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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 02.11.2003

Wiedereröffnung der Anna-Seghers-Gedenkstätte
Gaby Miericke-Rubbert

Nach monatelanger Schließung wegen Modernisierung und Restaurierung sind die Wohn- und Arbeitsräume einer der bedeutendsten deutschen Erzählerinnen des 20. Jahrhunderts wieder zu besichtigen



Wer war Anna Seghers? Um dieser Frage nachzuspüren, sind Sie in der nach ihr benannten Straße in Berlin-Adlershof im oberen Stockwerk des Hauses Nr. 81 an der richtigen Adresse.

Dort hat die 1983 verstorbene weltberühmte Schriftstellerin von 1955 an bis zu ihrem Tod gelebt und gearbeitet. Wobei leben und arbeiten für Anna Seghers synonym gewesen zu sein schienen. Die eher schlicht wirkende Wohnung war und ist zweckmäßig eingerichtet, es wurde an soliden Holztischen geschrieben, Bücherregale, wohin das Auge schaut, und diverse schmucklose Sitzmöbel, um FreundInnen empfangen zu können.

Der Aus- und Einzug der kleinen Bibliothek, mit über 10.000 Exemplaren eine stattliche private Sammlung, war angesichts der umfassenden Renovierungs- und Modernisierungsarbeiten des gesamten Mietshauses die zeitaufwendigste zu bewältigende Aufgabe. Dank der Erfindung von Digitalkameras konnte jedes einzelne Buch wieder an seinen ursprünglichen Ort im Regal zurückgestellt werden.

Am 21. Oktober wurde die Wiedereröffnung der Gedenkstätte mit Prosecco, Keksen und der inzwischen 75-jährigen Anna Seghers Tochter gefeiert. Die frisch getünchten Wände und die neu installierte Heizung und Elektrik fügen sich unauffällig in die historisch bedeutsame Lokalität ein und ermöglichen den BesucherInnen nun wieder nach der 6-monatigen Pause dem Leben und Werk der Autorin nachzuspüren.

Bei dieser Entdeckungsrunde ist die Leiterin der Gedenkstätte, Frau Ulrike Melchert, gern höchstpersönlich mit einer individuellen Führung behilflich, egal ob Sie in Gruppen oder einzeln kommen. In einem kleinen Vortragsraum mit 20 Plätzen können Gruppen auf Anfrage 10 verschiedene Spielfime sehen, die nach den Werken von Anna Seghers gedreht wurden. Großer Beliebtheit erfreuen sich bei Schulklassen die Verfilmungen von "Das siebte Kreuz" und "Der Ausflug der toten Mädchen". In den Abendstunden wird das Wohnzimmer der Seghers wiederbelebt durch Lesungen und Konzerte.

Die BesucherInnen erfahren von dem bewegten Leben der Anna Seghers, die sich früh von ihrer gutbürgerlichen Herkunft distanzierte, 1926 Mitglied der KPD wurde und vom Nazi-Regime verfolgt 1933 ins Exil gehen mußte. Ihr gelang es, mit ihrem Ehemann und ihren beiden Kindern über die Schweiz, zunächst nach Frankreich und später nach Mexico zu emigrieren. Ihre Schaffenskraft litt nicht unter dem Verlust der Heimat, zahlreiche Werke entstanden im Ausland, wobei sie mit "Das siebte Kreuz" 1942 zu internationalem Weltruhm gelangte. 1947 kehrte sie in den Ostteil Berlins zurück und hatte bis zu ihrem Tod ein ungebrochenes, systemkonformes Verhältnis zu dem Staat der DDR.

In ihrem Vorwort zu einer Biographie über die Künstlerin faßt Christa Wolf lexikalisch folgendermaßen zusammen: "Anna Seghers: Deutsche, Jüdin, Kommunistin, Schriftstellerin, Frau, Mutter. Jedem dieser Worte denke man nach. So viele einander widersprechende, scheinbar einander ausschließende Identitäten, so viele, schmerzliche Bindungen".

Es lohnt sich, einen Abstecher in die Anna-Seghers-Straße in diese vermeintlichen Widersprüchlichkeiten und Bindungen zu machen.



Anna-Seghers-Gedenkstätte
Öffnungszeiten: dienstags und mittwochs 10-16 Uhr, donnerstags 10-18 Uhr und nach telefonischer Vereinbarung
Anna-Seghers-Str. 81
12489 Berlin-Adlershof
Info: 030-677 47 25
www.anna-seghers.de


Kultur Beitrag vom 02.11.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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