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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 12.11.2005

Falling Into Paradise
Tatjana Zilg

Die hübsche, etwas naive Durica träumt von einem amerikanischen Soldaten, der sie aus dem zerbombten Belgrad befreit. Eine turbulente Komödie vor dem Hintergrund des Jugoslawien-Krieges.



Frühjahr 1999. Die NATO führt Krieg gegen Serbien. Tag und Nacht fliegen amerikanische Bomber ihre zerstörerischen Einsätze gegen Ziele in Belgrad.

Inmitten des Chaos wohnt Durica (Branka Katic) mit ihrer kleinen Tochter Daca (Jovana Milovanovic), ihrem Bruder Lubi (Lazar Ristovski) und der Mutter (Olivera Markovic). Das Haus ist glücklicherweise noch unzerstört. Dank der Schwarzmarktaktivitäten von Lubi können sie sogar einen einigermaßen komfortablen Lebensstandard halten.

So bleibt Durica genug Zeit, sich weit weg zu denken. Ziel ihrer Sehnsucht ist Amerika. Als sie hört, dass die Besatzungen der AWACS-Maschinen mit ihren empfindlichen Kameras die Leute auf der Erde aus größter Höhe erkennen können, spornt dies ihre Phantasie immens an. Sie ruft ihre Freundinnen zusammen, um eine Plane mit einem riesigen Herzen zu bemalen. Auf der Dachterrasse breitet sie diese dann zum Entsetzen ihres Bruders aus und legt sich spärlich bekleidet in die Mitte. Lubi befürchtet, dass aus dem Herz eher eine Zielscheibe für die Bomben wird als dass seine Schwester so die Aufmerksamkeit ihres fiktiven Traummannes erlangt.

Er plant ohnehin einen ganz anderen Beitrag zur Lösung der Konflikte. Mithilfe einer auf dem Schwarzmarkt erstandenen „Privat“-Rakete will Lubi ein Flugzeug abschießen. Als er eines Nachts sein Vorhaben in die Realität umsetzt, geschieht für Durica ein kleines Wunder. Das Zielobjekt ihres Bruders explodiert tatsächlich und ein Soldat schwebt am Fallschirm vom Himmel nahezu direkt vor ihre Füße. Sofort fängt sie an, den verwirrten Amerikaner anzuhimmeln. Lubi befiehlt ihr jedoch, den Ankömmling als „Todfeind“ anzusehen und so fesseln sie ihn. Nach seinem Namen gefragt, stellt er sich als Johnatan Schuhmacher (Simon Lyndon) vor. Die Mutter vermutet deshalb, dass er ursprünglich Deutscher ist. Durica tauft ihn kurzerhand Bobby, das klingt für sie amerikanischer.

Dieser tut, was von einem Staatsangehörigen der Großmacht erwartet wird, und flüchtet bei nächster Gelegenheit aus der Gefangenschaft der vermeintlichen Terroristen. Er hat sich aber weit überschätzt und verirrt sich im zerstörten Belgrad. Bald hat er eine Vielzahl an Verfolgern hinter sich: Einen jähzornigen Taxifahrer, die mafiöse Schwarzhändlerelite der Kriegshauptstadt und den cleveren Lubi, denn auf Bobby ist mittlerweile eine Belohnung ausgesetzt. Gezwungenermaßen vertraut der Soldat sich wieder Durica an, der es als erste gelingt, ihn wieder aufzuspüren. Nach einer actiongeladenen Odyssee durch die Großstadt treffen sie wieder auf ihren Bruder und den Rest der chaotischen Familie. Bobby zeigt sich nun kooperativ und gemeinsam schmieden sie Pläne, wie sie alle möglichst wohlbehalten aus der verfahrenen Situation herauskommen. Es entstehen variationsreiche Verwicklungen und weitere hochgefährliche Situationen.

Regisseur Milos Radovic gelang mit dieser schwarzen Komödie eine liebevoll-zärtliche, bisweilen ins Absurde reichende komödiantische Innenansicht einer Gesellschaft im Krieg, deren Menschen unter der täglichen Bombardierung das Überleben proben. Die Position der USA als Weltpolizist wird mit hohen dramaturgischen Geschick ironisiert. Die skurrilen Charaktere begeistern durch eine wohldosierte Mischung aus satirischer Überzeichnung, plötzlich-unerwarteten Verhaltensänderungen und Talent zu charmanten Wortspielen.

AVIVA-Tipp: Ein sehr amüsanter Balkan-Slapstick, der einige Jahre nach Ende der tragischen Ereignisse in Südosteuropa die Konflikte in Form eines kurzweiligen Unterhaltungsfilmes in Erinnerung bringt und das Machtgefälle zwischen Amerika und den NATO-Einsatz-Ländern parodistisch hinterfragt.


Falling Into Paradise
Deutschland, Serbien, Niederlande, Frankreich 2004, 93 min, deutsche Fassung
Buch und Regie: Milos Radovic
Bildregie: Piotr Kukla
DarstellerInnen: Lazar Ristovski, Branka Katic, Simon Lyndon, Jovana Milovanovic, Olivera Markovic, Nikola Pejakovic
Verleih: Arsenal Film
Filmstart: 10. November 2005

Kultur Beitrag vom 12.11.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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