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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 16.02.2006

Die Königin der Revue - Mit Joséphine Baker
Constanze Geißler

Durch schablonencolorierte Originalaufnahmen des französischen Varietétheaters Folies-Bergère lässt der Stummfilm tief in die Zeit der Goldenen Zwanziger Jahre blicken.



Manchmal ist es doch so: Ist Frau zur richtigen Zeit am richtigen Ort, können ihre Träume in Erfüllung gehen. Wie bei der Pariserin Gabrielle Derisau (Hélène Hallier) mit den kleinen Füßen. Weil sie bei einer Revue eine Wettbewerbsgewinnerin vertreten kann und mühelos in einen winzigen Schuh schlüpft, erhält die arbeitslose Schneidergehilfin vom Direktor ein Engagement. Sie ist das siegreiche Aschenputtel der Folies-Bergère. In dem Varietétheater, das neben dem Moulin Rouge das bedeutendste des Paris der 20iger Jahre war, tanzt sie sich in ihr Glück.
Doch Gabrielle Derisau ist nicht die "Königin der Revue". Die ist noch immer Joséphine Baker.

Vielfältige Originalaufnahmen von Tänzerinnen des Varietétheaters hat Regisseur Joé Francys in die Geschichte der Aufsteigerin Gabrielle hineinmontiert. Mitunter verliert man während des Zuschauens leicht die Orientierung und glaubt, die Shows vor den glamourösen Bühnenbildern im Jugendstil mit den leuchtend begeisterten Augen der jungen Pariserin zu sehen.
Die von der Kamera gefilmten gleichförmig in die Luft schwingenden Beine der Tänzerinnen vermitteln die Revue mitunter als Teil einer Massenkultur. Dass darin das Individuum abgeschafft sei, haben schon damalige Kritiker festgestellt. Doch der Film zeigt auch andere, weitaus individuellere Tänze, in denen die einzelnen Künstlerinnen den Mittelpunkt der Show bilden. Joséphine Baker allerdings ist mit nur wenigen Auftritten im Film vertreten.
Doch es ist beeindruckend, wenn die Charleston tanzende Künstlerin, deren Darbietungen als wild, parodistisch und hemmungslos gelten, in Echt (und in Farbe) zu sehen ist.

Insgesamt drei Stummfilme hat Joé Francys seiner Zeit den Frauen des Folies-Bergère gewidmet. Der Film "Die Königin der Revue" von 1927 erscheint nun in der Arte Edition in restaurierter Fassung. Die Musik für den Stummfilm mit schablonencolorierten Szenen hat die Band Taranta-babu! 2005 aufgenommen.
Ihr Genre der Weltmusik - viel Saxophone, Posaune und Schlagzeug - überzieht die Revue der 20iger Jahre mit einer ungewöhnlichen Modernität.
Einige der Tänze hat die Band Taranta-babu! sehr gelungen interpretiert.
Die Choreographie der Tänze und der Rhythmus und Klang ihrer Musik zaubern eine eigene Erzählung. Doch es müsste mehr von solchen Szenen geben. Und auch Joséphine hätte öfters auf der Bühne auftreten dürfen.

AVIVA-Tipp: Ein raffinierter Stummfilm, der wegen seiner Originalaufnahmen ein Zeitdokument ist. Ein Muss für jede/n Schwärmer/in der tobenden, Goldenen Zwanziger und alle, die es werden wollen.

Über Joséphine Baker:
Joséphine Freda MacDonald wurde am 03.Juni 1906 in St. Louis, im US-Bundesstaat Missouri als uneheliche Tochter einer Afrikanerin, der Waschfrau Carrie McDonald, und des jüdischen Schlagzeugers Eddie Carson geboren. Sie wächst in großer Armut auf und erlebt mit elf Jahren ein Pogrom in ihrem Heimatort. Im Jahr 1925 schafft sie den Sprung nach Europa. Da hat die 19-jährige ihre erste Karriere am Broadway in New York schon hinter sich. Fortan begeistert sie als Star der Revue das Publikum des Pariser Nachtlebens. Auftritte in Berlin, Wien, Brüssel folgen. Mit dem Geld, das sie verdient, hält sich Baker sogar einen Privatzoo.
Während der NS-Zeit ist sie bei der französischen Widerstandsgruppe Résistance aktiv. Aus Kritik am Rassismus und national übersteigerten Ideologien gründet die Künstlerin nach dem 2. Weltkrieg ein Waisenhaus, adoptiert zwölf Kinder verschiedener Herkunft und Religion. Ihre private Welt in der Dordogne, in der es neben dem Waisenhaus auch einen Nachtclub, Bauernhof und Freizeitpark gibt, kann sie finanziell jedoch nicht halten. Joséphine Baker veramt, die Kinder werden ihr entzogen. Nach einem glänzenden Comeback in Paris, das Freunde ihr ermöglichen, stirbt sie am 12.April 1975.

Über Arte Edition:
Der Filmverlag der Spezialisten hat sich mit dem TV-Sender ARTE verbündet und veröffentlicht bei absolut Medien DVDs, die Höhepunkte internationaler und deutscher Filmkunst zeigen, preisgekrönte Spielfilme, Dokumentationen und andere filmische Raritäten.

Die Königin der Revue
Ein Stummfilm von Joé Francys

Frankreich 1927 (2005)
103 Minuten
Mit Joséphine Baker und André Luguet, Filmmusik (2005) von Taranta-babu!

DVD-Infos:
Bildformat: 4:3, s/w, teilweise schablonencoloriert
Ton: Dolby Stereo 2.0
Menüs in Französisch/Englisch/Deutsch
Zwischentitel: Englisch/Deutsch/Dänisch
Bonusmaterial:
UN POMPIER QUI PREND FEU (Ein Feuerwehrmann fängt Feuer)
burlesker Kurzfilm, s/w, F 1928
MODE DE PARIS
Dokumentarfilm, koloriert, F 192690008115&artiId=5277000

Kultur Beitrag vom 16.02.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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