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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 17.08.2006

Der Hals der Giraffe
Tatjana Zilg

Die Beziehung der neunjährigen Mathilde zur Mutter und zum Großvater ist durch ein Familiengeheimnis getrübt. Das aufgeweckte Mädchen ergreift die Initiative zur Aufklärung und wirbelt einiges auf



Hélène (Sandrine Bonnaire) fährt mit ihrer kleinen Tochter Mathilde (Louisa Pili) in ein Altersheim zur Geburtstagsfeier von ihrem Großvater Paul (Claude Rich). Ein freudiger und ein trauriger Anlass zugleich. Zwar fühlt sich der noch recht vitale Mann dort recht wohl und versteht sich gut mit den anderen BewohnerInnen, aber die Heimatmosphäre prägt jeden Moment des Alltags.
Mathilde nimmt die Widersprüchlichkeit der Situation mit kindlichen, einfühlsamen Augen wahr. Außerdem hat sie noch ganz andere Pläne mit ihrem Großvater.
Nachdem Mutter und Tochter in ihre Stadtwohnung zurückgekehrt sind und die Mutter sie ins Bett gebracht hat, steht Mathilde mitten in der Nacht wieder auf, um zu Fuß ganz allein den weiten Weg zum Altersheim zurückzulegen.
Im ersten Moment ist Paul natürlich entsetzt und will sofort Hélène informieren.
Aber dann versteht er, was seine Enkelin so aufgewühlt hat.
Sie hat die Briefe der Großmutter gefunden, die er für immer vor seine Familie verbergen wollte. Zu tief war die Kränkung, als ihn seine Frau Madeleine (Monique Mélinand) verließ, um mit seinem besten Freund und Geschäftspartner zu leben. Er hoffte, alles vergessen zu können, indem er mit seiner Tochter fort aus Biaritz, wo er die Buchhandlung "Der Hals der Giraffe" führte, nach Paris ging.

Aber nun fordert ihn das jüngste Mitglied der Familie vehement und gleichzeitig auf eine sehr unschuldige, naive Weise auf, sich der Vergangenheit zu stellen.
Paul entscheidet sich, sofort aus dem Altersheim zu fliehen - ohne den BetreuerInnen Bescheid zu sagen - und mit Mathilde den verblassenden Spuren seiner Ehefrau zu verfolgen. Doch 30 Jahre sind eine lange Zeit. In Biaritz bleibt ihre Suche erfolglos. Als Hélène, die ihnen in großer Sorge um Mathilde nachreist, dort eintrifft, entschließt sich Paul, Mutter und Tochter die weitere Suche alleine zu überlassen - denn deren Beziehung war durch das Geheimnis mittlerweile stark belastet und nun können sie durch das gemeinsame Ziel neu zueinander finden. Auch Paul hat durch den Mut, sich den Schatten der Vergangenheit zu stellen, neue Lebensenergie gefunden und zieht in Paris vom Altersheim zurück in seine eigene Wohnung.

Der mutige Versuch eines jungen Mädchen, die Wunden der Familienvergangenheit aufzuspüren und eine Auflösung herbeizuführen, wurde von der Regisseurin Safy Nebbou als sensibler und tiefsinniger Roadmovie umgesetzt, bei dem der Humor nicht zu kurz kommt. Insbesondere die Versuche der Altersheim-Mitbewohnerinnen, die Pauls Anwesenheit den Krankenschwestern vortäuschen, sorgen für erheiternde Momente, die ein wenig Gewicht von der Schwere der tragischen Geschichte über die langjährige Familienlüge nehmen.

Bei der Entwicklung der Storyline konnte sich Safy Nebbou auf eigene Lebenserfahrungen beziehen: "Das Verhältnis unterschiedlicher Generationen interessiert mich sehr. Meine Eltern haben sich scheiden lassen, als ich noch ein Kind war, ich blieb bei meiner Mutter. Meine Großmutter hat sich viel mit mir beschäftigt, weil es in der Schule nicht klappte, hat sie mir mit Märchenbüchern in den großen Ferien das Lesen beigebracht. Ich bin mit ihrer Fürsorglichkeit aufgewachsen. Sie ist im Alter von 92 Jahren an Alzheimer gestorben, während ich am Drehbuch arbeitete. Es ist viel von ihr in meiner Geschichte. Auch das Thema Familiengeheimnis habe ich aus der Vergangenheit und den verschlungenen Wegen meiner eigenen Familie geschöpft.
Ein anderes wesentliches Element des Szenarios dreht sich um die Wurzeln. Ich bin in Bayonne im Baskenland geboren, meine Mutter ist deutschen Ursprungs und mein Vater stammt vom Volk der Berber aus Algerien. Wer bin ich? Wissen, von wo man kommt, um zu wissen, wohin man geht: dies ist eines der Bedürfnisse, die die Figur von Mathilde tief in sich verwurzelt trägt. Auf ihrer Reise in Richtung ihrer Großmutter geht sie auf die Suche nach den Ursprüngen ihrer Familie. Ich glaube, dass wir alle tief in uns die Geschichte von Mathilde, ihre Einsamkeit und ihre Fragen tragen, und auch ihre Kraft. Wir sind heute Kinder von gestern."

AVIVA-Tipp: "Die Suche nach dem verlorenen Sohn" aus umgedrehter Sicht, inszeniert als sanftes Melodram mit komödiantischen Pointen. Die aufgeweckte Mathilde auf der Suche nach ihrer Großmutter zu begleiten, berührt das Herz und bewegt die Emotionen.


Der Hals der Giraffe
Le Cou De La Girafe
Frankreich / Belgien 2004
Regie: Safy Nebbou
Drehbuch: Safy Nebbou, Agnès Yobregat
Schauspieler: Sandrine Bonnaire, Claude Rich, Louisa Pili, Darry Cowl, Philippe Leroy-Beaulieu, Maurice Chevit, Monique Mélinand, Geneviève Rey-Penchenat
DVD-Infos:
Ab 21. März 2008 im Handel erhältlich.
Sprache: Deutsche Synchronisation und Originalversion
Untertitel: Deutsch
FSK: Ohne Altersbeschränkung
Ton: dolby 5.1 und dolby 2.0
Bildformat: 16:9
EAN: 4 0471 7905 3884
Bestell Nr.: DV 905388
Ländercode: 2
Label: Schwarz Weiss Filmverleih
Vertrieb: Indigo


Kultur Beitrag vom 17.08.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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