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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 05.05.2006

Hitlerkantate. Buch und Regie: Jutta Brückner
Agnes Winklarz

Musikschülerin Ursula Scheuner möchte dem Führer zuliebe eine bekannte Musikerin werden. Doch die Bekanntschaft mit dem Komponisten Broch lässt sie an ihrer Ideologie zweifeln.



In Scharen drängeln sie sich kreischend, weinend und schluchzend am Straßenrand.
Reißen zu Sieg-Heil-Schreien ekstatisch die Arme hoch, schnappen nach Luft, sinken bewusstlos zu Boden.
In der Masse befindet sich die 22-jährige Ursula Scheuner, die mit den übrigen Frauen eine Gemeinsamkeit teilt: die glühende Verehrung Adolf Hitlers.

Als Zeichen ihrer Ergebenheit und Demut möchte die ambitionierte Nachwuchsmusikerin dem Führer ein Lied komponieren, doch als Frau bestehen für sie kaum Chancen, sich in der musikalischen Welt der "Herrenrasse" zu behaupten.
Daher beschließt sie, von den Kontakten ihres Verlobten Gottlieb Just zu profitieren, der in der Reichsmusikkammer arbeitet und sie dem alternden Komponisten Hanns Broch als Assistentin zuweisen kann.

Eine Kantate zum 50. Geburtstag Hitlers soll der ehemalige Kommunist schreiben, der das Angebot lediglich in der Hoffnung annimmt, seine gesperrte Oper wieder aufführen zu können.
Gemeinsam mit Ursula, seiner unliebsamen Begleitung, begibt sich der ruppige Anti-Nazi auf die Reise nach Finnland, wo sich in idyllischer Umgebung sein abgelegenes Ferienhaus befindet.

Für den abgeklärten Broch verkörpert die naive Ursula nichts mehr als das Opfer nationalsozialistischer Verführung und Verblendung.
Aus ihrer Bewunderung für Hitler macht sie auch keinen Hehl: wiederholt gebetmühlenartig leere Nazi-Phrasen, während er nur zynische Kommentare für sie und das von ihm verachtete Regime übrig hat.

Abgestoßen von Ursulas Hingabe, verstrickt sich Broch in einen politischen und ideologischen Kampf mit ihr, der eines abends im Sex eskaliert, obwohl Broch sich vorerst weigerte ihr "diesen Hitler aus dem Leib zu vögeln."
Was er sowieso nicht kann, wie Ursula bestätigt, da "der ganz tief drin ist."

Die Liebesbeziehung der beiden bleibt geprägt von Ambivalenz:
Broch fühlt sich von der jungen Frau angezogen, verachtet sie jedoch zugleich, zumal er befürchtet, von ihr denunziert zu werden.

Die Situation eskaliert, als eines Tages seine jüdische Lebensgefährtin vor der Tür steht, der das erotische Verhältnis der beiden nicht entgeht.
"An Hitlers Stelle liebt sie jetzt dich", quittiert sie das Verhalten Ursulas, die sich von ihrer Sehnsucht nach einer Vaterfigur getrieben, in Broch verliebt.
Von seiner Freundin getrieben, entscheidet sich dieser gegen Ursula, die überstürzt zurück nach Berlin flieht, wo ihr Verlobter währenddessen sichtlich darum bemüht ist, die nationalsozialistische Karriereleiter aufzusteigen.

Ursula, deren arische Herkunft nicht zweifelsfrei zu klären ist, erweist sich dabei jedoch als hinderlich, weshalb Gottlieb mit einem Koffer, gefüllt mit medizinischem Nazi-Instrumentarium, ihren Kopf und die Anordnung ihrer Wangenknochen zu vermessen versucht.
Ein Unterfangen, das nicht den gewünschten Erfolg verspricht, weshalb seine Kollegen ihm von einer dauerhaften Bindung mit ihr abraten, zumal sich die Nazi-Elite in Kriegszeiten dem Diktat der Polygamie unterwerfen muss, um ihren elitären Samen in die Welt zu tragen.

Mit der "Endlösung der Judenfrage" beauftragt, beginnt Gottlieb krampfhaft, Juden aufzuspüren, sie zu verfolgen und festzunehmen.
Welchen Ängsten diese ausgeliefert sind, entgeht auch Ursula nicht, deren Vetter ein Verhältnis mit einer Jüdin hat, die ihr zum Verwechseln ähnlich sieht.
Ursula beginnt an ihren Idealen zu zweifeln und stellt sich zunehmends die Frage, auf wessen Seite sie wirklich steht.

AVIVA - Tipp: Ein Film, der durch seine artifiziellen Bilder und seine musikalische Vielfalt beeindruckt, jedoch nicht fähig ist, die Verführbarkeit und Anziehungskraft Hitlers auf die Massen zu erklären, da er diese zu oberflächlich behandelt.


Hitlerkantate
Deutschland 2005, 35 mm, Farbe, 114 Minuten
Autorin/Regisseurin: Jutta Brückner
Kamera: Thomas Mauch
Schnitt: Monika Schindler
Musik: Peter Gotthardt
DarstellerInnen: Lena Lauzemis, Hilmar Thate, Rike Schmid, Arnd Klawitter, Krista Stadler, Dirk Martens, Christine Schorn, Andreas Günther, Christiane Lemm, Armin Dillenberger
Verleih: Movienet
Start: 18. Mai 2006


Kultur Beitrag vom 05.05.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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