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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 11.01.2004

OSAMA. Der Film, den es bis jetzt nicht geben konnte
Iris Wegner

Der erste afghanische Spielfilm nach dem Ende der Taliban-Herrschaft. Siddiq Barmak, Regisseur und Drehbuchautor, erzählt die bewegende Geschichte eines Mädchens in Kabul, der Hauptstadt Afghanistans



Nach der Machtübernahme durch die Taliban stehen in Afghanistan tausende von Witwen und alleinstehende Frauen vor einem unüberwindlichen Problem: Wie sollen sie ihren Lebensunterhalt verdienen, wenn sie nur in Begleitung männlicher Verwandter das Haus verlassen dürfen?
In Kabul wird ein ausländischer Reporter Zeuge einer Massendemonstration afghanischer Frauen gegen das neue Regime. "Wir sind nicht politisch, wir haben Hunger" steht auf ihren Transparenten.
Die Demonstration wird brutal niedergeschlagen. Viele Frauen und der Reporter werden verhaftet.

Eine Mutter beschließt, ihre 12 jährige Tochter als Sohn zu verkleiden. Als Junge muss das Mädchen die Familie ernähren, lebt in ständiger Furcht vor Entdeckung. Sie arbeitet für einen Milchmann, der mit dem im Krieg gefallenen Vater der Familie befreundet war. Er weiß von der Verkleidung und begibt sich in Lebensgefahr, um sie zu schützen.

Die Taliban holen das Mädchen gemeinsam mit allen anderen Jungen in die Koranschule. Espandi, der gemeinsam mit ihr und ihrer Mutter während der Frauendemonstration geflüchtet war, erkennt sie trotz ihrer Verkleidung wieder und hilft, ihr Geheimnis zu wahren. Er gibt ihr den Namen Osama und zeigt ihr, wie sie sich als Junge verhalten muss.
Doch Osama fällt auf. Sie wird wegen Feigheit öffentlich bloß gestellt und bestraft. Dabei entdeckt ein alter Mullah, dass sie ein Mädchen ist. Sie wird als Verräterin ins Gefängnis geworfen, wo bereits unzählige andere Frauen auf ihre Verurteilung warten.

Beim öffentlichen Prozess wird sie Zeugin, wie die Todesurteile an dem ausländischen Reporter sowie einer westlichen Ärztin vollstreckt werden. Sie selbst wird dazu verurteilt, den alten Mullah, der sie in der Koranschule enttarnt hat, zu heiraten. Sein Hochzeitsgeschenk ist ein Vorhängeschloss.

In seiner poetischen Sprache macht der Film den physischen und psychischen Terror spürbar, dem Frauen unter dem extremistischen Regime ausgesetzt waren. Dabei vermeidet Barmak allerdings jede Schwarz-Weiß-Malerei und zeigt, dass auch Männer von dem Regime unterdrückt und instrumentalisiert wurden.

Dieser Film hat einen Atem, den Atem der Angst - die Angst dieses 12 jährigen Mädchens. Nur in wenigen Momenten, wo sie ihren Kopf in den Schoß der Großmutter legen darf und von ihr in den Schlaf gestreichelt wird, lässt diese Angst ein wenig nach. Doch diese Momente haben bald ein Ende, denn nach der öffentlichen Bestrafung in der Koranschule, bei der sie an den Armen in das Loch eines Brunnens gehängt wird, sieht sie ihre Familie nie wieder.

In Barmaks Film spielen nur Laiendarsteller, die der Regisseur fast ausschließlich von der Straße aufgelesen hat. "Die Menschen in meinem Film spielen nicht nur, sie können auf eigene Erfahrungen zurückgreifen. So wurde Marinas (das Mädchen, Anm.d. Red.) Vater von den Taliban zum Krüppel geschlagen.".
"Mein Film ist eine Hommage an die Geduld der Afghanen, die so viel Leid erfahren haben. Der Preis gilt ihrem Widerstand und ihrer unzerstörbaren Hoffnung auf die Zukunft"
meint der Regisseur, dessen Film von der Camera-d´Or-Jury in Cannes 2003 lobend erwähnt wurde und den Preis der französischen Arthouse-Kinos 2003 bekam. Barmak selbst erhielt die Fellini-Medaille der UNESCO.




OSAMA
Regie und Drehbuchautor: Siddiq Barmak
DarstellerInnen: Marina Golbahari, Mohmmad Nadre Khwaja, Mohmmad Arif Herati, Zubaida Sahar, Hamida Refah, Gul Rahaman Ghorbandi, Mohmmad Nabi Nawa.
Dauer: 83 Minuten
Kinostart: 15.01.2004
Afghanistan, Irland, Japan 2003
www.osama-derfilm.de

Kultur Beitrag vom 11.01.2004 AVIVA-Redaktion 

   




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