╝r das Team um Klaus Bednarz t├Ątig. Ihre Eltern waren mit ihren Familien vor den Nationalsozialisten aus Europa geflohen und hatten in S├╝damerika eine neue Heimat gefunden. Als engagierter Anh├Ąnger der Sozialistischen Partei Chiles und Salvador Allendes wurde Lilianas Vater nach dem Putsch von General Pinochet im September 1973 verhaftet und auf die Insel Quiriquina in ein Konzentrationslager f├╝r die politischen Gegner der Milit├Ąrdiktatur verschleppt. Nach acht Monaten kam er frei und mu├čte das Land verlassen. Die Familie emigrierte nach Deutschland, kehrte jedoch Mitte der achtziger Jahre zur├╝ck nach Santiago.

W├Ąhrend der Drehreise erhielt das ARD-Team die M├Âglichkeit, die ber├╝chtigte KZ-Insel Dawson zu besuchen. Unter Pinochets Gewaltherrschaft wurden zahlreiche RegimegegnerInnen dort inhaftiert und gefoltert. Inzwischen ist von diesem Ort des Grauens nicht mehr viel zu sehen, die Stacheldrahtz├Ąune und Baracken wurden abgerissen. Dennoch ist es strengstens verboten, die Insel zu betreten. Dawson ist milit├Ąrisches Sperrgebiet: Dort befindet sich einer der wichtigsten Milit├Ąrst├╝tzpunkte im S├╝den Lateinamerikas.

Liliana Seelmanns Engagement und Hartn├Ąckigkeit ist es zu verdanken, dass Klaus Bednarz und seine Kollegen die Erlaubnis f├╝r einen kurzen Aufenthalt auf der ehemaligen KZ-Insel erhielten. Vorausgegangen waren monatelange Verhandlungen. Die chilenische Verteidigungsministerin Michelle Bachelet erm├Âglichte schlie├člich das Undenkbare: Die JournalistInnen erhielten eine Drehgenehmigung auf Dawson, allerdings unter bestimmten Bedingungen. W├Ąhrend des Aufenthaltes wurde das ARD-Team st├Ąndig von Offizieren der Marine begleitet und es war nicht gestattet, das Gebiet zu besichtigen, auf dem sich einst das Konzentrationslager befunden hatte.

Lesen Sie hier das Interview mit Liliana Seelmann.

Kultur Beitrag vom 16.12.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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