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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 10.01.2006

Gabrielle - Liebe meines Lebens
Daniela Krebs

Ein Film über eine Frau, die ihren Mann und ihre Ehe aufgab, um die Liebe zu finden, einen Mann, der es nicht ertragen kann, nicht geliebt zu werden, und eine Ehe, die an alldem zerbricht.



Paris, Anfang des 20. Jahrhunderts: Gabrielle (Isabelle Huppert) ist seit zehn Jahren mit ihrem Mann Jean Hervey (Pascal Greggory) verheiratet. Scheinbar glücklich leben sie als wohlhabendes Ehepaar in einer Stadtvilla, pflegen Umgang in der gehobenen Gesellschaft und geben jeden Donnerstag Empfänge in ihrem Haus, die gut besucht und geschätzt werden.

Dramatisch wird das Leben des Paares, als Jean früher als gewöhnlich nach Hause kommt und nicht seine Frau, sondern einen Abschiedsbrief vorfindet. In diesem teilt Gabrielle ihm mit, dass sie ihn für immer verlässt und zu einem anderen Mann geht. Für Jean bricht eine Welt zusammen. Er ist wütend und zugleich verwirrt, hatte er doch bisher geglaubt, eine fast perfekte Ehe zu führen.

Noch am selben Abend kehrt Gabrielle überraschend in das Haus zurück.
Sie hatte Angst vor der Liebe, die sie zum ersten Mal bei ihrem Liebhaber verspürte und konnte das Ungewohnte und Überraschende nicht ertragen. Sie wollte wieder in der unkomplizierten Welt ihres Mannes leben, die sie bisher nicht geschätzt hatte.

"Wenn ich gewusst hätte, dass du mich liebst, wenn auch nur ein bisschen, wäre ich nie zurückgekommen."

Dieser Satz dient Gabrielle als Begründung für ihre Rückkehr. Sie glaubte, dass ihr Mann nicht sie, sondern ihre Gegenwart liebt. Doch an den Reaktionen Jeans (dank der einzigartigen Darbietung Pascal Greggorys) merkt Gabrielle und die Zuschauerin, dass dieser nicht nur Zuneigung, sondern wahre Liebe für Gabrielle empfindet und alles für sie tun würde.

Doch durch die neudefinierten Positionen ergibt sich ein ungeahntes Problem:
Können zwei Menschen zusammen leben, wenn der eine Liebe verspürt, die andere aber nur die gegenseitige Duldung will? In der scheinbar heilen Welt tauchen plötzlich Gewalt, Eifersucht und Liebe auf...

Patrice Chèreau adaptierte die Kurzgeschichte "Die Rückkehr" von Joseph Conrad und entwickelte ein filmisches Werk, das geprägt ist von Intensität und Schönheit. Neben der erfolgreichen Umsetzung der Geschichte in ein Drehbuch gelang es Chèreau auch, die Hauptrollen perfekt zu besetzen. Isabelle Huppert und Pascal Greggory überzeugen durch ihre einzigartige Schauspielerei. Eindrucksvoll und aussagekräftig werden die gegenseitigen Gefühle der Eheleute präsentiert. Der Konflikt zwischen den beiden Eheleuten wirkt erstaunlich bewegend, verstörend und sehr modern. Patrice Chèreau präsentiert nach "Intimacy" (2001) mit Gabrielle ein zweites intensives Beziehungsdrama rund um das Thema Liebe. Mit klassischen Kostümen und Anleihen aus dem Theater folgt der Film eindeutig dem prägnanten Stil Chèreaus.

Gabrielle - Liebe meines Lebens diente als offizieller Wettbewerbsbeitrag der Filmfestspiele Venedig 2005. Isabelle Huppert erhielt für die schauspielerische Leistung ihres Gesamtwerks einen Spezial-Löwen in Venedig. Die Filmbewertungsstelle gab Patrice Chèreaus Film das Prädikat "besonders wertvoll": "Gabrielle - Liebe meines Lebens ist radikales Erzählkino für Kopf und Bauch, sinnlich und intelligent, mutig und weit über herkömmliche Beziehungsfilme hinausweisend - und dazu meisterhaft inszeniert." (FBW Gutachten)

AVIVA-Tipp: Starke Gefühle und eindrucksvolle Bilder sind nur einige der Bestandteile dieses Filmes. Die Zuschauerin ist hin und her gerissen zwischen Mitleid, Verständnis und Ablehnung der Handlungen von Jean und Gabrielles. Einzigartig inszeniert, mit und durch schauspielerische Leistung verfeinert ist dieses Beziehungsdrama sehr bewegend.


Gabrielle - Liebe meines Lebens
Frankreich / Italien 2005, 90 Minuten
Regie: Patrice Chèreau
Drehbuch: Patrice Chèreau, Anne-Louise Trividic, nach der Erhählung "Die Rückkehr" von Joseph Conrad
DarstellerInnen: Isabelle Huppert, Pascal Greggory, Claudia Coli, Thierry Hancisse
Verleih: Concorde
Kinostart: 12. Januar 2006


Kultur Beitrag vom 10.01.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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