Nanas an die Macht. Noch bis zum 18.09.2005 im Schloß Neuhardenberg - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 19.07.2005

Nanas an die Macht. Noch bis zum 18.09.2005 im Schloß Neuhardenberg
Ruth Niehaus

Schießbilder, schöne und traurige Bräute, verschlingende Mütter und die Nanas, Symbole einer wahrhaft freien, weiblichen Selbstbestimmung. von Niki Mathews zu Niki de Saint Phalle



Die Nanas - leichtfüßig tanzende Gestalten, die in farbig-fülliger Pracht ihre Weiblichkeit feiern - es gibt wohl kaum jemanden, der sich ihrem Zauber entziehen kann. Inspiriert durch eine schwangere Freundin schuf Niki de Saint Phalle in den Jahren 1963/1964 ihre an die Venus von Willendorf erinnernden Figuren. In einer Zeit, als Kunst noch durch und durch als Männerdomäne galt, war diese Art der Darstellung weiblichen Selbstverständnisses, ohne den gewohnten Kontext von Opferstatus, Fremdbestimmung und Widerstand aufsehenerregend und, wie de Saint Phalle zwanzig Jahre später feststellte, visionär:
"Für mich waren sie (die Nanas, Anm. d. Red.) das Symbol einer fröhlichen befreiten Frau. (...) Heute sehe ich sie als Vorboten eines neuen matriarchalischen Zeitalters, von dem ich glaube, daß es die einzige Antwort ist. Sie repräsentieren die unabhängige, gute, gebende und glückliche Mutter. Es überrascht daher nicht, daß sie so heftige Emotionen von Liebe und Hass in den Leuten hervorrufen."

Doch die Nanas, Blickfang zahlreicher Brunnen und Plätze in aller Welt, sind nur eine, wenn auch bedeutende Station eines in seiner Gesamtheit faszinierenden künstlerischen Weges.
Bis zu dem Schritt einer radikalen und freien Neudefinition des Frauseins durch die voluminösen Frauen, konfrontiert sich Niki de Saint Phalle mit der Kehrseite ihrer Interpretation eines fröhlichen und vor allem friedlichen Matriarchats.
Sie bekämpft die InhaberInnen und BedienerInnen politischer und religiöser Machtinstrumente und nimmt sie, die Militaristen, religiösen Führer und Staatschefs buchstäblich ins Visier. Kugeln aus einem Karabiner perforieren die makellos weißen Oberflächen ihrer "Schießbilder" genannten Assemblagen, bestehend aus den Insignien männlicher Macht und deren Vertreter.
Aus den Löchern ergießt sich bunte Farbe - neue, lebendigere Bilder entstehen aus dem Akt der Zerstörung. Der Angriff richtet sich aber auch gegen jene Frauen und Mütter, die das gefährliche Gerangel der Männer folgsam dulden oder gar bejubeln.
Viele Jahre später wird das Moment der Passivität und Resignation in den Kuchen futternden, trägen Figuren der verschlingenden Mütter wieder aufgenommen.

AVIVA-Tipp: Der vorliegende Katalog spiegelt in sieben Kapiteln Aspekte der weiblichen Identität, die Niki de Saint Phalle in oft mythischen und spielerischen Figuren neu definiert oder in Frage gestellt hat. Eingerahmt von einem Essay und einer gut gegliederten Biographie gibt die Präsentation einen fundierten Einblick in Leben und Werk der 2002 verstorbenen Künstlerin.

Bis zum 18.09.2005 sind im Schloß Neuhardenberg einige der abgebildeten Werke aus einer Schenkung an das Sprengel Museum Hannover in einer gleichnamigen Ausstellung zu sehen. Infos zu Anfahrt, Öffnungszeiten und Programm unter:
www.schlossneuhardenberg.de


Nana Power
Die Frauen der Niki de Saint Phalle

Herausgegeben von der Stiftung Schloss Neuhardenberg in Zusammenarbeit mit dem Sprengel Museum Hannover
Nicolai Verlag, erschienen Mai 2005
ISBN 3-89479-245-0
Klappenbroschur, 132 Seiten, 70 farbige Abb.
14,90 Euro200421059075"


Kultur Beitrag vom 19.07.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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