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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 20.12.2005

U-Carmen e-Khayelitsha
Stefanie König

Eine der berühmtesten Opern der Musikgeschichte originell in Szene gesetzt. Der Regisseur Mark Dornford-May übertrug die Handlung aus dem Spanien des 19.Jh. in die heutige Wirklichkeit Südafrikas



Der Spielfilm "U-Carmen e-Khayelitsha" war der Überraschungserfolg der 55. Berlinale und wurde mit dem Goldenen Bären ausgezeichnet.

Auch in der filmischen Adaption dreht sich alles um Liebe, Hass, Eifersucht und erotische Obsession. Eine junge Frau kämpft für ihre Unabhängigkeit und Selbstbestimmung, und genau wie damals endet es in einer Katastrophe.
Im Original - auf einer Novelle von Prosper Merimee basierend - wird die Zigeunerin Carmen, die in einem Armenviertel in Sevilla lebt, nach einem Streit mit einer Arbeitskollegin in Haft genommen. Sie verführt den Wachsoldaten Don José, um wieder frei zu kommen und spielt danach noch ein wenig mit dem in heftiger Liebe entflammten Mann. Als sie ihn fallen lässt und sich einem anderen zuwendet, ersticht er sie in rasender Eifersucht.

Der in Südafrika lebende, britische Theater- und Opernregisseurs Mark Dornford-May, hat die Handlung aus dem Spanien des frühen 19.Jahrhunderts in die heutige Wirklichkeit eines Townships in der Nähe von Kapstadt übertragen und das Libretto von Meilhac und Halévy in Xhosa, eine der 11 offiziellen Landessprachen Südafrikas, übersetzt. Der Soundtrack ist eine Synthese aus Bizets Musik und traditionellen afrikanischen Klängen. In Szene gesetzt hat der Regisseur das alles mit der von ihm gegründeten Theatergruppe Dimpho Di Kopane, die Titelrolle spielt und singt seine Frau Pauline Malefane.

Die temperamentvolle und selbstbewusste Carmen arbeitet in einer Zigarettenfabrik in Khayelitsha, einem Township in Südafrika, in dem eine halbe Millionen Menschen leben. In ihrer Freizeit singt sie mit Freundinnen in einem Chor. Als Polizisten in der Siedlung patrouillieren, wirft sie dem Brigadier Jongikhaya eine Rose zu und flirtet mit ihm. Nach einer Schlägerei mit einer anderen Fabrikarbeiterin wenig später, wird Carmen von Jongikhaya verhaftet. Auf der Fahrt ins Gefängnis setzt sie ihren ganzen Charme ein, damit Jongikhaya sie frei lässt und nach einigen hitzigen Liebesversprechungen lässt er sie laufen. Carmen flieht und trifft den nach langer Abwesenheit zurück gekehrten berühmten Opernsänger Lulamile Nkomo bei seiner Willkommensfeier wieder. Für beide ist es Liebe auf den ersten Blick. Doch Jongikhaya ist nicht bereit, sie einfach so aufzugeben. Das Verhängnis nimmt seinen Lauf und endet in einem Drama aus Eifersucht und Gewalt.

AVIVA-Tipp:
Eine Handlung, die nichts von der damaligen Aktualität einbüßt, eingebettet in die harte Realität der Vorstädte Südafrikas. Dem Film gelingt der Spagat zwischen der eindringlichen, stimmungsvollen Atmosphäre einer Oper und dem trostlosen, von Gewalt beherrschtem Alltag in den Wellblechhütten der Vorstädte Kapstadts.
Schon die Anfangssequenz spiegelt genau diese Stimmung wider:
/Carmen sitzt bewegungslos in der einfachen Hütte eines Fotografen, kein Ton ist zu hören. Dann wandert die Kamera hinaus auf den staubigen Hof und eine rasante Kamerafahrt durch die Strassen Kayelithshas beginnt. Unter imposanter, ohrenbetäubender Opernmusik von Bizet ziehen die Blicke vorbei an Elend und Armut. Umwerfend der Kontrast: die alte Musik vor neuer Kulisse.
Was zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig erscheint, wie etwa das plötzliche Umschwenken des Spielfilms auf eine theatralische Opernszene, gibt dem Film im Nachhinein seinen Reiz und zeigt das große Talent der singenden und spielenden DarstellerInnen.
Allein das Ende enttäuscht ein wenig, unspektakulär und glanzlos endet das Drama das so temperamentvoll und rasant begann, ohne viel Leidenschaft auf einem einsamen, tristen Feld im Township.


U-Carmen
Regie: Marc Domford-May
35 mm, Farbe, Dolby Digital
Produktion: Spier Films, Südafrika, 2005
ProduzentInnen: Marc Dornford-May, Ross Garland, Camilla Driver
Kamera: Giulio Biccari
Genre: Musical/Drama
Laufzeit: 122 Minuten, OMU (Xhosa mit deutschen Untertiteln)
DarstellerInnen: Pauline Malefane, Andile Tshoni, Lungelwa Blou, Zweilungile Sidloyi, Andries Mbali
Verleih: MFA + FilmDistribution
FSK: 12 Jahre
Kinostart: 22. Dezember 2005
Der Film im Netz unter www.u-carmen.com


Kultur Beitrag vom 20.12.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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