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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 01.09.2006

Das Mädchen aus dem Wasser
Tatjana Zilg

Ein seltsam anmutendes Mädchen wird von Hausmeister Cleveland aus dem Pool eines städtischen Wohnkomplexes geborgen. Sie entpuppt sich als nixenhafte Göttin, die nicht zurück in ihre Welt findet



Ein in der realen Welt angesiedeltes mythisches Fantasy-Märchen, das die Begegnung der nymphenhaften, jungen Frau Story (Bryce Dallas Howard) und dem traumatisierten, zurückgezogen lebenden Cleveland Heep (Paul Giamatti) in den Mittelpunkt stellt. - Ein schwieriges Vorhaben, denn es bricht mit den üblichen stilistischen Genremitteln von Fantasy, Thriller und Märchenfilm.
Leider enthält das Werk von Regisseur M. Night Shyamalan, der auch das Drehbuch schrieb und die Co-Produktion übernahm, ungewohnte Längen und bleibt in der Handlungsstruktur bis zum Schluss unübersichtlich.
Ganz im Gegensatz zu den Vorgängerfilmen, zu denen der brillante Publikumsrenner "The Sixth Sense" gehört.
Die Begegnung eines erfolgreichen Psychologen mit einem extrem introvertierten Jungen, der überall gemobbt wird, bot eine perfekte, außergewöhnliche Storyline.
Ein finaler, völlig unerwarteter Höhepunkt ganz am Schluss sorgte für eine überraschende, alles erklärende Wendung. Auch die Nachfolger "Unbreakable", "Signs" und "The Village" stachen positiv aus der alljährlichen Suspense-Thrillerflut hervor und überzeugten anspruchsvolle KinogängerInnen durch einen raffinierten Plot und gewagtem, aber gekonntem Spiel mit dem Übersinnlichen.

Diesmal jedoch unternahm der Regisseur den Versuch, eine sehr persönliche Variante in seine filmische Kunst umzusetzen. "Das Mädchen aus dem Wasser" entstand aus einer improvisierten Gutenachtgeschichte, die er seinen beiden kleinen Töchtern erzählte. "Wenn ich meinen Kids etwas erzähle, schere ich mich nicht um Formfragen - was mir gerade einfällt, sprudelt einfach so aus mir heraus", beschreibt er das abendliche Ritual. "Wisst ihr eigentlich, dass jemand unter unserem Pool wohnt?", fragte er eines Abends aufgrund einer spontanen Eingebung - so begann eine Story, die sich über Tage und Wochen endlos weiterentwickelte. "Daraus entstand eine Art Odyssee", erinnert er sich. "Im Kern der Geschichte steckte etwas, was mich trieb, jeden Tag unentwegt weiterzuerzählen. Auch als die Geschichte endlich abgeschlossen war, redete ich trotzdem mit meinen Töchtern ständig weiter darüber - wir überlegten, was die Figuren wohl als Nächstes überleben würden. Die Story beschäftigte uns außergewöhnlich intensiv."

Dass die Hauptperson dieser Story mit Story benannt wurde, macht den Einstieg in die verworrene Geschichte nicht unbedingt leichter. Neben dem Hausmeister Cleveland gibt es zudem zahlreiche für die weitere Entwicklung wichtige Charaktere, durch deren Einführungen der rote Faden immer wieder unterbrochen wird, so dass es kaum möglich ist, dem Plot kontinuierlich zu folgen.

Nachdem Cleveland Heep die verängstigt wirkende Story aus den Kanälen unter dem Swimmingpool des Wohnblocks The Cove hervorgeholt hat, wird er und eine Vielzahl der HausbewohnerInnen vor ein Rätsel nach dem anderen gestellt.
Er versteht allmählich, dass Story eine "Narf" ist, eine Art Nymphe aus einer langen Gutenachtgeschichte. Sie wird von bösartigen Monstern verfolgt, die unbedingt verhindern wollen, dass sie die gefahrvolle Passage aus unserer Welt zurück in ihr Reich antritt.
Es erscheint vorbestimmt, dass sie einige der Menschen aus dem Wohnblock davon überzeugt, gemeinsam eine Code-Serie zu entschlüsseln, die ihr den Weg zurück in ihre "Blaue Welt" ermöglichen kann. Die Zeit dazu wird immer knapper und nach anfänglichem Zögern und Zweifeln setzen die MieterInnen ihr eigenes Leben aufs Spiel, um ihr zu helfen. Cleveland selbst muss sich seiner tragischen Vergangenheit stellen, vor der er sich in die Hausmeisterwohnung geflüchtet hat. Durch diese Herausforderung finden die Menschen zu ihren ganz persönlichen, tief in ihnen liegenden Fähigkeiten und Talenten, die im Alltag immer wieder in Vergessenheit geraten.

"In Das Mädchen aus dem Wasser gibt es ein komplettes Ökosystem von Wesen, die in der unmittelbaren Umgebung des Mietblocks existieren", erklärt der Regisseur.
"Aber die Bewohner müssen erst jahrhundertelange Erfahrungen abtragen, um wieder
wie die Kinder zu werden und an die unbegrenzten Möglichkeiten zu glauben.
Erst dann können sie Verbindung zu der anderen Welt aufnehmen, die neben ihrer eigenen existiert."

AVIVA-Tipp: Die Grundidee fasziniert genauso wie bei dem ruhmreichen Vorgänger "The Sixth Sense". Aber durch die Kombination von übersinnlichen Phänomen in der Realität der Gegenwart und mystischen Fantasy-Welten wird die Feinzeichnung der Beziehung zwischen dem traumatisierten Cleveland und dem ängstlichen, übersinnlichen Wesen Story zu sehr in den Hintergrund gedrängt. Dadurch besteht die Gefahr, über einige Strecken des Filmes so abzuschalten, dass man die gelungenen Hauptsequenzen, wenn die mystischen Wesen aus Gut und Böse mit beeindruckenden Special Effects in Szene gesetzt werden, auch nicht mehr so richtig genießen kann. Zudem sind die lange erwarteten Erklärungen ("Jedes Wesen hat seine Bestimmung") zu allgemein gehalten und somit eher enttäuschend.


Das Mädchen aus dem Wasser
Lady In The Water

USA 2006
Regie: M. Night Shyamalan
Drehbuch: M. Night Shyamalan
SchauspielerInnen: Paul Giamatti (Clevland Heep), Bryce Dallas Howard (Story), Jeffrey Wright (Mr. Dury), Bob Balaban (Harry Farber), Sarita Choudhury (Anna Ran), Cindy Cheung (Young-Soon Choi), M. Night Shyamalan (Vick Ran), Freddy Rodriguez (Reggie), Bill Irwin (Mr. Leeds), Mary Beth Hurt (Mrs. Bell), Jared Harris, Noah Gray-Cabey (Joey Dury), Joseph D. Reitman
Verleih: Warner Bros.
Kinostart: 31.08.2006
http://ladyinthewater.warnerbros.com


Kultur Beitrag vom 01.09.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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