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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 30.03.2006

Der Tiger und der Schnee
Tatjana Zilg

Italienischer Poet liebt eine Journalistin, die auf seine romantischen, aber hartnäckigen Annäherungsversuche abweisend reagiert. Er folgt ihr nach Bagdad, wo sie lebensgefährlich verwundet wurde.



Jede Nacht träumt Attilio von der grazilen Vittoria. Gleich die erste Filmszene zeigt, wie der Unsterblich-Verliebte mit seiner Angebeten - zu Klavierbegleitung und Gesang von Tom Waits - in der malerisch-geheimnisvollen Kulisse einer Bergruine zum Traualtar geht. Es entsteht eine magisch-sinnliche Atmosphäre, die sich beständig weiterentfaltet, wenn der Film in das alltägliche Leben von Attilio überblendet. Er hatte gerade einen kleineren Erfolg mit der Veröffentlichung seines Gedichtbandes "Der Tiger und der Schnee". Hauptberuflich arbeitet er als Literatur-Dozent an der Universität.
Am Nachmittag besucht er die letzte öffentliche Lesung des Dichters Fuad vor dessen Rückkehr nach Bagdad. Trotz der angespannten politischen Lage hat sich der Iraker nach einem langjährigen Parisaufenthalt zu diesem Schritt entschlossen. Attilio erblickt seine Traumfrau und lässt sich sofort vom Abschiednehmen ablenken. Vittoria versucht sich schnell der Begegnung zu entziehen, wird aber von ihrem Verehrer durch die Straßen von Rom verfolgt. Scheinbar gibt sie seinem Werben nach und begleitet ihn in seine Wohnung. Plötzlich verschwindet sie wieder, nachdem sie betonte, dass für sie eine Beziehung mit ihm so unwahrscheinlich ist wie "in Rom einen Tiger im Schnee zu sehen".

Mitten in der Nacht erhält Attilio einige Tage später einen Anruf aus dem Irak, wo die Amerikaner mit der Zerbombung von Bagdad begonnen haben. Fuad berichtet mit nüchtern-distanzierter Stimme, dass Vittoria schwer verletzt wurde und im Koma im Krankenhaus liegt. Die Journalistin hatte den heimkehrenden Dichter begleitet, da sie für ihr neues Buch recherchieren wollte.
Der quirlige Attilio ist außer sich. Sofort stürmt er zum Flughafen und schmuggelt sich in einen Rot-Kreuz-Flieger.

In Bagdad hat er kaum Augen für die dramatische Situation dort. Er wird zwar ständig mit Versorgungsengpässen und hygienischem Desaster konfrontiert, reflektiert dies aber nur als Hindernis im Bestreben, seine Angebetete zu retten. Er überwindet für sie alle Begrenzungen und schafft es mit Hilfe eines einheimischen Heilpraktikers, ihr Überleben zu sichern und die notwendigen Medikamente zu besorgen. Viele kleine Wunder, geschickt und unterhaltsam inszeniert, ebnen ihm dabei den Weg. Während der Begegnungen mit Einheimischen, wie dem Krankenhausarzt, dem Heilpraktiker und seinem Lyrikgefährten Fuad erfahren die ZuschauerInnen ein wenig über die vom Krieg unmittelbar betroffenen Menschen und ihren Emotionen, die zwischen Fatalismus, Resignation und Hoffnungsschimmern hin- und herpendeln.

Dem Regisseur und Hauptdarsteller Roberto Benigni gelang 1985 der internationale Durchbruch, als er in Jim Jarmusch`s Komödie "Down By Law" die Rolle eines italienischen Kleinkriminellen spielte.
Sein Film "Das Leben ist schön" (1997), für den er als Regisseur, Co-Drehbuchautor und Darsteller zugleich tätig war, wurde zum vielbeachteten Welterfolg.
Es folgte "Pinocchio" (2002), für den Benigni ebenfalls das Drehbuch schrieb und in der Hauptrolle zu sehen war.

AVIVA-Tipp: Sehr verspielt und farbenprächtig, wie ein Märchen aus 1001 Nacht. Viele poetische Filmszenen, die naiv-surrealistisch wirken. Leider besteht hier die Gefahr, dass der Bezug zu dem ernsten Hintergrund des Irak-Krieges und des Schicksals der einheimischen Bevölkerung verloren geht. Gerade das Happy End - die beiden Hauptpersonen sind wieder gesund zurück in Italien - könnte vom Drama des Krieges in der arabischen Welt zu sehr ablenken.


Der Tiger und der Schnee
La tigre e la neve

Italien 2005, 114 Minuten
Regie: Roberto Benigni
DarstellerInnen: Roberto Benigni, Nicoletta Braschi, Jean Reno, Tom Waits, Emilia Fox
Verleih: Concorde
Kinostart: 30.03.06

Kultur Beitrag vom 30.03.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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