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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 20.04.2005

Kebab Connection
Christiane Sanaa

Diese schräge Cultur-Clash-Komödie zückt jedes Klischee, um den Zusammenstoß von türkischer, griechischer und deutscher Kultur liebevoll und lustig in Szene zu setzen.



Der Film erzählt die ungewöhnliche Liebesgeschichte zwischen einem verrückten Bruce Lee-Fan und einer selbstbewussten, angehenden Schauspielschülerin.
Ibo, ein kreativer, chaotischer Türke der zweiten Generation, lebt mit seiner Familie im Hamburger Schanzenviertel. Sein Traum ist es, den ersten deutschen Kung-Fu-Film zu drehen. Und so sieht dann auch sein erstes Filmprojekt aus, ein Werbespot für den Imbiss seines Onkels. Dieser ist über das Döner-Kung-Fu-Ergebnis derart entsetzt, dass er seinen Neffen verstößt. Beim Publikum ist der Film aber ein voller Erfolg. Ibo wird umjubelt und der Onkel kann sich kaum noch retten vor KundInnen. Das freut ihn - wegen des Geldes, aber auch, weil die Taverne seines schärfsten Konkurrenten, dem Griechen von der gegenüberliegenden Straßenseite, leer ausgeht.

Dann wird Ibos Freundin Titzi schwanger. Ab jetzt nehmen die Verwicklungen ihren Lauf: Sein Vater verstößt ihn, weil seine Freundin keine Türkin ist, um ihm später Verantwortungslosigkeit vorzuwerfen. Titzi wirft ihn raus, nachdem er wie ein dummer Junge reagiert und ihr die Entscheidung überlässt.
So stürzt er sich in seine Arbeit und dreht den zweiten Werbespot für seinen Onkel, der nicht an den Erfolg des ersten anschließen kann. Ibo merkt, dass er sein altes Leben wieder haben will. Er will seine Freundin zurückgewinnen und bereitet sich mit seinem Freund in Schwangerschaftskursen auf die Geburt vor. Er sucht wieder den Kontakt zu seiner Familie und vor allem zu seinem Vater. Bevor er aber die Lage im Griff hat, spielt ihm das Schicksal noch so manchen Streich.

Der Film ist durchgehend witzig und spart nicht mit lockeren Sprüchen. Besonders wirkungsvoll sind die kaum merkbaren Übergänge zwischen dem "realem Leben" und Ibos Filmen und Träumen, die die ZuschauerInnnen immer wieder überraschen. Es ist erstaunlich, was man aus einem Kebab-Imbiss so alles machen kann.

Die Idee zu dem Film stammt von Ralph Schwingel (Hamburger Wüste-Filmproduktion). Er wollte den ersten deutschen Kung-Fu-Film drehen. Fatih Akin ("Gegen die Wand") schrieb das Drehbuch, das von Ruth Toma (Drehbücher für "Gloomy Sunday", "Solino") und Jan Berger überarbeitet wurde. Für den Regisseur Anno Saul war es nach dem Jugend-Drama "Grüne Wüste" sein zweiter Kinofilm, den er mit Bravour gemeistert hat. In den Hauptrollen glänzen die "MTV-Moderatorin" Nora Tschirner und Denis Moschitto, der Held aus "Süperseks". In der starken Rolle von Ibos-Vater überrascht der türkische Schauspieler Güven Kiraç, dem es nicht anzumerken ist, dass er eigentlich kein Wort deutsch spricht.


Kebab Connection
Regie: Anno Saul
Drehbuch: Fatih Akin, Ruth Thoma, Jan Berger
DarstellerInnen: Denis Moschitto, Nora Tschirner, Güven Kiraç, Hasan Ali Mete, Adnan Maral, Adam Bousdoukos, Cem Akin, Sibel Kekilli, u.a.
BRD 2004
Dauer: 96 Min., ab 12 Jahren
Kinostart: 21. April 2005
www.kebabconnection.de


Kultur Beitrag vom 20.04.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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