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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 02.07.2003

Lügen, Sex- und Videosucht
Hilde Meier

In Auto Focus verfilmt Taxidriver-Regisseur Paul Schrader die wahre Geschichte des sexsüchtigen Radiomoderators Bob Crane. Ein ruhmreicher Aufstieg, die Demontage und ein nie geklärter Mord



"Männer brauchen Spaß und ein Tag ohne Sex ist ein verlorener Tag."
So sehen es Bob Crane, Schauspieler (Greg Kinnear), und sein Freund John Carpenter (wunderbar fies gespielt von William Dafoe). Dementsprechend nutzen sie die Zeit für sexuelle Spiele aller Art.

Paul Schraders hat in Auto Focus die amerikanische Doppelmoral der 60er Jahre verpackt und eine Filmbiografie des sexsüchtigen Bob Crane entworfen: Aufstieg, Abwärtsspirale, Exodus.

Der Radiomoderator und DJ Bob Crane will immer einen bleibenden Eindruck hinterlassen. Als Hauptdarsteller einer umstrittenen Holocaust-TV-Serie schnell erfolgreich geworden, steigt ihm der Ruhm zu Kopf. Er wird ein Star, gleichzeitig entpuppt sich der "treue Ehemann und biedere Familienvater" als Sexsüchtiger, der in der Garage Pornohefte vor seiner Frau versteckt.

Er lernt John Carpenter und durch ihn die brandneue Videotechnik kennen, die sogleich zum Einsatz kommt. Denn der zwielichtige Freund bringt ihn dazu, seine fast täglichen Sex-Eskapaden auf Video aufzunehmen. Durch diese Obsession für Striplokale, Swingerclubs und Pornofilme zerbrechen seine beiden Ehen, doch Bob Crane merkt nichts.

Auch als es mit seiner Karriere rapide bergab geht, will er das, trotz Warnungen seines treuesten Freundes, des Agenten Lenny, nicht wahrhaben. Er spielt weiter den Sonnyboy, ist scheinbar immer oben auf. In Wirklichkeit vollzieht sich sein Abstieg mehr und mehr, zum Schluss bleibt für den "Aussätzigen der Unterhaltungsindustrie" eine TV-Kochsendung.

Nach dem Tatsachen-Roman von Robert Graysmith "The Murder of Bob Crane" ist das Drehbuch von "Auto Focus" entstanden. Regisseur Paul Schrader hat aus dem bislang ungeklärten Mord an dem Schauspieler Bob Crane einen Spielfilm gemacht. Als er aus dem Karussell der sexuellen Perversionen aussteigen will, und sich von John Carpenter lossagt, wird er ermordet.

Bob Crane war 1978 beliebter Hauptdarsteller der amerikanischen Erfolgsserie "Ein Käfig voller Helden". In Auto Focus wird aus "heroes" ironischerweise eine "Holocaust-Komödie". So endet die Geschichte eines Helden düster, des "Hogan´s Hero", dessen Motto lautet: "Helden versuchen nie, Helden zu sein, sie sind es einfach..."

In San Sebastian und auf dem Filmfestival von Toronto wurde Auto Focus mit tosendem Beifall bedacht. Dennoch ist die authentische Story über Lügen, Sex und Videos zotig für Menschen angelegt, die über blöde Sex-Witze und Sexdarstellungen immer lachen können.



Auto Focus
Regie: Paul Schrader
Drehbuch: Michael Gerbose
105 Minuten
FSK ab 12 Jahren
www.autofocus-der-film.de
Verleih: Columbia TriStar Film GmbH

Kultur Beitrag vom 02.07.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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