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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 27.05.2005

Yasmin
Christiane Sanaa

Die Welt der pakistanischen Sozialarbeiterin bricht zusammen, als sie nach den Anschlägen auf das World Trade Center massiv diskriminiert wird und gezwungen ist, ihr Leben neu zu organisieren.



Yasmin ist eine pakistanische Immigrantin der zweiten Generation, die mit ihrem Vater und jüngeren Bruder in Nordengland lebt. Ihr Vater ist ein frommer Muslim und Hüter der lokalen Moschee. Ihr Bruder lümmelt als Kleindealer herum. Sie ist eine aktive und selbständige junge Frau und arbeitet als Sozialarbeiterin mit behinderten Kindern.

Doch sie führt ein Doppelleben im Spannungsfeld zwischen der englischen Gesellschaft und ihrer pakistanisch-muslimischen Herkunft.
Sie verlässt das Haus als verschleierte Muslimin und zieht heimlich für ihre Arbeit westlich-sportliche Kleidung an. Bei Betriebsfesten tut so als tränke sie Alkohol, um nicht aufzufallen. Zu Hause muss sie einer Pflichtehe mit einem ungeliebten Cousin zustimmen, weil ihr Vater das so wollte. Yasmin vollführt nicht den Kampf der Kulturen, sondern den Spagat zwischen den Kulturen, mit Sympathie und Herzlichkeit für beide Seiten. Sie ist eingebunden in die Erwartungen und Verpflichtungen von beiden Seiten, denen sie zu netsprechen versucht. So wird sie von ihren ArbeitskollegInnen ebenso wie von ihrem Vater und der pakistanischen Gemeinde sehr geschätzt.

Nach den Anschlägen auf das World-Trade-Center 2001 stellt sich jedoch heraus, dass dieses Doppelleben kein Fundament besitzt. Auf der Arbeit wird sie plötzlich mit massiven Vorurteilen bedrängt. Der Blick von Außen macht sie zur Muslima und die willkürlichen Anti-Terrormaßnahmen der Polizei radikalisieren die jungen MuslimInnen. Der Druck auf sie erhöht sich schlagartig und sie erkennt, dass sie nicht so weiterleben kann wie bisher.
Selbst wenn sie sich schon vor den Anschlägen für eine Seite entschieden hätte, wäre sie gegen den dann aufkommenden Rassismus und Anti-Islamismus machtlos.

Yasmin ist die Einzige im Film, die sich entwickelt und für sich nach einer lebenswerten Verbindung beider Welten sucht. Ihr Vater hält fast bis zum Ende des Films an seinen pakistanisch-islamischen Weltvorstellungen fest, bis er erkennen muß, dass er dennoch seinen Sohn verloren hat. Ihr Bruder läßt sich radikalisieren und will islamischer Märtyrer werden. Yasmin sucht hingegen mutig einen Weg, sich treu zu bleiben, sowohl in der Gemeinschaft der pakistanischen ImmigrantInnen, als auch in der westlichen Mehrheitsgesellschaft. Sie besinnt sich auf ihre religiösen Wurzeln und bekennt sich offen dazu. Gleichzeitig setzt sie aber auch die Scheidung gegen den Willen ihres Vaters und Ehemanns durch.

AVIVA-Tipp: Auch wenn der Film in Nordengland spielt, stellt er die Lebenssituation vieler islamischer MigrantInnen in den westlich Ländern nachfühlbar dar. Er zeigt, wie vielschichtig die islamischen Standpunkte und Lebensweisen sind und welche zum Teil fatalen negativen Folgen die Anschläge für die MuslimInnen weltweit hatten. Und er präsentiert uns eine starke und intelligente Frau, die es schafft, die Gräben der Kulturen in ihrem Leben zu schließen, während die Männer im Film starr ihrem Tunnelblick verhaftet bleiben.

Der Film YASMIN und die Hauptdarstellerin Archie Panjabi (englischer Shooting Star 2005) wurden auf der diesjährigen Berlinale mit dem "European John Templeton Film Award" ausgezeichnet. Auf dem Filmfestival in Locarno 2004 gewann der Film den "Preis der ökumenischen Jury".


Yasmin
Regie: Kenny Glenaan
Drehbuch: Simon Beaufoy
DarstellerInnen: Archie Panjabi, Renu Setna, Steve Jackson, Syed Ahmed u.a.
Großbritannien / Deutschland 2004
Dauer: 87 min
Kinostart: 26. Mai 2005

Kultur Beitrag vom 27.05.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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