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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 13.11.2003

Thirteen
Jana Scheerer

Dreizehn sein hat noch nie Spaß gemacht. Dieser Film zeigt den Horror einer Pubertät im Jahr 2003 in seiner ganzen Härte. Holly Hunter begeistert als verzweifelte Mutter einer Tochter außer Kontrolle



"Hit me harder! I wanna bleed!" Zwei Mädchen sitzen auf dem Bett und schlagen sich gegenseitig ins Gesicht. Evie und Tracy sind dreizehn Jahre alt. Schon diese Eingangszene zeigt, was der Motor für die Handlung des Films ist: Selbsthass.

Wie Tracy diesen Hass entwickelte, verrät die Rückblende: Als "normales" dreizehnjähriges Mädchen trägt sie kurze bunte Söckchen, hat ein paar nette Freundinnen und schreibt in ihrer Freizeit Gedichte. Mit ihrer alleinerziehenden Mutter Melanie kommt sie gut zurecht, auch wenn sie manchmal etwas zu viele Pflichten und zu wenig Aufmerksamkeit bekommt.

Und doch kann Tracy nicht glücklich sein, denn sie ist uncool. Das wird ihr von den "Coolen" sehr deutlich gezeigt: Evie, das begehrteste Mädchen der Schule, rempelt Tracy auf dem Schulhof an und macht sich über ihre Socken lustig. In diesem Schlüsselmoment beginnt Tracy, die Welt in "cool" und "uncool" einzuteilen.

Tatsächlich gelingt es ihr, Evies Stil zu kopieren und so ihre Aufmerksamkeit zu erlangen.
Es beginnt eine Karriere, die Tracy immer cooler und immer unglücklicher werden lässt. Zu ihren alten FreundInnen bricht sie den Kontakt ab, Evie ist jetzt ihre beste Freundin und bald auch Hauptbezugsperson. Das bekommt auch Melanie zu spüren.

Parallel zu Tracys und Evies Annäherung nimmt Melanie den Kontakt zu ihrem ehemals drogenabhängigen Freund wieder auf. Für Tracy ist das unglaublich, hat sie doch wegen ihm schlimme Szenen miterleben müssen. Dieser Konflikt treibt Tracy noch weiter von ihrer Mutter weg und zu Evie hin.

Schließlich zieht Evie bei Tracy ein und kann ihren negativen Einfluss nun 24 Stunden am Tag ausüben. Doch auch etwas anderes wird deutlich: Evie sucht nach Liebe und Geborgenheit, die sie zu Hause nicht bekommt. Zugleich bricht die fragile Harmonie in Tracies Familie langsam aber sicher in sich zusammen. Tracy bekommt immer öfter gewalttätige Ausbrüche und beschimpft ihre Mutter aufs Übelste.

Melanie muss sich eingestehen, dass sie Tracy nicht mehr unter Kontrolle hat - sie scheint ein völlig anderer Mensch geworden zu sein. Für Tracy selbst ist das alles zunächst eine Erfolgsgeschichte: Das coolste Mädchen der Schule ist ihre Freundin, sie geht mit coolen Jungen aus und ins Bett - sie ist einfach cool! Doch auch die Anstrengungen des Coolseins machen sich irgendwann bemerkbar, ganz abgesehen davon, dass auch die Schulnoten nicht besser werden: Tracy bleibt sitzen.

Den Höhepunkt der Krise markiert die oben geschilderte Szene: Im Drogenrausch schlagen sich Evie und Tracy fast bewusstlos. Erst in der absoluten Verzweiflung kann Melanie wieder einen Weg zu Tracy finden.

Regisseurin und Autorin Catherine Hardwicke entwickelte das Drehbuch zu "Thirteen" zusammen mit der dreizehnjährigen Nikki Reed, die viele Momente der Geschichte selbst erlebt hat und im Film Evie darstellt.

Obwohl sich viele Produzenten von diesem Stoff fasziniert zeigten, war es nicht einfach, eine Produktionsfirma für die Realisation des Projektes zu finden: Fröhliche Teenagerkomödien versprechen höhere Einnahmen. Erst als Holly Hunter sich vom Drehbuch begeistert zeigte und die Rolle der Melanie übernahm, war die Zukunft des Films gesichert.

Für die Produktion wurden so viel Frauen wie möglich engagiert, so dass immerhin 39 von 90 Mitarbeitern weiblich waren. Catherine Hardwicke empfand es als natürlich, an einem Film über Frauen auch mit Frauen zu arbeiten.

"Thirteen" ist ein mitreißender und berührender Film, die große Verzweiflung der Figuren ist fast körperlich spürbar. Und der Konformitätsdruck, dem Jugendliche heute ausgesetzt sind, ist mit Sicherheit kein rein amerikanisches Problem. Schon eine Schulzeit in den 80er und 90er Jahren bedeutete die Auseinandersetzung mit manchmal schwer erfüllbaren Idealen, die heute wohl noch stärker mit Kaufkraft und Konsum verbunden sind.

Auch die letzte Szene des Films zeigt zwei Frauen auf einem Bett: Nach dem großen Eklat hält Melanie Tracy im Arm, bis sie erschöpft einschläft. Als Beide am nächsten Morgen erwachen, ist klar: Es wird nicht sofort alles gut werden, doch sie haben wieder einen Weg zueinander gefunden. Und irgendwann ist auch die schrecklichste Schulzeit vorbei.



Thirteen
Catherine Hardwicke
Mit Evan Rachel Wood, Nikki Reed und Holly Hunter
95 Minuten
USA 2002
www.dreizehn-derfilm.de


Kultur Beitrag vom 13.11.2003 AVIVA-Redaktion 

   




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