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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 16.10.2007

Trade - Willkommen in Amerika
Stefanie Denkert

Die großen Menschenrechtsorganisationen unterstützen den bewegenden Film über Menschenhandel zwischen Mexiko und den USA. "Trade" startet am 18. Oktober 2007 - dem "1. EU Tag gegen Menschenhandel".



Mehr als 1.000.000 Menschen werden jährlich gegen ihren Willen über internationale Grenzen verschleppt, um als SexsklavInnen verkauft zu werden. Ungefähr 12 Mio. Menschen weltweit leben in einer Form von moderner Sklaverei.
Am 11. Oktober 2007 kamen Regisseur Marco Kreuzpaintner und Produzent Roland Emmerich nach Berlin, um zusammen mit den Hilfsorganisationen Amnesty International, Unicef, Terre Des Femmes e.V., terres des hommes, Plan International, Karo e.V. und KOK auf die Problematik des Menschenhandels aufmerksam zu machen. Am Abend feierte man zusammen die Deutschlandpremiere von "Trade – Willkommen in Amerika", mit der Hoffnung, dass der Film - nach einem schlechten Start in den USA - in Europa mehr Menschen erreichen wird. Bei der Pressekonferenz am Vormittag war man sich einig, dass ein größeres Bewusstsein für Menschenhandel und Zwangsprostitution im Kampf gegen diese unerlässlich seien.

Auch Unicef-Botschafterin Katja Riemann unterstütze den Film "Trade - Willkommen in Amerika". Alle anwesenden Organisationen beschäftigen sich seit Jahren mit diesen Themen und organisieren Projekte vor allem für Kinder und Frauen, die dem Menschenhandel und der Zwangsprostitution entkommen konnten. Riemann wies daraufhin, dass ein Drittel der Kinder weltweit keine Geburtsurkunde besitzen. Wenn Kinder nicht registriert sind, erschwert das die polizeiliche Suche nach Ihnen, falls sie verschleppt werden. Zudem machten Katja Riemann und andere Anwesende auf die Verbindung von Menschenhandel sowie Prostitution und Armut aufmerksam. "Wenn man nichts mehr hat, was man verkaufen kann, verkauft man sich selbst" merkte Riemann an. So würden auch aus der Not heraus die eigenen Kinder als Sexsklavinnen verkauft, oder Frauen folgten freiwillig Zuhältern, die ihnen ein besseres Leben versprechen.

Regisseur Marco Kreuzpaintner fiel bei der Recherche zu "Trade" auf, dass Menschen für mehrere tausend Euros bzw. Dollars verkauft werden, und die Käufer wohl nicht nur über die finanziellen Mittel sondern auch über die Machtpositionen verfügen, um den Widerstand gegen Menschenhandel einzudämmen. Weiter bezeichnete Kreuzpaintner die Versteigerung von Menschen über das Internet als "die größte Perversion, die der Kapitalismus mit sich bringt".
Auch Roland Emmerich ("The Day After Tomorrow", "Godzilla") hat bei der Finanzierung von "Trade" feststellen müssen, dass keiner einen Film mit einen so unbequemen Thema will – und so hat er letztendlich auch sein privates Geld in das Projekt gesteckt. Insgesamt hat "Trade" 12 Mio. Dollar gekostet, das ist für Hollywoodverhältnisse ein recht preisgünstiger Film.

