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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 11.05.2006

Moolaadé - Bann der Hoffnung
Constanze Geißler

O. Sembené gilt als der bedeutendste Regisseur Schwarzafrikas. Tief in der afrikanischen Kultur verankert, zeigt der Film eine vielschichtige Auseinandersetzung mit der Tradition der Beschneidung.



Auf dem Markt- und Versammlungsplatz eines afrikanischen Dorfes steht eine islamische Kirche in faszinierender Architektur. Gemeinsam mit dem muslimischen Glauben kam der Brauch der Beschneidung in das Dorf. Als Hüterinnen der Tradition sorgt eine Gruppe von Frauen in roten Gewändern voller Überzeugung für deren Vollstreckung.

Die Kamera begleitet Mütter zum heiligen Zirkel eines abgelegenen Wäldchens, wo die sich wehrenden Kinder in die Hände der Beschneiderinnen gegeben werden. Doch niemals offenbart der Film die körperlichen Verstümmelungen an den jungen Mädchen, sondern hält respektvoll Abstand.

Regisseur Ousmane Sembené zeigt in "Moolaadé" den Einfluss der Beschneidung auf das gemeinschaftliche Zusammenleben eines Dorfes. Eine unbeschnittene Frau, die als unrein gilt, darf nicht in den Stand der Ehe treten. Dieses unanfechtbare Gesetz mussAmasatou (Salimata Traoré) erfahren, deren Mutter Collé (Fatoumata Coulibaly) sie im Kindesalter vor der Beschneidung schützte.
Als vier Mädchen in den Innenhof des Wohnkomplexes flüchten, wo Collé gemeinsam mit ihrer Großfamilie lebt, wiederholt sich eine ähnliche Situation: Die Mädchen bitten um den Schutz der jungen Frau. Collé zieht ein buntes Seil vor die Tür: Es ist die Moolaadé, die sie errichtet. Ein Zauber, der den Beschneiderinnen den Zugang zum Innenhof verwehrt, in dem die Mädchen vor der drohenden Beschneidung sicher sind.

Mit ihrem Tun greift Collé die Autorität der Dorfältesten an, die die gemeinschaftliche Ordnung repräsentieren und auf dem Marktplatz Versammlungen abhalten. Schlägt einer von ihnen mit dem Zepter auf den Boden, dann wird schnell klar, dass die Männer nicht zulassen, eine Tradition in Frage zu stellen. Das Patriarchat duldet keine Auflehnung der Frauen.
Deshalb lassen sie demonstrativ die Radios der Bewohnerinnen verbrennen, durch die, nach Ansicht der Männer, der revolutionäre Geist ins Dorf kam.

Doch am Ende des Filmes hat sich eine Frauenbewegung gebildet, die gegen die Unterdrückung rebelliert. Als "leidenschaftlicher Kämpfer für die Abschaffung der Beschneidung" nutzt Regisseur Ousmane Sembené die Kraft des Filmes, um eine gewinnende Veränderung herbeizuführen.

AVIVA-Tipp: Ein zutiefst ehrlicher Film, der seinen ZuschauerInnen die Kultur Afrikas unverfälscht vermittelt und zugleich ein überzeugtes, filmisches Plädoyer gegen die Tradition der Beschneidung ist.



Moolaadé - Bann der Hoffnung

Senegal, Frankreich, Burkina Faso, Kamerun, Marokko, Tunesien 2004
Regie: Ousmane Sembene
DarstellerInnen: Fatoumata Coulibaly, Maimouna Hélène Diarra, Salimata Traoré, Dominique Zeïda, Mah Compaoré, Aminata Dao
Lauflänge: 120 Minuten, OmU
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 11.05.2006

Kultur Beitrag vom 11.05.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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