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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 24.05.2003

Tänzerische Grenzüberschreitungen
Kirsten Eisenberg

Vom 30. Mai bis zum 14. Juni 2003 findet das Performance Festival In Transit 2003 im Haus der Kulturen der Welt statt und versammelt KünstlerInnen aus aller Welt



Customs: Nothing to Declare - ein Wortspiel mit der Doppelbedeutung des englischen Wortes "custom" ist der diesjährige thematische Leitfaden des Festivals in der "Schwangeren Auster". Ong Ken Seng, Theatermacher aus Singapur und neben Johannes Odenthal vom Haus der Kulturen auch in diesem Jahr Kurator von In Transit, erklärt: "So sehr wir uns auch sträuben, wir sind doch durch unsere kulturelle Herkunft geprägt, die wir überall mit hinnehmen." Die eingeladenen ChoreografInnen setzen in ihren Arbeiten die Themen Migration, Erinnerung und Geschichte um.

Es geht um kulturelle Grenzen, die von den KünstlerInnen mithilfe der Performing Arts überschritten werden - Grenzen zwischen Kulturen, zwischen Geschlechtern , zwischen Performance und Leben. Viele Fragen sind zu beantworten: Wann etwa überschreitet der Ausdruck eines "ethnischen" Individuums die Grenze vom unsäglichen Etikett der "Volkskunst" und erlangt globale Bedeutung? Worin bestehen heute die eigentlichen Grenzen - sind es Zollgrenzen oder aber Grenzen durch kulturelle und soziale Prägung?

Im Vergleich zum letzten Jahr hat sich der Charakter des Festivals verändert. Der Fokus von In Transit 2003 liegt auf New York. Die Metropole ist Schmelztiegel vieler verschiedener Kulturen, Fremdsein willkommen, denn sie ermöglicht eine grenzenlose künstlerische Vielfalt.
"Im letzten Jahr war das Festival sehr "secret", so Ong Keng Sen. Dieses Mal soll mehr Öffentlichkeit, mehr Prozesscharakter und mehr Diskussion ermöglicht werden.

Das Festival setzt sich aus verschiedenen Veranstaltungskategorien zusammen. Sieben Produktionen bilden das Hauptprogramm. In Postshowtalks kann das Publikum Fragen an die jeweiligen KünstlerInnen richten. Ein eher experimenteller Bereich verbirgt sich hinter dem Titel The Berlin Lab. Unter anderem anhand von Proben und Diskussionen erhalten BesucherInnen hier einen Einblick in den Arbeitsprozess der KünstlerInnen und Kuratorinnen, für die das "Laboratorium" von In Transit ein Ort der interkulturellen Begegnung, des Dialogs und Forum für die Entwicklung neuer Koproduktionen ist. An den Wochenenden dürfen dann auch die Besucher das Tanzbein schwingen, wenn DJs und Videokünstler das Festival mit Clubbing Customs abrunden.

Foto: D. BlumHochrangiges spirituelles Medium und Mitbegründer der modernen afrikanischen Tanzszene - der aus Benin stammende Choreograf und Tänzer Koffi Kôkô verbindet in seiner neuesten Choreografie seine beiden "Berufe". Die Auftragsproduktion für In Transit "Les feuilles qui résistent au vent", in der mit moderner Körpersprache von uralten Voodoo -Riten erzählt wird, eröffnet am 30.Mai 2003 das Festival. "Wir haben drei Körper", so Kôkô, "den physischen, den spirituellen und den der Erinnerung." Auch seine Choreografie ist daher grenzüberschreitend, wenn im Tanz alle drei Momente miteinander vereint werden.

Einen für Berlin ganz besonders interessanter Programmpunkt stellt sicherlich Ping Chongs "Undesirable Elements Berlin" dar. Der New Yorker Theatermacher und Künstler realisierte bereits 22 Inszenierungen in 17 verschiedenen Städten. Jede davon ist aber einzigartig, denn die Performer sind Laiendarsteller, die Ping Chong in der jeweiligen Stadt von der Strasse auf die Bühne holt und die allesamt die Erfahrung von Migration oder mehrfacher kultureller Zugehörigkeit teilen. Nun beantworten sechs BerlinerInnen was es heißt, in ihrer Stadt "anders" zu sein.

Ein weiterer Bestandteil des Hauptprogramms ist Ismael Ivos Modern-Dance-Performance "Mapplethorpe", welche auf seiner Begegnung mit dem gleichnamigen Fotografen, Robert Mapplethorpe, Mitte der 80er basiert. Durch intime bis masochistische Aufnahmen nackter Körper erregte Mapplethorpe großes Aufsehen in der amerikanischen Gesellschaft, besonders umstritten ist seine Sexualisierung und Ästhetisierung des schwarzen Männerkörpers. Ismael Ivos Stück ist eine Hommage an den 1989 Verstorbenen, in der er die Problematik von Mapplethorpes Mystifizierung des schwarzen Körpers überspitzt tänzerisch darstellt.

Eine Kooperation zwischen In Transit und den Fernsehkanälen ZDF Theaterkanal sowie ARTE ermöglicht zudem die Entstehung innovativer Tanzfilme. Die Produktionen von Koffi Kôkô und Ong Keng Sen sind Basis von zwei Filmen und einer Dokumentation, die gegen Ende des Jahres ausgestrahlt werden sollen.

Alle Informationen zu Terminen und Tickets (Preise bis 14 EURO) finden Sie unter www.in-transit.de.



IN TRANSIT 2003
Customs: Nothing to Declare

30.05. -14.06.2003
Haus der Kulturen der Welt
John-Foster-Dulles-Allee 10
10557 Berlin

Kultur Beitrag vom 24.05.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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