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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 22.08.2005

Zwei ungleiche Schwestern
Karin Effing

Ein anrührender und humorvoller Film über menschliche Gefühle und die langsame Begegnung zweier unterschiedlicher Frauen. Überraschendes Debüt von Alexandre Leclère.



"Atme nicht so laut", sagt Martine zu ihrem Mann am Frühstückstisch. Sie könnte auch sagen: alles menschliche und lebendige stört mich. Erstarre auf der Stelle. Diese Botschaft vermittelt sie auch ihrer Schwester, einer lebenslustigen Kosmetikerin aus der Provinz, die nach Paris gekommen ist, um sich mit einem Verleger zu treffen. Letztere weiß endlich, was sie möchte: Bücher schreiben.

Louise ist eine extrovertierte und unvoreingenommene Frau, die auf die Leute zugeht und sich über, das was ihr begegnet, laut freuen kann. Und damit das genaue Gegenteil ihrer großbürgerlichen Schwester Martine, gespielt von Isabelle Huppert, die sich ganz dem äußeren perfekten Schein des Lebens gewidmet hat. Sie, die immer stilvoll gekleidet und frisiert mit undurchdringlicher Miene ihre Tage verbringt, ist von dem provinziellen Energiebündel genervt. Gemeinsam mit ihrer Freundin, einer Galeristin, belächelt sie herablassend das ungeschickte Mädchen vom Lande.
Als Louise die Freundin bittet, ein Foto der beiden Schwestern zu machen, fügt sie sich gezwungenermaßen in die Situation. Zieh doch kein Gesicht, sagt die falsche Freundin schadenfroh.

Hinter der perfekten Fassade Martines bröckelt es gewaltig. Ihre Freundin schläft mit ihrem Mann. Der wiederum nimmt seine "ehelichen Pflichten" hasserfüllt in Anspruch, während Martine sich mehr oder weniger dem Martyrium ergibt. Was in dem Gesicht Hupperts vorgeht, kann man nicht ergründen.
Die Frage, wie diese psychischen Abgründe entstanden sind, beantwortet sich durch einen verächtlichen Brief der alkoholkranken Mutter an die beiden Schwestern, den Martine gegen ihren Willen Louise vorliest. Grausamer kann man nicht schreiben. Selbst eine Antwort ist nicht erwünscht.
So ergibt sich langsam ein Bild der verschiedenen Figuren und ihrer Positionen zueinander und es macht Spaß, ihrem Spiel zuzuschauen.

Die Regisseurin Alexandre Leclère hat nach dem fünfminütigen Kurzfilm "Bouche á Bouche" (Mund zu Mund) hiermit ihren ersten Spielfilm vorgelegt. Nachdem sie lange vor der Kamera gestanden hat, wo sie sich nicht wirklich wohl fühlte, habe sie endlich herausbekommen, was sie wirklich glücklich mache: Schreiben und Regie. Das erinnert stark an Louise. Und die Ähnlichkeit ist kein Zufall, denn das Drehbuch sei stark autobiographisch gefärbt. Auch Alexandre Leclère hat keinen Kontakt mehr zu ihrer älteren Schwester, mit der sie verstritten ist..
"Ich mache mich gerne über Dinge lustig, die mich eigentlich verletzen..."

AVIVA-Tipp: Berührender und unterhaltender Film, der vor Augen führt, worauf es im Leben ankommt: Lebendigkeit! Lieber peinlich als versteinert sein! Allein das kühle, schöne Gesicht Isabelle Hupperts in Großaufnahme ist den Kinobesuch wert. Das überzeugende Debüt von Alexandre Leclère sollte sich niemand entgehen lassen!



Zwei ungleiche Schwestern
Les soeurs fâchées

Buch und Regie: Alexandre Leclère
DarstellerInnen: Isabelle Huppert, Catherine Frot, François Berléand, Brigitte Catillon
Kamera: Michel Amathieu
Produzent: Phillipe Godeau
Frankreich 2004
93 Minuten
FSK: ab 6 Jahren
Kinostart: 25. August 2005
www.zwei-ungleiche-schwestern.de

Kultur Beitrag vom 22.08.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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