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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 05.09.2006

Ganze Tage, ganze Nächte
AVIVA-Redaktion

Das Schauspiel Neukölln erzählt schmutzige Geschichten von öden Orten "Tja, es ist dunkel dort, da sollte man nachts nicht hin..." Premiere am 15. September 2006 um 20 Uhr im Saalbau Neukölln.



Am vergessenen Rande der Stadt erhellen allenfalls ein paar brennende Autos und anschließend die Fernsehscheinwerfer der empört sich gebenden Abendnachrichten die traurigen Straßen. Ein verlorener Ort, wo niemand wohnt, weil es so schön ist, sondern weil das Leben einen hier hingerotzt hat. Und damit muss man nun klar kommen.

Es ist eine triste Welt, in der Autor Xavier Durringer seine Protagonisten herumirren lässt, desillusioniert, kaputt und hoffnungslos. Wie oft bei Durringer spielt auch dieses Stück in den Banlieus, den Trabantenstädten von Paris, und ist doch gleichzeitig völlig ortlos, könnte ebenso in vielen anderen öden Vororten vieler anderer Metropolen spielen, wo die gleichen verkrachten Existenzen versuchen, sich für ihr Leben ein bisschen Würde zu erkämpfen. Oder wenigstens ein paar tröstende Drogen.

Foto © Burkhard Peter. (vlnr: Paul-Alexander Aubin, Gerald Koenig, Anke Rupp, Anne Baum, Dirk-Oskar Plate)
Es ist keine runde Story, die hier erzählt wird. Hier finden sich nur Fetzen von Geschichten, wie die Scherben einer auf dem Asphalt der dreckigen Hinterhöfe zerplatzten Welt, in denen in kurzen Momenten die Träume und Ängste der rau skizzierten Figuren aufblitzen. Die Beziehungen zwischen ihnen, zwischen Luzia und Fred, Gerald, Paul, Silvia sind geprägt vom ewigen Wunsch nach Ausbruch aus der Trostlosigkeit ihres Daseins und der in Wut und Aggression umschlagenden Enttäuschung über die Aussichtslosigkeit ihrer Wünsche. Im grobkörnigen Sound ihrer Gossensprache verhandeln sie den nächsten armseligen kleinkriminellen Deal und die nächste sinnlose, sich wiederholende Party. Liebe findet hier kaum ihren Platz, denn sie hält höchstens "so lang wie eine Zahnbürste", allein Sex verspricht kurzzeitige Tröstung.

Mit "Ganze Tage, ganze Nächte" treibt sich das Schauspiel Neukölln einmal mehr unterhalb der sauber polierten Oberfläche moderner Lebensart herum und sucht in Gesellschaft von Schmutz und Hoffnungslosigkeit ... nein, nicht nach Lösungen. Denn die bietet das Stück nicht an. "Ganze Tage, ganze Nächte" ist eher wie die misstrauische Suche nach einer kleinen Hoffnung, welche "der Regenbogen über dem herabstürzenden Bach des Lebens" wäre, wie Nietzsche sagte. Oder, in den Worten des Stückes: "Das Schöne ist, wenn du nachts im Dunkeln einschläfst, kannst du an die Frau denken, die du liebst, auch wenn es nicht die ist, die neben dir liegt."

Schauspiel Neukölln No. 21:
Ganze Tage, ganze Nächte

von Xavier Durringer
Regie: Rüdiger W. Kunze
Bühne: Ulrike-Martha Zimmermann
Kostüm: Birgit Reinhart
Es spielen: Anne Baum, Kristin Graf, Anke Rupp, Paul-Alexander Aubin, Gerald Koenig, Dirk-Oskar Plate, Manfred Wilhelm
Premiere: 15.9.06 um 20 Uhr
Vorstellungen: 17.9., 20. bis 24.9., 26. bis 28.9., jeweils 20 Uhr
www.saalbau-neukoelln.de


Kultur Beitrag vom 05.09.2006 AVIVA-Redaktion 

   




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