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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 22.01.2003

Anansi- der Traum von Europa
Britta Bodenstein

Im Film "Anansi- der Traum von Europa" landet eine Gruppe Westafrikaner am Ende in Berlin - nur um zu erfahren, dass das Europa ihrer Träume nicht existiert



Wie viel wissen wir hier über das Leben, die Träume der Menschen in Afrika? Was ist ihr Bild von Europa?
Authentische Afrikabilder, jenseits aller Klischees der Nachrichtenbilder oder "Jenseits von Afrika" Romantik sind leider selten. Das schwierige Verhältnis des reichen Nordens und armen Südens ist Thema des Films "Anansi - der Traum von Europa" des Filmemachers und ehemaligen Entwicklungshelfers Fritz Baumann.
Er erzählt in leuchtenden Farben, ernsthaft und tragikomisch das Schicksal einer Gruppe junger Westafrikaner auf ihrer abenteuerlichen und desillusionierenden Odyssee nach Europa. Für diejenigen, die es "schaffen", endet sie in Berlin.

Der Film versucht "Politische Korrektheit" mit einer dramatischen und unterhaltenden Spielhandlung zu verbinden, mit dem Anspruch auf eine afrikanisch - authentische Perspektive. Gelingt das?

Akkra, die Hauptstadt von Ghana. Die Hauptfigur Zaza - gespielt von Ghanas populärem Soap-Star George Quayle - lebt mit seinem Freund Kojo (Jimmy Akinbola) und seiner Freundin Carla (Naomie Harris) zusammen in einer kleinen Kammer. Seit er vor dem Unrechtsregime in seiner Heimat Togo geflohen ist, wird Zaza von Albträumen gequält.

Kojo betreibt ein kleines Fotoatelier. Er fotografiert seine KundInnen vor lebensgroßen gemalten Hintergründen, die eine Welt in plakativen, optimistischen Farben zeigen. Es stehen mehrere Motive zur Auswahl, von dem gemalten vollen Kühlschrank bis zur Flugzeug-Gangway. Diese zweidimensionale Traumwelt und bunter Schein kontrastiert mit dem Abbild des Alltagslebens in Ghana.

Mit der Wucht einer Rakete platzt Sir Francis (gespielt von dem international bekannten Maynard Eziashi, der den Silbernen Bären auf der Berlinale 1992 gewann) in ihr Leben.
Er schwärmt von Europa und malt das Leben dort wie die Fotohintergründe in den grellsten Farben aus. Motiviert durch seine Erzählungen und frustriert durch die zahlreichen Schwierigkeiten ihres Lebens beschließen die Freunde, sich auf den "illegalen" Weg nach Europa zu machen.

Sir Francis kennt Schlepper, aber Zaza, Kojo und Carla fehlt es an Geld - bis sie von der Familienmatriarchin Tante Vera (Jeillo Edwards) unterstützt werden. Noch ein weiterer Glücksfall tritt ein: Zwei Europäerinnen haben von den afrikanischen "Künstlern" gehört und kaufen Zaza und Kojo die gemalten Fotokulissen ab.

Schnitt.
Jetzt beginnt der zweite Teil des Films, der die menschenverachtenden Umstände, mit denen "illegale" Einwanderer und Flüchtlinge konfrontiert werden, deutlich aufzeigt. Endlich in Europa. Über Spanien erreichen die Freunde schließlich den reichen Norden. Endstation Berlin.

Das Filmteam folgt der Route der Einwanderer nach Spanien, via der Strasse von Gibraltar. In Spanien "Estrecho" genannt, gilt dieses Nadelöhr als das "Massengrab Europas". Allein im Jahr 2000 versuchten mehr als 15000 Personen auf dem Seeweg illegal nach Spanien zu gelangen, Tendenz steigend. "In den letzten fünf Jahren sind beim Versuch die spanische Küste zu erreichen, ca. 5000 Flüchtlinge gestorben." ( Presseinfo)

Der Regisseur Fritz Baumann ( geb.1950 ), der auch für das Drehbuch verantwortlich zeichnet, lebte als Entwicklungshelfer längere Zeit in Jamaika. Deshalb kennt er "den Alltag und die Träume der Armen" sehr gut. Die Schauspieler und die Kameraführung (Arturo Smith) tragen einerseits viel zu der Lebendigkeit des Filmes bei, der den "One Future Preis" der Interfilm-Akademie in München gewonnen hat. Der Soundtrack ist von Roman Bunka, Exmitglied der legendären Band "Embryo".

Baumann sagt: "Mit dem Film will ich den Tausenden von Namenlosen, die diese gefährliche Reise nach Europa wagen und zunehmend auf unseren Straßen auftauchen, ein Gesicht geben. Dem europäischen Publikum zeigen, warum sie sich aufmachen, warum sie ihr Leben riskieren, was Europa für ihre Zukunft bedeutet."

Und der Titel "Anansi"? Anansi ist die mythologische Spinnenfigur aus den afrikanischen Volksmärchen, die auch pädagogische Funktion hat - jedes Kind kennt Anansi, die lehrt was zu tun ist.

Alles in allem ein gefühlvoller Film, der sich eines politisch brisanten Themas annimmt und auf unterhaltsame Weise erzählt - der engagierte, vielleicht teilweise zu gewollte Versuch eines europäischen Regisseurs, ein authentisches Bild aus afrikanischer Sicht zu zeichnen.

Lesen Sie auch unser Interview mit dem Regisseur Fritz Baumann



ANANSI - Der Traum von Europa
Regie und Drehbuch Fritz Baumann
DarstellerInnen: George Quaye, Naomie Harris, Jimmy Akingbola, Maynard Eziashi,
Musik Roman Burka
81 min, 35mm, Farbe
Progress Film-Verleih

Kultur Beitrag vom 22.01.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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