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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 16.11.2005

Tokyo Godfathers
Tatjana Zilg

Drei Obdachlose finden auf einer Müllhalde ein Baby und werden bei der Suche nach den Eltern mit der eigenen Vergangenheit konfrontiert. Bezauberndes, zugleich realitätsnahes Anime-Weihnachtsmärchen



Ein sehr gegensätzliches Trio hat sich vor einiger Zeit in den Straßen Tokios zusammengefunden: Gin, ein Mann jenseits der Vierziger, ist ein gestandener Familienvater, der behauptet, Frau und Tochter verloren zu haben, als seine Radrennfahrerkarriere ins Wanken geriet. Hana fasziniert ihre Umgebung durch überspitzt-feminines Verhalten, denn sie ist eine ehemalige Drag Queen. Zwischen diesen beiden teils verbitterten, teils sehr lebensmutigen Gestalten kämpft das Teenager-Mädchen Miyuki um ihren Platz. Nach dem Weihnachtsessen bei der Obdachlosenbetreuung stoßen sie plötzlich auf ein Neugeborenes, das offensichtlich ausgesetzt wurde.

Gin und Miyuki würden es am liebsten so schnell wie möglich bei der nächsten Polizeistelle abgeben, doch Hana entdeckt vermeintliche mütterliche Instinkte und will das hilflose Baby behalten. Nach einer schlaflosen Nacht, in der das Trio mit den Ansprüchen des kleinen Wesens allzu vertraut wurde, sehen sie ein, dass sie für das Kind nicht sorgen können. Es fehlt an allem: Milch, einem ruhigen Platz zum Schlafen, Erfahrung mit schreienden Babys. Sie beschließen, auf die Suche nach der Herkunft des Findlings zu gehen. Besonders Hana fühlt sich an ihr eigenes Schicksal erinnert. Sie verlor selbst früh den Kontakt zu den Eltern und musste sich seitdem am unteren Ende der Gesellschaft durchkämpfen.

Der Film verschont das Publikum nicht mit der harten Realität vom Leben in den sozialen Randgebieten einer Großstadt: Er führt in die Wirren der Unterwelt von Tokio und lässt die ZuschauerInnen zu ZeugInnen von Prostitution, Mord und Geiselnahme werden. Das Schicksal der drei obdachlosen HauptprotagonistInnen wird auf diese Weise von Minute zu Minute besser verstehbar, denn sie begegnen immer wieder Menschen und Bruchstücken aus der eigenen Vergangenheit. Oft ist es nur ein kleiner Schritt, der jemanden aus einer ohnehin instabilen Situation zu einem Leben auf der Straße zwingt. Aber das Sozio-Märchen hält für Jede/n der Beteiligten eine Lösung bereit, so dass sie nach dem heldenhaften Einsatz für das Baby selbst eine Hoffnung auf einen Ausweg aus ihrer verfahrenen Eingangsituation haben.

Der Regisseur Satoshi Kon zählt zu den wichtigsten Animationsfilmkünstlern Japans. Er wurde 1963 in Hokkaido geboren, studierte visuelles Kommunikationsdesign an der Musashino Art University und begann bereits als Student als Comic-Zeichner (Mangaka) zu arbeiten. 1998 legte er mit "Perfect Blue" seinen ersten eigenen Animationsfilm vor, der weit über Japan hinaus euphorisch aufgenommen wurde. Seine zweite Produktion "Millenium Actress" kam 2002 in die Kinos und erhielt zahlreiche internationale Preise.

AVIVA-Tipp: Ein Großstadt-Manga voll Action, Soziokritik und Melodram. Die Handlung erinnert in ihrer Mischung aus Düsterkeit und Hoffnungsschimmern an die Werke Charles Dickens und deren filmische Adaptionen, dies alles verlegt in das Asien der heutigen Zeit. Somit ein außergewöhnlicher Zeichentrickfilm, der einen Vorweihnachtsgenus aus Spannung, Melancholie und Humor bietet. Jedoch mehr für Erwachsene als für Kinder, denn die Gewalt, die in dem Milieu alltäglich ist, wird sehr realistisch dargestellt.

Tokyo Godfathers
Japanische Originalfassung mit deutschen Untertiteln
Japan 2002, 90 Min.
Buch und Regie: Satoshi Kon
Kinostart Deutschland: 17.11.2005, FSK ab 12 Jahren
Verleih: Kairosfilm

Der Film im Web:
www.kairosfilm.de/programm.htm

Kultur Beitrag vom 16.11.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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