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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 17.06.2003

Girafot. Eröffnungsfilm des 9. Jüdischen Film Festivals Berlin
Natasa Konopitzky

Eine Halskette mit Giraffen, folgenschwere Verwechslungen und nichts ist mehr, wie es war... Unterhaltsam-tiefe israelische Komödie von Tzahi Grad



Nikotinsucht kann verheerende Folgen haben! Denn wären der Reporterin Abigail nicht die Marlboro Lights ausgegangen, dann hätte sie nicht das Haus verlassen, wäre nicht in das Auto vor der Haustür eingestiegen ... und der Abend im Leben von drei jungen Frauen, die im selben Mietshaus wohnen, wäre wie geplant verlaufen. Die Schauspielerin Dafna wäre bei Filmaufnahmen und die einsame Efrat beim Blind-Date. Doch alles kommt durcheinander: Die Reporterin landet beim Dreh, die Schauspielerin beim Date und die Einsame bleibt alleine zurück. Chaostheorie auf Israelisch. Eine Verwechslung löst eine Lawine von Ereignissen aus, die das Leben der drei Frauen, eines Anwalts und eines Kriminalbeamten entscheidend verändert.

Mit Girafot präsentiert der israelische Schauspieler Tzahi Grad seine erste Regiearbeit und ist dabei auch gleichzeitig für Drehbuch und Produktion verantwortlich. Der Film bietet alles, mit dem ein Hollywood-Kassenschlager aufwarten würde: Sex, Gewalt, Liebe, Freundschaft, Einsamkeit, Mord, Verzweiflung, Eifersucht und Humor. Doch glücklicherweise haben wir es mit keiner glatten Blockbuster-Produktion zu tun. Gerade die Imperfektionen machen "Girafot" sympathisch. Dass der Anwalt nicht durchgehend als Anwalt erscheint und der Kriminalbeamte nicht unbedingt als Kriminalbeamter, zeigen Mängel an der Regiearbeit. Aber genauso wie das etwas überladene Drehbuch verzeiht frau das dem Film gerne. Im Endeffekt liefert Grad eine unterhaltsamen und spannende Tragikkomödie über das Beziehungsgeflecht von fünf jungen Menschen.

Girafot
Regie: Tzahi Grad, Israel 2001, 115 min
Hebräische OV, Engl. UT, deutsch eingesprochen
Deutschlandpremiere im Rahmen des 9. Jüdischen Film Festivals Berlin
Kino Arsenal, Potsdamer Straße 2, Berlin-Mitte

Kultur Beitrag vom 17.06.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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