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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 01.09.2005

15 Jahre Leselust - Die edition ebersbach feiert Geburtstag
Ruth Niehaus

Paris mit den Augen Simone de Beauvoirs sehen oder mit Erika und Klaus Mann die Riviera erkunden -ein Verlagsprogramm wie eine Schatzkiste. Brigitte Ebersbach im Interview mit AVIVA-Berlin.



Eigentlich wollte Brigitte Ebersbach Lehrerin werden. Doch es sah schlecht aus auf dem Arbeitsmarkt Anfang der 80er in der Schweiz und so mu├čte sie nach anderen Wegen suchen. Sie erhielt eine Assistentenstelle an der Uni Bern und feilte an ihrer Doktorarbeit. Und dann kam alles ganz anders ÔÇô ein Verleger lief ihr ├╝ber den Weg, sie schnupperte Verlagsluft und konnte schon bald nicht mehr genug davon bekommen.
Die Lehrjahre vergehen wie im Flug: freie Mitarbeiterin beim Limmat Verlag, danach Verlegerassistentin bei Scherz. 1988 gr├╝ndet sie mit vier Mitstreiterinnen 1988 den bis heute einzigen Frauenverlag der Schweiz, den eFeF Verlag, zun├Ąchst, um die Ver├Âffentlichung eines Jubil├Ąumsbandes von Wissenschaftlerinnen der Uni Z├╝rich zu erm├Âglichen. Titel: "120 Jahre Frauenstudium".
Zwei Jahre sp├Ąter machte sie ernst und mit dem Ziel, von ihren B├╝chern zu leben, hob sie die edition ebersbach aus der Taufe. Sie macht seitdem B├╝cher, welche die ganze "Vielfalt des Frauenlebens in historischer und aktueller Perspektive darstellen" und Kulturgeschichte aus weiblicher Sicht vermitteln.

AVIVA-Berlin: Die Besch├Ąftigung mit K├╝nstlerinnen / ungew├Âhnliche Frauen der 20er und 30er Jahre - ein Schwerpunkt Ihres Verlagsprogramms - st├Â├čt auf anhaltendes Interesse. Die Zeiten waren jedoch f├╝r unsere Vorfahrinnen vergleichsweise schwierig. Warum gerade verlegen Sie B├╝cher ├╝ber Frauen aus dieser Zeit?
Brigitte Ebersbach: Weil diese Frauen f├╝r mich Vorbilder daf├╝r sind, dass man auch in schwierigen Zeiten und unter schwierigen Bedingungen f├╝r ein selbstbestimmtes Leben eintreten kann. Es sind Frauen, die mit Leidenschaft, Mut und kreativer Energie in vielerlei Hinsicht ihren ureigenen Weg gehen, mit gro├čer Konsequenz, ohne Halbheiten und Mittelma├č.

AVIVA-Berlin: Wirtschaftliche Misere und Massenarbeitslosigkeit haben Frauenthemen scheinbar an den Rand gedr├Ąngt. Die edition ebersbach firmiert bewu├čt nicht als Frauenverlag. Ist es schwieriger geworden, sich mit B├╝chern von und ├╝ber Frauen zu behaupten?
Brigitte Ebersbach: Die Frauenthemen sind nur scheinbar an den Rand gedr├Ąngt, sie sind nach wie vor da, weil viele Probleme nicht gel├Âst sind. In Zeiten von Massenarbeitslosigkeit sind besonders die Frauen betroffen. Ich denke nicht, dass es schwieriger geworden ist, sich mit "Frauenb├╝chern" zu behaupten, denn viele Frauen sind gerade in dieser gesellschaftlich krisenhaften Situation auf der Suche nach befriedigenden Lebensentw├╝rfen. Was sich jedoch ge├Ąndert hat und sich auch weiterhin ├Ąndern wird, ist die Ansprache, die Art und Weise, wie ein Thema dargeboten wird, so dass es seine Leserinnen findet.

