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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 03.12.2003

Ausgewählt aus 4 Jahrzehnten. Alt und Neu
Sabine Grunwald

Gemeinsam mit 8 KünstlerInnen und der Girls Art Club Lounge feiert das Haus am Lützowplatz sein 40jähriges Bestehen mit einer Ausstellung vom 30.11.2003 - 15.02.2004



Für die Jubiläumsausstellung wurden 8 KünstlerInnen ausgewählt, die mindestens ein Mal im Haus am Lützowplatz ausgestellt haben.
Elvira Bach, William N. Copley, Dorothy Iannone, Konrad Klapheck, Bernd Koberling, Mario Merz, Katharina Sieverding und Emmett Williams stehen exemplarisch für eine vier Jahrzehnte währende Ausstellungstätigkeit, da sie unterschiedliche Aspekte und Strömungen des Hauses am Lützowplatz verkörpern.

Was die KünstlerInnen eint, ist eine lange, teilweise bis heute anhaltende Verbindung zu dem Kulturzentrum. Pro KünstlerIn wurden je 2 Arbeiten, eine ältere und eine neueren Datums, ausgewählt, die einerseits die langjährige Zusammenarbeit dokumentieren und andererseits den Fokus auf die aktuelle Arbeit des Vereins lenken soll.

Elvira Bach, bekannt für ihre voluminösen Frauenbilder, präsentiert sich mit ihren Arbeiten "La Noire de.." (1990) und Grazie (2003).
Ihr Gemälde von 1990 zeigt einen beinahe bildfüllenden, braunen Frauenkörper vor dunklem Hintergrund. Die locker herabfallenden Arme halten einen kahlen Zweig, an dessen Ende ein zartes Blatt hervorsprießt. Auf den Schultern von Bachs "Göttin" sitzen 2 Vögel, die an eine Taube und einen Falken erinnern. Sie könnten als Symbole widerstreitender Kräfte, kriegerischer Lust und friedlichem Streben, verstanden werden.
"Elvira Bachs Bilder handelten schon immer vom Aufbegehren des Lebendigen gegen die gesellschaftliche Abnutzung, gegen die gedankenlose Zerstörung, gegen den Tod." (Rainer B. Schossig).

Dorothy Iannone und ihr Beitrag zur Emanzipation der Frau und der Künstlerin, mit der furchtlosen Verteidigung der sexuellen Selbstbestimmung, kann nicht hoch genug eingeschätzt werden. Mit ihrer ´68/´69 entstandenen Arbeit Ta(rot) Pack, eine Liebeserklärung an ihren damaligen Lebensgefährten Dieter Roth, verbindet sie malerische und comichafte Elemente, die eine beeindruckende Frische und Vitalität ausstrahlen. Ihre Arbeit löste bei dem damaligen Publikum, den staatlichen Institutionen und sogar unter KünstlerkollegInnen skandalträchtige Reaktionen hervor. Bis heute hat sie ihr Werk konsistent und stimmig weiterentwickelt. Das beweist ihr in diesem Jahr entstandene Roulette-Tisch: "Love is my Inspiration".

Katharina Sieverding arbeitet mit fotografischen Techniken. Für ihre großformatigen Bilder verwendet sie Vorlagen aus den Massenmedien und eigene Aufnahmen, die sie einem technischen Transformationsprozess unterzieht und ihnen somit den Charakter von Unikaten verleiht. Neben den Medienbildern, die gesellschaftliche und soziale Missstände reflektieren, hat sie sich immer wieder mit dem Selbstportrait beschäftigt. Ihre Portraits beeindrucken durch ihre ausdrucksstarke Präsenz und scheinen dem Blick der BetrachterIn mit souveräner Überlegenheit und spöttischer Ironie zu begegnen.

Die "girls art club lounge" in der Studiogalerie, stellt mit den Arbeiten von Danielle de Picciotto, Betty Stürmer, Astrid Küver und Maria-Leena Räihälä einen reinen Gegenwartsbezug dar.

Die 4 Künstlerinnen sind wichtige Protagonistinnen der Berliner Clubkultur
, die sie für ihre Events und Aktionen nutzen. Gleichzeitig sind sie aber auch in den etablierten Kulturinstitutionen und im kommerziellen Kulturbetrieb der Galerien präsent.
Club art, ursprünglich aus Versatzstücken von Mode, Techno, Comic, Style, Nightlife, Groove entstanden, ist auf dem besten Weg, eine anerkannte Kunstrichtung zu werden.

AVIVA-Tipp: Etabliertes und Nachwuchskunst: Ein interessanter Mix für die BesucherInnen.




Veranstaltungsort/Öffnungszeiten:
Haus am Lützowplatz

Förderkreis Kulturzentrum Berlin e.V.
Lützowplatz 9
10785 Berlin
Ausstellungsdauer: 30.11.03 - 15.02.04
freier Eintritt
Öffnungszeiten: Di - So. 11.00 - 18.00 Uhr
Mehr Infos im Netz unter: www.hausamluetzowplatz-berlin.de


Kultur Beitrag vom 03.12.2003 Sabine Grunwald 

   




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