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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 20.04.2003

Das Leben aus dem Tod betrachten
Jessica Cohen

Poetisch und feinfühlig schildert der japanische Spielfilm "After life" die Suche nach der schönsten und liebsten Erinnerung des Lebens



After life - nach dem Leben: In einer Übergangszone zwischen dem Diesseits und dem Jenseits treffen wöchentlich frisch Verstorbene ein. Angeleitet von Betreuern denken sie über ihr Leben nach. Um in die Ewigkeit einzugehen, müssen sie unter all ihren Erinnerungen diejenige aussuchen, die ihnen am liebsten ist. Nur diese wird in der Ewigkeit in ihrem Gedächtnis haften bleiben.

Regisseur Kore-eda Hirokazu zeichnet die Suche nach der liebsten Erinnerung von 22 Verstorbenen auf. Sie erzählen von dem, was ihnen im Leben am wichtigsten war - ihre Kinder, eine große Liebe, innige Erlebnisse in der Natur. Diese Momente sind emotional, ohne kitschig zu sein, und lehrreich ohne erhobenen Zeigefinger. Denn dadurch, dass die Betreuer immer wieder nachfragen, "welche Erinnerung möchten Sie in die Ewigkeit mitnehmen?", dringt die Frage auch zu uns ZuschauerInnen.

Ein Verstorbener, Ichiro, kann sich nicht entscheiden. Er sagt, er habe ein völlig "normales" Leben gelebt, aus dem kein besonderes Ereignis herausrage, das er als schönste und liebste Erinnerung mit in die Ewigkeit nehmen wolle. Als Hilfestellung lassen die Betreuer die 71 Videokassetten kommen, die sein Leben dokumentieren - eine Kassette pro Lebensjahr. Die Qualität der Filme ähnelt der von security-Kamera-Aufnahmen.

Eine ältere Dame, die an Alzheimer erkrankt ist, sieht die Welt mit den Augen eines neunjährigen Mädchens. Während der Beratungen reiht sie Herbstblätter, Kastanien und Eicheln aneinander. Sie sehnt sich nach dem Frühling und nach blühenden Kirschbäumen.

Die Erinnerung an die Schönheit der Natur und die Freude am kommenden Frühling schildert auch Regisseur Kore-eda Hirokazu:
"Meine Einschätzung, dass wir die Dinge mit all unseren fünf Sinnen erinnern, wurde bestätigt in den rund 500 Interviews, die wir in der Vorbereitung des Films gemacht haben. Die Leute erinnern sich an eine Berührung, an einen Geschmack, an etwas, was ihnen über die Haut gestrichen ist. In den 100 Jahren, in denen es das Kino gibt, scheint es konstant gegen seine Grenze, im wesentlichen ein visuelles Medium zu sein, anzukämpfen. In der Art, wie wir Filme anschauen, gibt es aber etwas, das diese Grenze weitertreibt."



After life
Regisseur: Hirokazu Kore-eda
HauptdarstellerInnen: Arata (Takashi Mochizuki), Oda Erika (Shiori Satonaka)
Dauer: 118 Minuten, Kinostart: 10. April 2003Japan, 1998
www.kore-eda.com
www.usc.edu

Kultur Beitrag vom 20.04.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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