AVIVA-Berlin: Seit f├╝nf Jahren hat die edition ebersbach ihren Sitz in Berlin. Wie hat sich der Verlag in der Folge ver├Ąndert?
Brigitte Ebersbach: Wir befinden uns noch mitten im Ver├Ąnderungsprozess. Zun├Ąchst hatten wir das Ziel, uns bei den Buchh├Ąndlern und Buchh├Ąndlerinnen als Berliner Verlag bekannt zu machen. Dieses Ziel haben wir erreicht. Auch haben wir Berliner Autorinnen ver├Âffentlicht. Der n├Ąchste Schritt ist es, im Verlagsprogramm Berliner Themen zu verankern.

AVIVA-Berlin: Ebenso lange wie Ihr Verlagshaus gibt es den Verein B├╝cherFrauen e.V., 1990 in Deutschland nach dem Vorbild der englischen Women in Publishing gegr├╝ndet. Welche Bedeutung hat so ein Netzwerk f├╝r Ihr Unternehmen?
Brigitte Ebersbach: Ich bin Mitglied bei den B├╝cherFrauen. Leider konnte ich in letzter Zeit das interessante Veranstaltungsangebot aus Zeitmangel nicht wahrnehmen, ich habe aber Kolleginnen in ihrem beruflichen Werdegang als Mentorin begleitet. Au├čerdem habe ich dort Frauen aus den verschiedensten Verlagsbereichen kennen gelernt, die heute Mitarbeiterin der edition ebersbach sind.

AVIVA-Berlin: Wie w├╝rden Sie in aller K├╝rze das derzeitige Verlagsprogramm skizzieren?
Brigitte Ebersbach: Mein Verlagsprogramm widmet sich in den Bereichen Erz├Ąhlendes Sachbuch, Biografie, Geschenkbuch und literarische Kalender Frauen, die sich in keine Schablone pressen und sich nicht auf eine Rolle festlegen lassen, die sich auf St├Âckelschuhen ihren Weg bahnen, die zu ihrer weiblichen Seite stehen.

AVIVA-Berlin: Die Gr├╝ndung eines Unternehmens ist ein gro├čer Schritt. Was hat Ihnen in schwierigeren Zeiten geholfen, durchzuhalten und weiterzumachen?
Brigitte Ebersbach: Der Zuspruch und die R├╝ckendeckung verschiedener Menschen: mein Lebenspartner, meine FreundInnen, Buchh├Ąndlerinnen und Leserinnen, die mein Programm sch├Ątzen. O-Ton einer Leserin: "Ich habe schon zwanzig B├╝cher der edition ebersbach im Regal stehen und kann nicht genug kriegen."

AVIVA-Berlin: Welches Buch liegt zur Zeit auf Ihrem Nachttisch? Und welches Buch wollten Sie immer schon mal lesen?
Brigitte Ebersbach: "Die letzte Lektion" von No├źlle Chatelet. Prousts "Auf der Suche nach der verlorenen Zeit".

AVIVA BERLIN: Stellen Sie sich vor, Sie bek├Ąmen heute 1 Million Euro f├╝r Berlin. Welches Projekt w├╝rden Sie sofort retten oder ins Leben rufen?
Brigitte Ebersbach: Berliner Stadtteilbibliotheken.

AVIVA BERLIN: Welches Buch w├╝rden Sie niemals verborgen?
Brigitte Ebersbach: Keins, weil ich gerade meine Lieblingsb├╝cher gern verborge.

AVIVA BERLIN: Auf welche Neuerscheinung sind Sie gespannt?
Brigitte Ebersbach: Auf "Vincent" von Joey Goebel.

AVIVA-Berlin: Ihre Vision, Ihre Ziele f├╝r die edition ebersbach?
Brigitte Ebersbach: Konsequent an meinem Programm ÔÇô weibliche Lebensentw├╝rfe ÔÇô weiterarbeiten, dies jedoch zuk├╝nftig auch mit jungen ÔÇô heutigen ÔÇô Frauen und mit aktuellen Diskussionsbeitr├Ągen. Meine Vision: eine Buchhandlung mit allen B├╝chern ÔÇô auch und vor allem Backlist ÔÇô aus den unabh├Ąngigen Verlage zu f├╝hren.

Mehr zum Verlag unter www.edition-ebersbach.de

Kultur Beitrag vom 01.09.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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