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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 17.10.2005

Wir waren niemals hier - Ein Film von Antonia Ganz
Tatjana Zilg

Seit 18 Jahren ist die Berliner Band Mutter ein Phänomen der Musikszene ohne je kommerziellen Erfolg erlangt zu haben. Ein Zeitdokument über Postpunk, die 80er Jahre, Performancekunst nach der Wende



Sich nie einordnen lassen und sich selbst treu bleiben - Diese Essenz der Botschaft des frühen Punks wird von den fünf Mutter-Musikern verkörpert wie von keiner anderen Band. Innerhalb von fast zwei Jahrzehnten hat ihre Position in der deutschen Musiklandschaft eine immense Entwicklung genommen.

Nie wollten sie den Erwartungen des Publikums entsprechen. Nicht selten war eine Folgeplatte das genaue Gegenteil der vorigen.
Dennoch haben sie zu einem weitaus prägnanteren Stil gefunden als so manch andere Band der Gegenwart.

Antonia Ganz drehte einen aussagekräftigen und empathischen Dokumentarfilm über die Männertruppe. Die Hintergründe der Musikerpersönlichkeiten werden auf feinfühlige Art deutlich: Der Vater von Max Müller, Sänger der Band, war sein Leben lang ein fleißiger Arbeiter, der sich seiner Tätigkeit in einer Autofabrik völlig untergeordnet hatte, bis er mit über fünfzig Jahren Selbstmord beging. Die beiden Brüder Max und Wolfgang Müller zogen nach Berlin, wo sie schnell Anschluss an die Szene bekamen. Der jüngere fand seinen musikalischen Platz bei "Mutter", der ältere bei der "Tödlichen Doris". Der Schlagzeuger der Band, Florian Koerner von Gustorf, wurde, als der große Durchbruch mit "Mutter" ausblieb, zugleich Filmproduzent. Sein Werk "Die innere Sicherheit" wurde mit dem Bundesfilmpreis in Gold ausgezeichnet. In einem Ausschnitt der Verleihung im Juni 2001 ist zu sehen, wie er sich auf sehr sympathische Art über diese Anerkennung freut.

ZeitgenossInnen wie der Spex-Journalist Diedrich Diederichsen, die Wahlberlinerin und Musikerin Francoise Cactus, der "ZickZack"-Labelbetreiber Alfred Hilsberg und viele andere schildern ihre Begegnungen und Wahrnehmungen über die Band, die sich niemals einordnen ließ. Wenn die Wohngemeinschaft dreier der Musiker in der Böckhstrasse zur Anfangszeit der Band beschrieben wird und anhand von Fotos ein absolut chaotischer Zustand ersichtlich wird, erzeugt dies humorige Sympathie und entspannt angesichts der heutigen Messie-Debatte. Francoise Cactus erzählt, wie sie Max Müller in einem Zimmer voll Papieren und einigen anderen undefinierbaren Dingen besuchte. Mit wehmütigen Lächeln erinnert sie sich an die Zeit, wo dort die ersten Mutter-Konzerte zum Eintritt von Einer-Mark stattgefunden haben.

Der Film bietet einen ausgewogenen Querschnitt von den Anfängen bis in die Gegenwart. Antonia Ganz begleitete "Mutter" auf ihrer Tournee durch Deutschland und die Schweiz und verknüpft private Super-8-Bilder mit der Bandhistorie und den ungewöhnlichen Biografien der Musiker.

AVIVA-Tipp: Ein humorvoll-melancholischer Rückblick auf einen Ausschnitt Musikgeschichte, der symbolisch ist für künstlerische Kreativität außerhalb des Mainstreams und gleichzeitig die Vielfältigkeit der Entwicklungen in der Independent-Szene wiederspiegelt.

Wir waren niemals hier
Deutschland 2005, 97 Minuten
Regie: Antonia Ganz
DarstellerInnen: Max Müller, Frank Behnke, Kerl Fieser, Florian Koerner von Gustorf, Tom Scheutzlich, Jörg Buttgereit, Francoise Cactus, Diedrich Diederichsen, Jochen Distelmeyer, Marc Elsner
Kinostart: 20.10.2005
Verleih: www.salzgeber.de

Die Band Mutter im Web:
www.muttermusik.de
www.maxmueller.org

Kultur Beitrag vom 17.10.2005 AVIVA-Redaktion 

   




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