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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 26.04.2006

We feed the world
Tatjana Zilg

Warum werden in der EU Lebensmittel weggeworfen, während weltweit eine Großzahl an Menschen verhungern muss? Ein Dokumentarfilm über Sinn und Unsinn in der Nahrungsmittelproduktion



"Also so was würde ich nicht essen.
Wir sagen: es ist nicht zum Essen, es ist nur zum Verkaufen."

Philippe Cleuziou, Fischer (Bretagne, Frankreich)

Quantität vor Qualität - diese Regel scheint die modernen Erzeugungsmethoden für Lebensmittel zu beherrschen.
Die Senkung des Marktpreises, um mit der Konkurrenz mithalten zu können, fordert dies. Aber bei der Betrachtung der Bilder des Filmes von Erwin Wagenhofer erweist sich dies als Trugschluss. Grundnahrungsmittel werden weggeworfen. In Wien wird täglich die Menge an noch genießbaren Backwaren in den Müll entsorgt, mit der die gesamte Bevölkerung der Stadt Graz ernährt werden könnte. Die Massenproduktion geht auf Kosten des Geschmackes und der Nahrhaftigkeit. Nicht nur der frische Fisch der kleinen Fangboote schmeckt wesentlich besser als der von den Riesenschiffen, die mit Großnetzen ihren Fang über 10 Stunden durch das Tiefwasser zerren. Auch die Umstellung auf Hybridanbau in Rumänien ist zweifelhaft, das Gemüse sieht besser aus, aber ist weit vom ursprünglichen Geschmack entfernt wie auch die Tomaten aus der größten Gewächshausanlage in Almeria/Südspanien.

"Die Weltlandwirtschaft könnte ohne Problem 12 Milliarden Menschen ernähren. Das heißt, ein Kind, das heute an Hunger stirbt, wird ermordet."
Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung

Brasilien ist eines der wichtigsten Agraranbauländer der Erde, und dennoch ist das Land von Armut und Hunger in den unteren Bevölkerungsschichten beherrscht, denn der Regenwald wird vor allem für den Sojaanbau gerodet, dessen Ertrag exportiert wird.

Erwin Wagenhofer hat sich auf die Suche nach den Hintergründen der Probleme in der Nahrungsmittelkette gemacht. In Österreich, Frankreich, Spanien, Rumänien, Brasilien fand er Menschen, die jeweils zu einem spezifischen Teilbereich ihre Beobachtungen und ihren Missfallen schildern - da ist beispielsweise ein Fischer in Frankreich, der die EU-Richtlinien zum Fischfang hinterfragt, und der Produktionsleiter von Pioneer Rumänien, der die Nachteile der Einführung des Hybridanbaus in der dortigen Landwirtschaft beschreibt.
Roter Faden ist ein Interview mit Jean Ziegler, UN-Sonderberichterstatter für das Recht auf Nahrung, der sehr engagiert über die Missstände in der Welternährung erzählt.

"Dieses Wasser hier ist nicht gut, aber wir trinken es. Die Kinder bekommen manchmal Fieber davon. Es kommt viel Schmutz ins Wasser, wir wissen gar nicht, was alles hineinkommt."
José Maxiliamo de Souza, Kleinbauer (Pernambuco, Brasilien)

"Wasser ist ein Lebensmittel und so wie jedes andere Lebensmittel sollte das einen Marktwert haben."
Peter Brabeck, Konzernchef Nestlé International (Genf, Schweiz)

Durch ein abschließendes Interview mit dem höchsten Manager eines der größten Lebensmittelproduzenten erhalten die ZuschauerInnen Gelegenheit, das zuvor Erfahrene mit den gängigen Denkmechanismen der Marktwirtschaftsgläubigen in Verbindung zu setzen und auf Widersprüchlichkeiten zu hinterfragen.

AVIVA-Tipp: Eindrucksvoller Dokumentarfilm, der in verständlicher Weise über eines der wichtigsten Themen der Welt informiert.


We Feed The World
Österreich 2005, 96 Minuten
Regie: Erwin Wagenhofer
Regieassistenz: Lisa Ganser
Drehbuch: Helmut Grasser
Mit Jean Ziegler, Vincent José Puhl, Philippe Cleuziou, Karl Otrok, Peter Brabeck
Kinostart: 27.4.2006
Verleih: Delphi Filmverleih

Der Film im Web: www.we-feed-the-world.at


Kultur Beitrag vom 26.04.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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