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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 27.01.2005

Ein Leben mit der Kamera
Sarah Ross

Vom 21.01. bis 03.04.2005 zeigt die Stiftung Stadtmuseum Berlin und das Kunstforum der Berliner Volksbank, was zu Eva Kemleins (1909-2004) Lebenselixier wurde - die Theaterfotografie



Als Tochter j├╝discher Eltern wurde Eva Kemlein 1909 in Berlin-Charlottenburg geboren. Dort ist sie aufgewachsen, zur Schule gegangen, dort hat sie geheiratet, und dort ist sie am 8.8.2004 gestorben. Ihre tiefe Verbundenheit zu ihrer Heimatstadt sollte stets ihre k├╝nstlerischen und journalistischen Fotoarbeiten bestimmen. Den Weg dorthin fand Kemlein ├╝ber das Fach der wissenschaftlich-medizinischen Fotografie im Rahmen ihrer Ausbildung zur Medizinisch Technischen Assistentin (1927-1929).

Ihr Ehemann Herbert Kemlein inspirierte sie dazu, sich auf die Suche nach etwas Neuem zu machen. So ver├Âffentlichten sie w├Ąhrend der gemeinsamen Jahre in Griechenland von 1933-1937 Reportagen ├╝ber Land und Leute. Im Zuge der N├╝rnberger Rassengesetze wurden beide 1937 des Landes verwiesen. Um den Problemen, die mit der Mischehe einhergingen, zu entkommen, lie├čen Eva und Herbert sich scheiden. Eva kehrte nach Berlin zur├╝ck.

Bis zu ihrer Befreiung durch die Rote Armee im Mai 1945, verbrachte Kemlein die letzten und schwierigsten Kriegsjahre in einem Berliner Versteck. Gemeinsam mit ihrem Freund Werner Stein, einem bekannten Berlin Schauspieler, den sie nach ihrer R├╝ckkehr aus Griechenland kennen lernte, machte sie sich politisch im Untergrund aktiv. Ihre Leica konnte die Fotografin trotz der lebensbedrohenden Umst├Ąnde und der st├Ąndigen Armut ├╝ber die Kriegsjahre hinweg retten.

Die Nachkriegsjahre Kemleins waren von ihrem Wunsch bestimmt, aktiv am Wiederaufbau des Berliner kulturellen Lebens teilzunehmen. Immer auf der Suche nach guten Reportagethemen durchstreifte sie die Stadt, pendelte zwischen West- und Ostberlin, und machte zahlreiche Fotoreportagen ├╝ber die Berliner Nachkriegsgeschichte. Bereits am 21.5.1945 wurde ihr erstes Foto in der Berliner Zeitung gedruckt, an deren Renaissance sie beteiligt war.

Nachdem Kemlein 1950 ihre Festanstellung beim Allgemeinen Deutschen Nachrichtendienst aufgab, legte sie den Fokus ihrer freiberuflichen T├Ątigkeit auf die Theaterfotografie. Ihr Lebenspartner Werner Stein und ein enger Freund, der erfolgreiche Schauspieler des Berliner Ensembles, Ernst Busch, vermittelten Kemlein eine andere, intimere Sichtweise und Auseinandersetzung mit dem Theater. In den kommenden 40 Jahren wird die Theaterfotografie zu ihrer gro├čen Leidenschaft: K├╝nstlerInnenportraits und Theaterszenen bestimmten ihre Arbeit. Die Eigenart der Inszenierungen und die K├Ârperlichkeit, Gestik und Mimik der SchauspielerInnen hielt sie in ihren Bildern fest. Ihr lebenslanger Drang, die Dinge ergr├╝nden, verstehen und wiedergeben zu wollen, lassen die vergangenen 40 Jahre West- und Ostberliner Theatergeschichte in ihrem Werk lebendig werden.

Ihre Arbeit besticht durch eine pr├Ązise, ausdrucksstarke und eindringliche Technik. Neben Theaterszenen, Portraits Berliner Pers├Ânlichkeiten des kulturellen Lebens, geh├Âren auch Berliner Stadtansichten und Reportagen ├╝ber allt├Ągliche und politische Ereignisse zum k├╝nstlerischen Nachlass Kemleins.


"Eva Kemlein (1909-2004) - Ein Leben mit der Kamera"
21.01. bis 03.04.2005
Kunstforum der Berliner Volksbank
Budapesterstra├če 35 (gegen├╝ber vom Zoo), U+S Zoologischer Garten, U Wittenbergplatz, Bus 100 und 200, Tel. 030/30 63 - 17 17
10787 Berlin
www.stadtmuseum.de

T├Ąglich 10 - 18 Uhr, Eintritt
4,- Euro/ erm├Ą├čigt 3 Euro, Kinder und Jugendliche bis 16 Jahren, Schulklassen und Bankteilhaber haben freien Eintritt

Kultur Beitrag vom 27.01.2005 Sarah Ross 

   




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