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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 17.11.2005

L´enfant
Maren Westensee

Der neue Film von Jean-Pierre und Luc Dardenne erzählt von einem jungen Paar, das von Sozialhilfe und kleineren Diebstählen lebt. Gerade haben die beiden ein Kind bekommen. Nüchtern und realistisch.



Bruno (Jérémie Rénier) und Sonja (Déborah François) sind ein junges Paar, er ist zwanzig und sie achtzehn Jahre alt. Ihr neugeborenes Baby nennen sie Jimmy, wie sie es gemeinsam geplant hatten. Ansonsten haben die Zwei keine allzu großen Pläne. Während Sonja im Krankenhaus war, hat sie ihre Wohnung verloren, und ihr Freund ihre Sachen verkauft. Als Sonja Bruno darauf anspricht, meint er, an Geld komme er immer. Bruno finanziert sich sein Leben mit kleineren Räubereien. Gemeinsam mit einigen Jugendlichen erbeutet er Wertgegenstände, um sie weiter zu verkaufen.

Sonja zeigt Bruno das Baby, doch er nimmt es kaum wahr. Küß ihn, sagt sie, und er folgt der Aufforderung abwesend. Das Paar ist auf der Suche nach einer neuen Wohnung und muß zum Sozialamt gehen. Endlos scheinende Schlangen erstrecken sich bis auf den Bürgersteig, und während Sonja geduldig wartet, schickt sie Bruno mit Jimmy spazieren. Der nutzt die Gelegenheit und erbettelt etwas Geld mit Jimmy. Doch es läuft nicht so gut, wie er möchte. Da erinnert er sich an das Angebot einer Bekannten: "Wenn ihr mit dem Baby nicht klar kommt, kann ich ihm neue Eltern besorgen.

Jérémie Rénier spielt den jungen, kaputten, aber sympathisch zerstreuten Bruno überzeugend und realistisch. Erschreckend in seiner Einfachheit wird der Verkauf von Jimmy dargestellt. Bruno fährt zu dem verabredeten Haus, legt das Baby in einem Zimmer ab, wartet nebenan, bis es abgeholt wurde, und bekommt dann das Geld zugesteckt, ohne zu sehen, von wem. Als Sonja beide sucht, findet sie Bruno unter der Autobahnbrücke. Wo ist Jimmy, will sie wissen. Und Bruno erzählt, dass er ihn verkauft hat. Als Sonja geschockt schweigt, meint er weiter, "ich dachte, wir machen ein neues!"

In diesem Moment verzieht Déborah François als Sonja nur leicht die Augenbrauen, aber sie wirkt trotzdem schon wie eine Furie. Dann schreit sie los, außer sich vor Wut, kippt um, wird von Bruno wieder aufgerichtet, stößt ihn von sich und bricht wieder zusammen. Mit wenig Worten und viel Körpersprache zeigt die Schauspielerin die Verzweiflung der jungen Mutter, der das Kind geraubt wurde.

Bruno bringt Sonja ins Krankenhaus und hat nun Angst, Sonja könnte beim Erwachen von seiner Tat erzählen und ihn damit ins Gefängnis bringen. Er bemüht sich angestrengt, das Kind wiederzubekommen, und wird dabei vor neue Probleme gestellt.

AVIVA-Tipp: Nüchtern und realistisch erzählt der Film das Leben eines jungen Paares am Abgrund der Gesellschaft. Die Armut und die Kriminalität werden nicht verurteilt, sondern als ein für die betreffenden Personen gewohnter Zustand dargestellt. Bis Bruno durch den Verkauf seines Sohnes die ohnehin schon schwierige Situation zum Eskalieren bringt.

L´Enfant wurde mit der Goldenen Palme in Cannes 2005 ausgezeichnet.


L´enfant
Frankreich/Belgien, 2005
Drama, 95 Minuten
Buch und Regie: Jean-Pierre und Luc Dardenne
DarstellerInnen: Jérémie Renier, Déborah Francois, Jérémie Segard, Fabrizio Rongione, Olivier Gourmet, Stéphane Bissot, Mireille Bailly u.a..
Kinostart: 17.11.2005
FSK: ab 12 Jahren
Verleih Kinowelt
Mehr über den Film erfahren Sie unter: www.enfant-derfilm.de


Kultur Beitrag vom 17.11.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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