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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 18.04.2006

Fussballgöttinnen
Tatjana Zilg

Vier Frauen und ihre Begeisterung für den Sport ums runde Leder. Mit Durchsetzungskraft und fachlichem Know-How erobern sie sich ihre Position in der Fußballwelt. Ein Dokumentarfilm



Ohne Frage ist Fußball eine der Sportarten, die am stärksten von Männern besetzt ist, sowohl auf der aktiven Seite als auch auf den Zuschauertribünen.

Die beiden Regisseurinnen Nina Erfle und Frédérique Veith haben sich auf die Suche gemacht und entdeckt, dass immer mehr Frauen mit zunehmender Selbstverständlichkeit in die Fußballwelt eindringen. Bevor sie mit den Recherchen begannen, haben sie sich im Rückblick auf ihre Kindheit daran erinnert, wie außergewöhnlich es war, als Mädchen mit den Jungs Fußball zu spielen oder am Samstag mit der Freundin die Bundesliga zu schauen, anstatt shoppen zu gehen.
So haben sie es als sehr positiv empfunden, mit welchem Elan und Unbefangenheit ihre Protagonistinnen sich in der rauen Welt der Kick-Begeisterten bewegen.

Besonders interessant wird der Film dadurch, dass die vier porträtierten Frauen aus unterschiedlichen Generationen stammen. Während die beiden Älteren noch Nebenfunktionen am grünen Rasen einnehmen - die eine Platzwartin, die andere Fanfrau -, kämpfen die beiden Jüngeren aktiv um eine Position direkt am runden Leder.

Die 16 jährige Beatrix Nieder ist nicht nur eine der wenigen weiblichen Schiedsrichterinnen Deutschlands, sondern auch eine der Jüngsten. Ihre Wochenenden verbringt sie auf Provinzsportplätzen, um über Männermannschaften zu wachen. Ihr großer Traum ist es, in der Bundesliga Frauen zu pfeifen. Doch dafür muss sie sich noch vor dem DFB beweisen. In einem Lehrgang in Duisburg zeigt sie den männlichen Kollegen, wie schnell und besonnen sie entscheiden kann. Wenn sie nicht über den Fußballplatz rennt, beschäftigt sie sich mit ganz normalen Teenager-Problemen: Ihre Mutter will sie abends nicht lange ausgehen lassen, auf der Mädchenschule fehlt der Kontakt mit männlichen Gegenspielern. Ein Grund für ihr zeitintensives Hobby: Hier lernt sie sich durchzusetzen.

Mit viel Disziplin und Ehrgeiz hat sich Viola Odebrecht den Weg bis zum Weltmeister-Ruhm erkickt. Mit 15 Jahren stieg sie beim Erfolgsverein "Turbine Potsdam" ein und wurde Deutscher Meister. Mit der Nationalmannschaft gelang ihr 2003 der Sieg bei der Weltmeisterschaft. Jedes Jahr wird die Berufung neu überprüft:
Die Nationaltrainerin lässt jedes Spiel beobachten. Viola Odebrecht muss sich damit abfinden, nicht neu aufgestellt worden zu sein. Doch mit der Turbine Potsdam kann sie sich der größten Herausforderung in der Vereinsgeschichte stellen: Dem UEFA Cup.

Trautchen Ziegert ist Anfang 60 und Platzwartin des letzten Fußballplatzes in Berlin-Mitte. Wie viele Frauen ihrer Generation heiratete sie nur nach kurzer Kennenlernzeit, als sie 19 Jahre alt war. Sie bekam drei Kinder. Der vor der Ehe so charmante Mann wurde zum Tyrann. Durch Zufall bekam sie eine Stelle als Platzwartin, wo sie lernte, sich zunächst gegen die Spieler und dann auch gegen ihren Mann zu behaupten.

Das Offenbacher Stadion ist für Bettina Hennemann seit 1982 ein zweites Zuhause, wo sie einen Großteil ihrer Wochenenden verbringt, um gemeinsam mit den anderen Fans ihre Mannschaft anzuspornen und den Emotionen der Freude und der Enttäuschung freien Lauf zu geben. Unter der Woche arbeitet sie als Versicherungskauffrau. Nach acht Jahren Zusammenarbeit konnte sie das Büro des Vaters übernehmen. Fußball ist für sie ein wichtiger Ausgleich zum manchmal eintönigen Alltag und zudem ein Ort für sozialen Kontakt, der ihr nach der Trennung von ihrem Freund etwas fehlt.

AVIVA-Tipp: Die vier Protagonistinnen werden nicht nur in der Sportwelt beobachtet, sondern auch in ihrem Alltag, wodurch ihre ganz persönlichen Fußballgeschichten für die ZuschauerInnen erlebbar werden. Die Regisseurinnen haben die Einzeldarstellungen ineinander verflochten, was einerseits die Motivation und den Alltag der Frauen leichter miteinander vergleichen lässt, anderseits das empathische Einlassen auf die jeweilige Protagonistin erschwert. Auch, warum sie sich ausgerechnet für diesen Sport so begeistern, wird für eine Fußball-Uninteressierte nicht so recht deutlich, denn die negativen Seiten wie das rabiate Mitgehen durch lautes Schreien bei den Fans und auch bei den Spielerinnen nach dem Sieg sowie der harte Ton untereinander beim Training wirken wenig anziehend und werden auch nicht hinterfragt.

Fußballgöttinnen
Deutschland 2006, 90 Minuten
Regie und Buch: Nina Erfle, Frédérique Veith
Bildkonzeption und Schnitt: Anja Neraal
Mit Trautchen Ziegert, Viola Odebrecht, Bettina Hennemann, Beatrix Nieder
Verleih: Edition Salzgeber
Kinostart: 20.04.2006

Der Film im Web:
www.fussballgoettinnen.de

Kultur Beitrag vom 18.04.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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