Wenn Mann dem blonden Gift nicht widerstehen kann... - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Poryes 2017 Happy End Regina Schmeken. Blutiger Boden
Aviva-Berlin > Kultur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 13.05.2003

Wenn Mann dem blonden Gift nicht widerstehen kann...
Kirsten Eisenberg

Vorhersehbare Story, viele Klischees– mit "Swimfan" ist John Polson ein eher müder Teen-Thriller gelungen. Highlight sind die Unterwasserszenen



Ben Cronin (Jesse Bredford) ist wohl das, was man als amerikanischen Sunnyboy bezeichnet. Beliebt und bewundert unter den Highschool-Freunden, glücklich mit Vorzeigefreundin Amy (Shiri Appleby) und selbst sportlich, braungebrannt und nicht gerade unansehnlich – Ben geht es prima.
Nebenbei zeigt er noch soziales Engagement mit seinem Job als Krankenpfleger, und auch sein ehemaliges Drogenproblem hat er mithilfe der lieben Freundin überwunden. Nun arbeitet er an seiner Karriere als großer Schwimmer, und alles läuft übertrieben rosig im Leben des Traums aller Schwiegermütter.

Der Zuschauerin ist klar, dass dieses Idyll nicht ewig währen kann, und schon taucht auch Madison (Erika Christensen), die neue Schülerin auf. Blondes Engelshaar, rosige Wangen, süße Stimme – der Kontrast zu ihrer tiefschwarzen Seele und zur rehaugigen, braunhaarigen Amy ist etwas zu offensichtlich.

Es kommt, wie es kommen muss – Ben begeht den großen Fehler, der sein perfektes Leben aus den Fugen geraten lässt, als er sich in der nächtlichen Schwimmhalle von Madison verführen lässt. Der Engel entpuppt sich als Psycho-Biest und beginnt, Ben unter dem Synonym "Swimfan" das Leben zur Hölle zu machen...

Nach anfänglichem Interesse weiß der Zuschauer schnell, wie der Hase läuft – Ben verliert durch seinen Fehltritt Freundin und Freunde, von Mutter und Schwimm-Coach wird der Zögling mit enttäuschten Blicken bedacht und schließlich wird ihm auch noch ein Mord in die Schuhe geschoben...

Kommt Ben aus dieser aussichtslosen Lage wieder heraus?
Natürlich kommt er, so sicher, wie das Happy End. Auch das ist leider nicht gerade überraschend: nach einem allzu dramatischen Finish ist das Bilderbuch-Pärchen, wenn auch leicht angeschlagen, wieder glücklich vereint.

Nur die Charaktere von Ben und Madison entwickeln im Laufe des Films Profil: Erika Christensen, bekannt als Michael Douglas´ Tochter in "Traffic", reizte an der Rolle vor allem deren Ambivalenz. Bei aller Intrige, zu der Madison fähig ist, spielt sie doch auf der anderen Seite wunderschöne Melodien auf ihrem Cello. Sie verkörpert nicht nur das pure Böse, sondern auch Verletzbarkeit und Verwirrtheit, was Christensen durch ihre mal zornige, mal berechnende und mal verzweifelte Mimik gut rüberbringt.

Jesse Bredford, den man als Shakespeare in "Shakespeare´s Romeo + Juliet" bewundern konnte, gelingt es, die innerliche Talfahrt des smarten Highschoolboys erfahrbar zu machen. Der Schauspieler unterzog sich vor Drehbeginn einer strikten Diät und einem harten Training, um mit einem durchaus ansehnlichen Schwimmer-Body aufwarten zu können.

Daß Shiri Appleby (Star der amerikanischen TV-Serie "Roswell") einfach nicht mehr aus der Figur der Amy herausholen kann, liegt wohl eher am Drehbuch als an ihren schauspielerischen Qualitäten. Nett aussehen, treuherzig lächeln und samtäugig dreinschauen – Amy bleibt einfach der stereotype Charakter des American Sweetgirl.

In künstlerischer Hinsicht beeindruckt "Swimfan" allerdings durch beachtliche Unterwasserszenen, die in der Zuschauerin ein gewisses Gefühl der Kälte und der Beklemmung auslösen. Giles Nuttgens, Director of Photography, arbeitete schon für "The beach" mit dem nassen Element.

Leider sind zahlreiche Elemente zu abgedroschen Ob der verräterische Slip auf dem Autositz, das blitzendes Skalpell in der Hand der Psychopathin oder eine Kiste mit gesammelten Zeitungsartikeln unterm Bett des Swimfan – der Film bleibt zu klischeehaft, um glaubwürdig zu erscheinen. Und das, obwohl das Filmteam vorm Dreh eine New Yorker Highschool besuchte und Schüler hinsichtlich ihrer Ansprüche an den Film befragte.

Der australische Regisseur und Gründer des australischen Kurzfilmfestivals "Tropfest", John Polson, war kürzlich selbst als Schauspieler in "Mission Impossible 2" zu sehen. Vielleicht liegt in diesem Metier sein wahres Talent.



Swimfan
Regisseur: John Polson
USA 2002, 90 min
Mit Jesse Bradford, Erika Christensen, Shiri Aplleby und Kate Burton
Verleih: Twentieth Century Fox
Bundesweiter Start: 15. Mai 2003

Kultur Beitrag vom 13.05.2003 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken