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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 09.05.2005

Whisky
Danielle Daum

Ein Film über zwei 60jährige, jüdische Brüder, eine Frau und eine Strumpffabrik irgendwo in Uruguay. Ein Film so streng und trocken wie ein schottischer Single Malt aus den Highlands.



Jacobos Lebensinhalt ist seine kleine, düstere Sockenfabrik in Montevideo. Den Großteil des Tages verbringt er damit, seiner treuen, aber stets mürrischen Mitarbeiterin Marta Aufträge zu erteilen. Ihre Beziehung ging nie über das Berufliche hinaus. Doch Jacobos tägliche Routine wird durch ein unvorhergesehenes Ereignis empfindlich gestört. Sein Bruder, der seit vielen Jahren im Ausland lebt, kündigt seinen Besuch an und um vor dem jüngeren, vorgeblich glücklich verheirateten Herman gut dazustehen, bildet sich Jacobo ein, eine "bessere Hälfte" präsentieren zu müssen und bittet Marta, sich als seine Frau ausgeben. Marta, die schon seit langem in ihren Chef verliebt ist, ohne daß der etwas davon ahnt, willigt ein, und so versuchen die drei aus der unangenehmen Situation das Beste zu machen. Auf einem Ausflug zum Meer erfahren Jacobo und Marta mehr über sich selbst, als sie es je für möglich gehalten hätten. Die Zeit ist reif für Veränderungen.

Whisky ist ein bitter-komischer Film, der in seiner Art und Erzählhaltung streckenweise an die sarkastischen Tragikomödien von Aki Kaurismäki oder Jim Jarmusch erinnert. Voller kleiner, fein beobachteter und zurückhaltend gespielter absurder Situationen und mit einem Minimum an Ausstattung, Gestik und Mimik seitens der brillanten AkteurInnen gelingt den beiden Regisseuren Juan Pablo Rebella und Pablo Stoll ein wunderbar traurig und zugleich heiterer Film, bei dem man beim Gang aus dem Kino nicht weiß, ob man lachen oder weinen soll.

Jacobo und Marta kommen überein, für ein paar Tage eine Lüge zu leben. Herman stößt aus Brasilien dazu, und irgendwie paßt er sich dem an, fügt sich ein. Wie viel ist ihnen nun die Lüge, die sie leben, wert? Inwieweit handelt es sich wirklich um eine Lüge, und inwieweit befähigt diese Lüge sie dazu, sich von der Lüge der Gewohnheit, der Lüge, die sie Tag für Tag umgibt zu befreien?

Zu den Regisseuren: Juan Pablo Rebella und Pablo Stoll wurden 1974 in Montevideo, Uruguay geboren. Ihre Zusammenarbeit begann noch während ihres Studiums der Kommunikationswissenschaften. Beide besuchten die "Universidad Católica del Uruguay" und machten dort 1999 ihren Abschluß. Seither haben sie gemeinsam als Regisseure und Autoren verschiedene Filmprojekte realisiert. Unter anderem den abendfüllenden Spielfilm "25 Watts" (2001), der mit mehreren internationalen Preisen ausgezeichnet wurde. Gleichzeitig arbeiten beide als freie Regisseure beim Fernsehen und in der Werbung. Whisky ist ihr zweiter Spielfilm.

AVIVA-Tipp: Whisky ist eine glaubwürdige Geschichte. Sie könnte sich so im richtigen Leben ereignen. Doch in mancher Hinsicht erinnert der Film an ein Kinderbuch, wo man auf jeder Seite eine große Zeichnung findet und darunter stehen nur ein oder zwei Sätze. Und so, Seite für Seite, Szene für Szene, taucht man langsam in die kleine Welt der Erzählung ein. Eine zarte Komödie über Intimität und Einsamkeit.


Whisky
Regie: Juan Pablo Rebella und Pablo Stoll
DarstellerInnen: Andreas Pazos, Mirella Pascual, Jorge Bolani
Uruguay 2004
Verleih: Pandora Film GmbH & Co Verleih KG
Sprachen: Dolby Digital, dt. Fassung
Dauer: 94 Min.
Kinostart: 05.05.2005

Kultur Beitrag vom 09.05.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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