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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 23.02.2006

Syriana
Tatjana Zilg

Die Machtspiele im weltweiten Ölgeschäft als Politthriller mit hohen Staraufgebot. Amerikanische Geschäftsinteressen entgegen dem Reformwillen eines jungen arabischen Prinzen. Von Stephen Gaghan



Bei der Berlinale sorgte George Clooney für Glamour-Schlagzeilen, als er die Stadt zur Premiere von "Syriana" besuchte. Nun läuft der Film in den Multiplexen an. Er spielt den desillusionierten CIA-Agent Bob Barnes, der nach einem fehlgeschlagenen Auftrag in Thereran von seiner langjährigen Tätigkeit in den arabischen Ländern zurück in die USA berufen wird. Dort muss er sich mit Selbstzweifeln auseinandersetzen und versucht, den Kontakt mit seinem Sohn zu intensivieren, wird aber zurückgestoßen. Deswegen ist er fast erleichtert, als ihm die Regierung einen neuen Undercover-Auftrag zuteilt: Er soll den reformwilligen Prinzen Nasir (Alexander Siddig) ermorden. Dieser hat die Erdgasbohrrechte, die bisher der texanische Energie-Gigant "Connex" innehatte, aufgrund eines höheren Angebotes den Chinesen zugesprochen.

Jimmy Pope (Chris Cooper) dagegen hat soeben mit seiner kleinen texanischen Ölfirma "Killen" die hart umkämpften Bohrrechte für die begehrten Ölfelder in Kasachtan ergattert. Dadurch wird Killen für Connex äußerst interessant, denn die große Firma braucht jetzt ein neues Betätigungsfeld, um die Produktionskapazität auszulasten.

Auch die Energy Trading Company in Genf hat ihre Hände im weltweiten Ringen um den maximalen Gewinn aus dem Geschäft mit dem begehrten arabischen Öl. Der Energie-Analyst Bryan Woodman (Matt Damon) hat eine gute Position in der Filiale in Genf. Als er mit seiner Familie zu einem Fest von Prinz Nasir und seinem Vater in Marbella eingeladen ist, kommt sein kleiner Sohn ums Leben. Verstört fährt das Ehepaar in die Schweiz zurück. Während einer Geschäftsreise nach Arabien kommt es zu einem Disput, wo Bryan gegenüber Prinz Nasir in harten Worten seine Besorgnis darüber äußert, wie verschwenderisch und sinnlos die arabischen Länder mit den Bodenschätzen umgehen. Zu seiner Überraschung stößt er damit bei Prinz Nasir auf offene Ohren. Er stellt den dynamischen Amerikaner als Wirtschaftsberater ein. Doch das Spinnennetz internationaler Intrigen hat sich schon längst um den eigensinnigen Prinzen gespannt. Obwohl Bob mehr und mehr Zweifel an seinem Auftrag bekommt und schließlich mit dem Vorhaben fehlschlägt, ist Nasir der Willkürlichkeit amerikanischer Interessen ausgesetzt.

Ganz unmittelbar betroffen von diesen Machtkämpfen sind die pakistanischen Gastarbeiter auf den Ölfeldern am unteren Ende der sozialen Skala.
Nach der Übernahme der Chinesen haben Saleem Ahmed Kahn (Shahid Ahmed), sein Sohn Wasim (Mazhar Munir) und dessen Freund Farooq (Sonell Dadrall) ihre Jobs verloren. Neue Arbeit zu finden gestaltet sich extrem schwierig und ihr Aufenthaltstatus wird unsicher. Nur in der örtlichen Madrassa finden sie eine Gemeinschaft, wo sie sich willkommen und akzeptiert fühlen. Das Unvermeidliche geschieht, sie werden dort als Selbstmordattentäter ausgebildet.

Dies sind die Haupterzählstränge des Politthrillers, die gleichwertig nebeneinander verfolgt werden. Die Überschneidungen der Wege der ProtagonistInnen sind vergleichsweise gering, die Zusammenhänge erklären sich stark durch die teils sehr polemischen Dialoge. Die Identifikation und dadurch das Einlassen in die Story fällt deshalb nicht leicht. Hohe Konzentration und Aufmerksamkeit sind gefordert.

Stephen Gaghan führte Regie und schrieb das Drehbuch. Bisheriger Höhepunkt seiner Karriere war das Drehbuch von "Traffic – Macht des Kartells", Regie Steven Soderbergh – eine schonungslose Analyse der hohen Einsätze und Risiken im Drogenhandel.

AVIVA-Tipp: Erklärtes Ziel der MacherInnen von "Syriana" ist es, eine Diskussion unter den KinogängerInnen über Korruption und den Konflikt zwischen den Industrienationen und den Ölförderländern auszulösen. Dafür verwendet der Film aber zu oft Stereotypen anstatt sie zu dekonstruieren.


Syriana
USA 2005, 126 Minuten
Drehbuch und Regie: Stephen Gaghan
Nach dem Buch "Der Niedergang der CIA" von Robert Baer
DarstellerInnen: George Clooney, Matt Damon, Amanda Peet, Michelle Monaghan, Susan Allenback, Nicholas Art, Luke Barnett, Robert Randolph Caton, David Clennon, Chris Cooper, Dagmara Dominczyk, Bob Fajkowski, Anna George, Gina Gershon, John Higgins, Steven Hinkle, William Hurt, Christopher McDonald, Fritz Michel, Max Minghella, Tim Blake Nelson, Kaveh Sari, Greta Scacchi, Alexander Siddig, Mark Strong, Elisa Triani, Amr Waked, Jeffrey Wright
Kinostart: 23.02.2006
Verleih: Warner Bros. Pictures Germany

www.syriana-derfilm.de


Kultur Beitrag vom 23.02.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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