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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 23.02.2006

Jedes Ende ist ein strahlender Beginn
Hilde Meier

Elisabeth Kübler-Ross, renommierte Sterbe-Expertin, läßt in Stefan Haupts eindrucksvollem Dokumentarfilm "dem Tod ins Gesicht sehen" an ihrem leidenschaftlichen und facettenreichen Leben teilhaben



NEWS Elisabeth Kübler-Ross ab 02 März 2006 wieder im Kino.
Erfolgreicher Dokumentarfilm über die bekannte Sterbeforscherin bekommt Wiederaufführung in der digitalen Programmreihe "Delicatessen". Zusehen ab 02. März 2006 in den Kinos "Filmkunst 66", Bleibtreustr. 12, 10623 Berlin, und "Hackesche Höfe Filmtheater", Rosenthaler Straße 40/41, 10178 Berlin. Nach mittlerweile knapp drei Jahren ist es nach Meinung des Verleihs Edition Salzgeber an der Zeit, dieses wunderbare Werk erneut in die Öffentlichkeit zu bringen. Immer noch ist die Nachfrage ungebrochen groß und die Aktualität des Films sehr hoch. Das Thema "Sterben" wurde seit "Elisabeth Kübler-Ross" in kaum einem Film mehr derart intensiv und gut aufbereitet.


Elisabeth Kübler-Ross, 77, Sterbebegleiterin, Psychiaterin und Ärztin, hadert mit ihrem Tod, wie alle Menschen. Will sie sterben, oder doch nicht? Bettlägerig, pflegebedürftig und sterbenskrank kann sie noch immer nicht loslassen.

Leise und eindrucksvoll zeigt das hervorragende filmische Portrait "Dem Tod ins Auge sehen", wie Elisabeth Kübler-Ross "das Rad des Lebens" gedreht hat.
Mit sanftem Humor und sprödem Charme gibt sie preis, dass ihr Heiler Josef ihr geraten hat, in der Zeit, die ihr noch bleibt, Selbstliebe, Unterordnung und Akzeptanz zu lernen. Und vor allem Geduld. Alles widerliche Dinge, die sie hasst und die ihr schon immer verflixt schwergefallen sind.

Die weltweit anerkannte Kämpferin gegen die Tabuisierung des Todes spricht unbefangen in die Kamera. Der 42-jährige Stefan Haupt, dahinter, hört zu.
Er durfte den Film vor allem drehen, weil sie "einem Schweizer nichts abschlagen kann, aber bringen Sie mir Kekse mit." Nun sitzt er bei ihr, wie sie seinerzeit am Bett eines Sterbenden gesessen hat, still, und voller Aufmerksamkeit.
Man ist froh, dass er Schweizer ist!

"Beth war zur rechten Zeit am rechten Ort", sagt ihre Schwester Erika anerkennend über Elisabeths Erfolg. Als Drilling wurde sie 1926 in Zürich geboren. Zwei Mädchen sind eineiige Zwillinge, und wiegen bei der Geburt jeweils ein Kilo, während die dritte Schwester ein richtiger Brocken ist. So sind Elisabeth und Erika zusammen gerade mal so schwer, wie ihre Schwester Eva. In der Kindheit und Jugend werden die völlig unterschiedlichen Mädchen nur "die Drillinge" oder "die Küblers" genannt. Das prägt Beth. Die drei Schwestern können sich dennoch eine innige Verbundenheit bewahren, die man im Film erleben darf.

Elisabeth Kübler-Ross liegt im Bett und erzählt so offen von sich, dass es eine Freude ist, ihr zuzuhören und sie dabei anzusehen. Sie gibt zu, dass sie auch deshalb mit sterbenden Menschen gesprochen hat, weil sie einsam sind und sie aus eigener Erfahrung weiß, wie schwer das Leben ist, wenn man ohne eigene Identität aufwächst. Wahrscheinlich deshalb auch hat diesen starken Lebenswillen und eine unerschöpfliche Durchsetzungskraft entwickelt und bis heute nicht verloren.

Gegen den Willen ihrer Eltern wird Elisabeth Kübler-Ross Ärztin und kämpft in den USA um die Anerkennung als Psychiaterin. Mit 23 Ehrendoktortiteln rangiert sie weltweit an erster Stelle der akademischen Auszeichnungen. Mit ihrem Buch "Interviews mit Sterbenden" gelangt sie zu internationalem Ruhm. Dennoch wurde ihre menschliche Anteilnahme am Leben eines Sterbenden auch als unkonventionelle Methode denunziert.
Nach und nach wird sie international anerkannt. Unzähligen Vortragsreisen und Workshops auf der ganzen Welt folgen. Im konservativen Virginia baut sie sich ein eigenes Zentrum auf. Als sie sich aidskranken Kindern widmet, wird 1994 ihr Wohnhaus durch einen -bis heute ungeklärten - Brandanschlag, zerstört.
Seitdem lebt sie in der Wüste in Arizona völlig zurückgezogen, in der Nähe ihres Sohnes, der damals um ihr Leben fürchtete.

Leidenschaftlich widmet sie ihr Leben und ihre Arbeitskraft dem Thema Tod. Die Hospizbewegung geht auf ihr Engagement zurück. Ihre Ehe zerbricht darüber.
Ihre Bücher erscheinen weltweit und werden in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

"Jedes Sterben ist ein strahlender Beginn" heißt eines davon. So redet sie von ihrem Abgang. Strahlend will sie durch die Galaxien tanzen, mit C.G. Jung, Gandhi und ihren Schwestern, die sie liebt. Um mit ihrem großen Liebling, Stephan Spielberg´s E.T., ihren Tod feiern.

Man könnte sich jetzt schon darauf freuen, auch dort die resolute und unermüdlich-kämpfende Beth wieder zu treffen, die mit ihrem Lebenswerk beeindruckt hat, um mit ihr ein - gelassenes, entspanntes - Tänzchen zu wagen.
Danke, Elisabeth Kübler-Ross!
www.elisabethkublerross.com



Elisabeth Kübler-Ross - dem Tod ins Gesicht sehen
Ein Film von Stefan Haupt
Schweiz 2002
98 Minuten, 35 mm, Farbe, Dolby SR
Kamera: Christian Davi, Jann Erne, Patrick Lindenmaier
Verleih: Edition Salzgeber
Kinostart: 31. Juli 2003

Kultur Beitrag vom 23.02.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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