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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 09.09.2006

Ausgrabungen
Karin Effing

Der israelische Regisseur Amos Gitai beschließt mit "News from Home" seine Trilogie um ein Haus in West-Jerusalem. Im Zentrum stehen die persönlichen Geschichten der Menschen.



"Thierry Garrel hatte die Idee, ich solle erneut das Haus aufsuchen, über das ich vor genau 25 Jahren einen Film gedreht habe, um zu sehen, was aus den früheren Bewohnern geworden ist. Der Film von damals ist Schwarz-Weiß, 16 mm. Das israelische Fernsehen fand ihn seinerzeit zu heikel und strahlte ihn nicht aus. Ich versuchte herauszufinden, ob die Protagonisten des Films noch lebten und was aus der älteren Generation geworden war. Ich stieß auf eine ausufernde Diaspora, auf der ganzen Welt verstreut.[...]"
Amos Gitai sucht diese Menschen auf und befragt sie. Hört ihnen zu. Betrachtet sie. Zeigt ihre heutige Lebensweise. Schreitet mit ihnen durch ihre Wohnungen und Häuser. Zeigt ihre Trauer, ihren Stolz und ihre Wut.

Am Anfang von News from Home ist Amos Gitai aus dem Off zu hören. Sein Projekt erklärend, das er 1980 mit Haus begann und 1988 mit Haus in Jerusalem weiterführte.
Während wir seiner Stimme lauschen, sehen wir Steinmetze Steine aus dem Berg brechen. Ihnen ist die Anstrengung der harten körperlichen Arbeit anzusehen. Der Klang ihrer Hämmer verursacht eine eigenartige Musik.

Als Amos Gitai mit einem der Steinmetze ins Gespräch kommt, führt er den ZuschauerInnen ganz nebenbei seine Methode vor. "Stehen Sie auf der Seite der Araber oder Juden?" fragt der Steinmetz. Und da Amos Gitai sich nicht positioniert, (ob er irgendetwas brummelt oder gar nichts sagt ist schwer auszumachen) beginnt der Steinmetz halt zu erzählen. Gitai verlässt diese neutrale Position während des Filmes nie und lässt die Menschen so unbefangen zu Wort kommen.

Das Haus, der Protagonist der Triologie, gehörte zunächst einer wohlsituierten palästinensischen Familie, den Dajanis. Es wurde kurz nach 1948 vom israelischen Staat enteignet, im Namen des Gesetzes über "Abwesende": Wenn die BewohnerInnen eines Hauses an einem bestimmten Termin nicht anwesend waren, konnte der Staat entscheiden, das Haus zu vermieten oder es an israelische StaatsbürgerInnen zu übertragen. Seitdem haben die BewohnerInnen mehrmals gewechselt. Gitai spürt die zahlreichen Wege auf, die von dem Haus in die Welt führen. BewohnerInnen, die Kinder der ehemaligen BewohnerInnen, NachbarInnen, Steinmetze, Bauarbeiter und deren Kinder befragt er. Er selbst sieht sich als einen Archäologen, der Schicht für Schicht abträgt bis er einen Knochen, eine Scherbe findet.

News from Home lief auf verschiedenen Festivals: Berlinale, Cinema du Rèel, San Francisco Jewish Film Festival, Viennale, Internationales Film Festival Jerusalem und La Rochelle.

AVIVA-Tipp: In News from Home kehrt Amos Gitai noch einmal zu dem Haus in Jerusalem zurück, das er schon 1980 in seinem ersten Film Haus dokumentierte. Mit seiner fast naiven und erfrischenden Weigerung, sich zu positionieren, gibt er den Menschen viel Raum, ihre ganz persönlichen Geschichten rund um dieses Haus und damit die Häuser dieser Welt zu erzählen.



News From Home
Israel/B/F 2006, 97 min
Arab./Hebr./Engl. mit deutschen Untertiteln
Buch und Regie: Amos Gitai
Kamera: Haim Asias, Nurith Aviv
Verleih: mec film
Kinostart: 07.09.2006

Kultur Beitrag vom 09.09.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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