"Trade – Willkommen in Amerika" - Der Film
Basierend auf dem Artikel "The Girls Next Door" von Peter Landesman (New York Times, 2004) über Menschenhandel zwischen Mexiko und den USA, erzählt "Trade –Willkommen in Amerika" die Geschichte von der Verschleppung der 13-jährigen Adriana. Als Adriana (Paulina Gaitan) in Mexico City von einem Menschenhändlerring auf offener Straße entführt wird, begibt sich ihr 17-jähriger Bruder Jorge (Cesar Ramos) auf die Suche nach ihr. Im Rotlichtviertel findet er die Spur seiner Schwester, die wie andere entführte Mädchen geschlagen und vergewaltigt wird. Adriana lernt in ihrer verzweifelten Situation die ebenfalls verschleppte Veronica (Alicja Bachleda) kennen. Die junge polnische Mutter wird für Adriana zur einzigen Beschützerin und Freundin. Derweil trifft Jorge auf der Suche nach seiner Schwester auf Ray (Kevin Kline), einen texanischen Versicherungspolizisten. Ray wird zu einem Verbündeten und Helfer – auch Ray sucht selbst seit Jahren nach seiner vermissten Tochter. Adrianas muss derweil in der Gewalt der MenschenhändlerInnen ausharren, die einige Kinder sogar heroinabhängig spritzen, um sie gefügig zu machen. Von Freilichtbordellen bis zu Versteigerungen von Jungfrauen über das Internet - die MenschenhändlerInnen wissen ihre "Ware" gewinnbringend an den "Mann" zu bringen. Jorge und Ray kommen langsam den Mechanismen des modernen Menschenhandels auf die Spur und müssen schließlich ein lebensgefährliches Spiel spielen, um Adriana zu befreien.

"Trade" wurde teilweise in den Straßen von La Merced gedreht, einem der gefährlichsten Stadtteile Mexico Citys. Die Filmlocation in Mexico City lag nur einen Block entfernt von dem Rotlichtviertel, wo die Mädchen der "la parabola" täglich vor den musternden Augen der mit Messern bewaffneten Zuhälter auf und ab gehen (auch im Film zu sehen). Dort wird Sex für umgerechnet 1,50 bis 4,50 Euro angeboten.

AVIVA-Tipp: Trotz einiger Schwächen ist "Trade –Willkommen in Amerika" ein Film, den man unbedingt anschauen sollte. "Trade" ist erschreckend realistisch, aufklärend und augenöffnend. So wird auch die Mittäterschaft von Frauen im weltweiten Menschenhandel deutlich. Staatsbedienstete, wie Polizisten, sehen ebenfalls mal weg, wenn die Kinder über die Grenze geschafft werden und erhalten dafür als Gegenleistung Geld und eine Gratis-Vergewaltigung. Besagte Schwäche des Films ist die teilweise zu hollywoodisierte Dramaturgie und der Fokus auf die männlichen Helden, die Adriana (und ihre Jungfräulichkeit) retten wollen und dabei sich auch selbst aus ihrer Lebenskrise retten.

Zum Regisseur: Marco Kreuzpaintner, geb. 1977 in Rosenheim, feierte bereits Erfolge mit Filmen wie "Sommersturm" und "Die Wolke". Er inszenierte mit "Trade –Willkommen in Amerika" seinen ersten US-amerikanischen Spielfilm. Kreuzpaintner ist zudem Gastprofessor der Filmakademie Baden-Württemberg.

Weitere Hintergrundinformationen rund um die Problematik des Menschenhandels sowie zu Spendenmöglichkeiten finden Sie im Internet: www.trade-derfilm.de
Ab dem 16. Oktober 2007 ist auf der Website auch eine Liste der Kinos abrufbar, in denen "Trade - Willkommen in Amerika" zu sehen sein wird.


Trade - Willkommen in Amerika
USA / Deutschland 2007
OT: Trade, 102 Min.
Regie: Marco Kreuzpaintner
Produzent: Roland Emmerich
Autor: Jose Rivera, Peter Landesman
Mit Kevin Kline, Cesar Ramos, Alicja Bachleda, Paulina Gaitan
Verleih: Twentieth Century Fox
Start: 18.10.2007

Weitere Infos:
Trade - Willkommen in Amerika: www.trade-derfilm.de
Aktionsbündnis gegen Frauenhandel: www.gegenfrauenhandel.de
Amnesty International: www.amnesty.de
Bundesweiter Koordinierungskreis gegen Frauenhandel und Gewalt im Migrationsprozess e.V. (KOK): www.kok-potsdam.de
Karo e.V.: www.karo-ev.de
Plan International - Deutschland: www.plan-deutschland.de
Terre Des Femmes e.V.: www.terre-des-femmes.de
terres des hommes: www.tdh.de
Unicef: www.unicef.de

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Kultur Beitrag vom 16.10.2007 AVIVA-Redaktion 

   




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