Wo sind die Rillen auf der CD? - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

Lucian Freud Poryes 2017 Happy End
Aviva-Berlin > Kultur
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   J├╝disches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2017




Happy Birthday AVIVA




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild f├╝r das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in gr├Â├čerer Schrift!

TIPP: ├╝ber den Zur├╝ck-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 29.06.2003

Wo sind die Rillen auf der CD?
Kirsten Eisenberg

Nach dem Nena-Revival setzt auch "Verschwende Deine Jugend" auf das Comeback des Jahrzehnts mit dem schlechtesten Klamottengeschmacks aller Zeiten



Nach 1975 Geborenen wird der Titel dieses Films wom├Âglich nichts sagen. Andere, die ihre Jugend im Deutschland der 80er verlebten und rLeggings, Nieteng├╝rtel oder wei├če Sockenr spazieren trugen, wissen sofort, dass es sich hier um einen Songtitel der Band DAF (Deutsch-Amerikanische- Freundschaft) handelt, die mit Gruppen wie den Fehlfarben, Ideal und Palais Schaumburg die Neue Deutsche Weller ausl├Âste.

M├╝nchen, 1981. Im Mittelpunkt der Geschichte steht Harry (Tom Schilling), ein schm├Ąchtiger, 19 j├Ąhriger Sparkassenauszubildender. Harrys wahre Leidenschaft verr├Ąt ein DAF-Sticker auf seinem Revers: er lebt f├╝r die Musik und f├╝r sein Dasein als Manager der grandiosen M├╝nchner Band "Apollo Schwabing". Dass die Gruppe so grandios ist, wissen au├čer Harry bisher leider nur die Bandmitglieder und Freunde Vince (Robert Stadlober), Melitta (Jessica Schwarz) und Freddie (Marlon Kittel).

Als ein Auftritt mit Stromausfall und einem Verriss in der angesagten Musikzeitschrift "Sounds" endet und die Band Harry mangelndes Engagement vorwirft, will der schmale J├╝ngling mit den gr├Â├čenwahnsinnigen Ideen es sich selbst und allen anderen zeigen. Er setzt aufs Ganze und organisiert ohne R├╝cksicht auf pers├Ânliche Verluste ein DAF-Konzert im Circus Krone mit "Apollo Schwabing" als Vorgruppe. Um das k├╝hne Vorhaben zu realisieren, verschachert Harry sogar seine Plattensammlung, riskiert obendrein die Zuneigung der s├╝├čen Lena (Nadja Bobyleva) und seinen Job. Doch es gibt wichtigere Probleme: Auch als die Plakate schon h├Ąngen, haben DAF noch keinen blassen Schimmer von ihrem M├╝nchner Auftritt, obendrein ger├Ąt Vince in eine Schaffenskrise und ein Eifersuchtsdrama um Vince, Melitta, Harry und Lena nimmt seinen Lauf...

Mithilfe von rund 1000 Komparsen, authentischen Outfits und Designs (Eiche rustikal l├Ąsst gr├╝├čen) beamt Regisseur Benjamin Quabeck das Publikum in die fr├╝hen 80er. Originelle Details verst├Ąrken den Effekt: so fragt sich Harry beim Anblick des Prototyps einer CD, wo da jetzt die Rillen sind.
Schon mit seinem preisgekr├Ânten Abschlussfilm an der Filmakademie "Nichts bereuen" machte Quabeck sich einen Namen. An den fr├╝hen 80ern und ihrer Musik faszinierte ihn vor allem die fehlende Scheu davor, sich l├Ącherlich zu machen. Da er in der Hochphase der NDW gerade erst 5 Jahre alt war, betrieb er anhand von Fernsehdokumenten oder alten Sounds- und Musikexpress-Ausgaben eingehende Recherchen.

Tom Schilling und Robert Stadlober schlossen schon w├Ąhrend der Dreharbeiten zum gemeinsamen Film "Crazy" Freundschaft. Tom Schilling sagt nach dem Dreh, dass er sich f├╝r ein Leben in den Achtzigern entscheiden w├╝rde. Ihn beeindruckt die damalige Jugendkultur und deren Ideologien. Dem stimmt Jessica Schwarz (bekannt aus VIVA und "Nichts bereuen") zu, sie ist allerdings auch froh, dass trotz des Retrotrends manche Dinge wie z.B. fette Schulterpolster nicht zur├╝ckgekommen sind.

Neben den Darstellern spielt nat├╝rlich die NDW-Musik eine Hauptrolle. Lee Buddha (er komponierte bereits die Filmmusik zu "Nichts bereuen") recherchierte in den Platten von damals und kreierte die fiktive Band "Apollo Schwabing" samt 5 Songs, die von den SchauspielerInnen gespielt und gesungen werden.

"Verschwende Deine Jugend" ist ein mitrei├čender, origineller Film ├╝ber Jugend, Liebe, Freundschaft und Musik. Wenn Sie das Gef├╝hl fr├Âhlicher Beschwingtheit nach Verlassen des Kinos noch ein Weilchen l├Ąnger am Leben erhalten wollen: Ab dem 30.06. 2003 gibt es den Soundtrack zu kaufen.
Mehr ├╝ber die Jugendkultur der 80er kann in J├╝rgen Teipels Sachbuch "Verschwende Deine Jugend" nachgelesen werden.



Verschwende Deine Jugend
Regie: Benjamin Quabeck
Mit: Tom Schilling, Robert Stadtlober, Jessica Schwarz, Marlon Kittel u.a.
Musik: Lee Buddah
Deutschland, 2003
Verleih: Constantin Film
Kinostart: 03. Juli 2003

Kultur Beitrag vom 29.06.2003 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken