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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 07.02.2006

Israelische Filme auf der Berlinale 2006
Karin Effing, Tatjana Zilg

Ein kleines Spektrum des Gegenwartskino aus Israel ist auch auf den diesjährigen Filmfestspielen zu sehen. Brisante Themen, spannende Fiktion bei den Spielfilmen und sozikritische Dokumentationen



In den zentralen und modernen Kinos rund um den Potsdamer Platz, im edlen Delphi und auch im Filmtheater im Friedrichshain, dem Zoo Palast und den Hackeschen Höfen sind einige Highlights der neuen Tendenzen israelischer Filmkunst zu sehen. In den Wettbewerb ist dieses Jahr leider kein israelischer Beitrag aufgenommen worden.

Panorama:
Mechilot - Forgiveness

Regie: Udi Aloni, Israel/USA, 96 Min., Englisch/Hebräisch mit engl. UT
Mit Itay Tiran, Moni Moshonov, Clara Khury, Michael Sarne
David Adler, ein 20-jähriger Amerikaner, folgt seinen israelischen Wurzeln zurück nach Israel, um dort als Soldat zu dienen. Er landet in einer psychiatrischen Anstalt, die auf den Ruinen der palästinensischen Stadt Dir Yassin erbaut wurde, deren EinwohnerInnen bei einem israelischen Einsatz getötet wurden. Psychologischer Thriller, der mit einprägsamen Bildern das Gespenst von Schuld und Verletzung entfaltet.
www.forgivenessthefilm.com

Panorama Kurzfilm:
Hayelet Bodeda - The Substitute

Regie: Talya Lavie, Israel,19 min., Hebrew with English subtitles
Zohara ist Soldatin einer abgelegenen Militärbasis. Sie hasst jede Minute und kann es nicht abwarten, dort fortzukommen. Aber ihre Hoffnung wird zerstört, als ihre neue Ablösung suizidgefährdet zu sein scheint. Anstatt die Basis verlassen zu können, muss Zohara nun auf den Ersatzsoldaten aufpassen.

Panorama Dokumente:
Bubot Niyar - Paper Dolls

Regie: Tomer Heymann, Israel/Schweiz, 80 Minuten, Hebräisch/Englisch/Tagalog, mit engl. UT
Ein Dokumentarfilm, der sich mit den Veränderungen innerhalb der globalen Immigration beschäftigt. Tomer Heymann begleitet eine Gemeinschaft philippinischer Transvestiten, die illegal in Israel leben, bei ihrem täglichen Leben.
Sechs Tage die Woche arbeiten sie als Live-In-Betreuer für ältere, orthodoxe jüdische Männer. An ihrem freien Tag treten sie jedoch als Drag-Performance-Gruppe "The Paper Dolls" in Tel Aviv auf. Von ihrem Verdienst schicken sie einen hohen Anteil an ihre Familien in Phillippinien, obwohl sie von ihnen aufgrund ihrer sexuellen Identität verstoßen worden sind.

Forum:
Karov la bayit - Close to Home

Regie: Dalia Hager, Vidi Bilu, Israel, 90 Min., Hebräisch/Arabisch mit engl. UT
Mit Smadar Sayar, Naama Schendar, Irit Sujki, Katia Zimbris
Smadar und Mirit, beide 18 Jahre alt, müssen im Rahmen ihres Militärdienstes auf Streife in Jerusalem gehen. Ihre Aufgabe ist es, vorbeigehende PalästinenserInnen anzuhalten, ihre Papiere zu kontrollieren und ihre persönlichen Daten in dafür vorgesehene Formulare einzutragen. Die beiden jungen Frauen beschäftigt jedoch ihr Alltag mit all den kleinen Problemen und Wünschen mehr als der Dienst am Staat. Ihre Kontrollstreifen unterbrechen sie für persönliche Besorgungen oder auch, um dem umschwärmten Mann zu folgen. Das ändert sich als plötzlich die politische Realität Jerusalems in ihr Leben einbricht. Sensibler und humorvoller Film.

News from Home / News from House
Regie: Amos Gitai, Israel/Belgien/Frankreich 2006, 97 Min., Arab./Hebr./Engl. MUrnEin palästinensischer Arzt muss 1948 ein Haus in Jerusalem zurücklassen. Von der israelischen Regierung wird es als "verlassen" deklariert, 1956 an jüdisch-algerische Einwanderer vermietet und später von einem Universitätsprofessor gekauft, der es in eine Patriziervilla umwandelte.
Amos Gitai hat die Geschichte des Hauses 1980 zum ersten Mal verfilmt. Das Haus wurde zu einer Erzählung, einer Theaterbühne, auf der die früheren Bewohner, die Nachbarn, die Arbeiter, die Bauherren und die neuen Besitzer auftreten. 1998 kehrte er zurück, um die Geschichten der dritten Generation der ProtagonistInnen zu rekonstruieren. Nun vollendete er mit "News from Home - News from the House" seine Trilogie über einen einzelnen Ort als Mikrokosmos der Konflikte in Israel.

Kinderkurzfilm:
Vika

Regie: Tsivia Barkai, Israel, 16 min., Hebrew and Russian with English subtitles
Nach einem langen Internatsaufenthalt kehrt die zwölfjährige Vika für ein Wochenende nach Hause zurück. Ihre neugeborene Schwester erwartet sie schmutzig und weinend. Vika erkennt die Schwere der Situation, als ihre Mutter sich entscheidet, Wodka mit Milch zu vermischen, um so das Baby zu beruhigen.

Infos zu Ort und Zeit entnehmen Sie bitte der Website:
www.berlinale.de


Kultur Beitrag vom 07.02.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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