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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 17.06.2003

Cars von Andy Warhol und Cars From Above von Robert Longo
Gastautorin Sabine Grunwald

Das Automobil, ein Fetisch unserer Konsumgesellschaft? Die Sammlung DaimlerChrysler Contemporary zeigt im Haus Huth Auftragsarbeiten, die 1986 zum 100jährigen Firmenjubiläum entstanden



Die Werke der Künstler Andy Warhol mit seiner Serie "Cars" und Robert Longo mit "Cars from Above" stehen ganz im Zeichen des Automobils.
Das Thema als Fetisch einer expandierenden Konsumgesellschaft begleitet Warhols gesamtes frühes Werk.
Für Warhol ist das Auto Marke und Menetekel, Symbol für wirtschaftliche Prosperität und individuelle Freiheit, Erfüllung und Verhängnis. Es erzeugt massenhaftes Begehren und manchmal wird es zum Mythos, wie der des in den Tod gerasten James Dean. Sein rückhaltloses Bekenntnis zur Business Art der "besten" Kunst machte Warhol zur unangefochtenen Leitfigur der Pop-Art.

Robert Longo, Ohne Titel (1996).
Foto: Andreas Freytag, Stuttgart
25 Jahre später, zum hundert-jährigen Jubiläum der Erfindung des Automobils 1986 kehrt mit dem Auftrag der damaligen Daimler-Benz AG das Automobil als Motiv und Ikone der Mobilität in das Werk Warhols zurück. Er hat sich als Partner von Auftragssituationen empfunden, deren Ziel die Überführung eines Produkts in einen anderen Kontext war. In den Kontext der Kunst, in den Kontext der "Warhol Aura". Die Attraktivität von Warhols Bildern hängt unmittelbar mit der Ikonizität ihres Gegenstandes zusammen. Seine Bilder sind deshalb schlagend, weil schon der Umriss des Dargestellten Teil unseres kulturellen Gedächtnisses ist. Weil wir nicht erkennen, sondern wiedererkennen, was wir bereits "unbewusst" kennen.
Unter diesem Gesichtspunkt muss man die Auftragsallianz zwischen Andy Warhol und Mercedes Benz als einen Glücksfall bezeichnen.
Hier sind sich, "merkantil" gesprochen, zwei Spitzenprodukte begegnet, die jedes in ihrem Bereich absolut "top" sind. Der Name Warhol hat im Kunstbereich eine "mythische" Attraktion, wie die Besucherzahlen seiner Ausstellungen beweisen.
So auch der Markenname Mercedes-Benz, der - materialisiert im Symbol des Stern - in der warenproduzierenden Gesellschaft des 20. Jahrhunderts ein gesichertes Feld von Konnotationen hat: schön, schnell, modern, qualitätvoll.
Entscheidend ist, dass die Marke sich vom Produkt ebenso löst wie vom Produzenten. Erst wenn dieser Abstraktionsvorgang gelingt, wenn sich die "Aura" vom Produkt auf die Marke überträgt, verifiziert sich "Wert" als immaterielle, unangreifbare Größe.
Mit seiner Bildserie "Cars" von 1986/87 ist Andy Warhol prominent in der Sammlung DaimlerChrysler vertreten. Als seine letzte Bildfolge blieb diese Arbeit unvollendet.
Bis zu seinem Tod im Jahr 1987 konnten von insgesamt rund 80 geplanten Werken der "Cars"-Serie lediglich 35 Bilder und zwölf Zeichnungen realisiert werden.
Aus dem Rahmen von Warhols spezifischer Ikonographie des Alltags fallen die raren Oldtimer und exklusiven Modellautos nur scheinbar heraus. Allseits begehrte, für die Massen jedoch kaum verfügbare Luxusprodukte, als Objekte der allgemeinen Begierde und Fetischisierung, weisen sie typische Merkmale auf, die auch den anderen Themenkreisen Warhols eigen sind.

Andy Warhol, Mercedes-Benz Formel-I-Rennwagen W 196 R Stromlinie (1954).
Foto: Uwe Seyl, Stuttgart
Robert Longo erhielt 1995 den Auftrag, anknüpfend an Andy Warhols unvollendete "Cars"-Serie, mehrere Mercedes-Modelle darzustellen. Es entstanden fünf großformatige Zeichnungen (Kohle/Graphit), "Cars from Above", die Modelle der 80er und 90er Jahre aus der Vogelperspektive zeigen. Außerdem "Big Red Car", ein Airbrush-Gemälde mit dem Mercedes SLK Kompressor in Seitenansicht.
Der Sportwagen, 1997 der Öffentlichkeit vorgestellt, erscheint vergrößert und wie schwebend. Den Illusionismus der plastischen Darstellung durchkreuzt dabei die Zerlegung des Aluminium-Bildes in 100 Teile. Longos charakteristisches Verfahren des Hyperrealismus arbeitet entgegen dem schnellen Blick auf glänzende Oberflächen. Sein Werk problematisiert stattdessen normierte, schwarz-weiß, vereinfachte Denkmuster, mittels derer der man die Welt zu verstehen und zu konsumieren glaubt.


Zu der Ausstellung ist eine ausführliche Buchpublikation zu erwerben.
Andy Warhol. Cars/Business Art
Auftragswerke für die DaimlerChrysler AG von Andy Warhol, Robert Longo, Simone Westerwinter und Mathis Neidhart, 144 Seiten, 125 Farbabbild, dt. und engl., 39 €.



DaimlerChrysler Contemporary
Potsdamer Platz, Haus Huth
Alte Potsdamer Str. 5, 10785 Berlin
E-mail: kunst.sammlung@daimlerchrysler.com
www.sammlung.daimlerchrysler.com
Täglich bis 24.08. 11-18.00 Uhr, Eintritt frei, Führungen Samstag 15 Uhr, (2,50 €)
Öffentliche Führung, "Kunst und Architektur am Potsdamer Platz"
jeden ersten Samstag im Monat, (7,50 Euro)S 15 - 16.30 Uhr.

Kultur Beitrag vom 17.06.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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