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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2016 - Beitrag vom 05.03.2008

Das Tal von Elah. In The Valley Of Elah
Constanze Gei├čler

Von Regisseur Paul Haggis gedreht, erteilt der Film eine deutliche Absage an den Irakkrieg und setzt sich mit den psychisch traumatisierten Befindlichkeiten der Soldaten auseinander.



Der amerikanische Film ist in der politischen Gegenwart angekommen. Der Irakkrieg als Thema bestimmt das Kino und setzt sich mit den j├╝ngsten politischen Ereignissen, die immer auch gesellschaftliche Ereignisse sind, auseinander. W├Ąhrend Robert Redfords "Von L├Âwen und L├Ąmmern" (2007) die hintertriebene Agitation der amerikanischen Regierung durchleuchtet, geht Paul Haggis┬┤ Film "Im Tal von Elah" (2007) allerdings einen anderen Weg der Aufarbeitung: Er erz├Ąhlt die Geschichte eines zur├╝ckgekehrten Soldaten aus dem Irakkrieg.

Es ist das Thema des Kriegsheimkehrers, das den Regisseur ("L.A. Crash") besch├Ąftigt. Dabei leuchtet Paul Haggis die Charaktere seiner Figuren psychologisch genau aus.

Soldat Mike Deerfield (Jonathan Tucker) ist gemeinsam mit seiner Einheit nach achtzehn Monaten zur├╝ck zum Armeest├╝tzpunkt in New Mexico gekehrt, bleibt aber unauffindbar.
Niemand wei├č etwas ├╝ber sein Verschwinden! Von den Beh├Ârden nicht sehr wohlwollend unterst├╝tzt, macht sich der Vater Hank Deerfield (Tommy Lee Jones), der selbst ein Kriegsveteran ist, nahezu allein auf die Suche nach seinem vermissten Sohn. Viel Zeit investiert der Film, um diesen Vater auf dem Weg der Recherche und des Sprechens mit Kameraden von Mike Deerfield zu zeigen. Der Film begleitet ihn auf seinen Erkundigungstouren in der N├Ąhe des St├╝tzpunktes und wie der Mann in st├Ąndigem Telefonkontakt mit seiner Ehefrau Joan (Susan Sarandon) steht.

"Im Tal von Elah" entwickelt auch Nebenhandlungen, die, so scheint es, zun├Ąchst nicht viel mit dem Thema der Kriegsheimkehr zu tun haben. Detective Emily Sanders (gro├čartig unglamour├Âs: Charlize Theron) muss unter den sexistischen Anspielungen ihrer Kollegen leiden. Sie ist allein erziehende Mutter und lebt mit ihrem kleinen Sohn in der N├Ąhe ihres Arbeitsplatzes. Doch dann lernt sie Hank Deerfield kennen und hilft ihm fortan bei der Suche. Eines Abends erz├Ąhlt der Kriegsveteran "Das Tal von Elah" als eine Gutenachtgeschichte f├╝r den kleinen Sohn der Polizistin: Es ist der Kampf des kaum bewaffneten David gegen den Riesen Goliath.

Der Film von Paul Haggis n├Ąhert sich ohne rei├čerische Adit├╝ten an die Situation der Kriegsheimkehrer an, um dann am Ende allerdings die Form einer radikalen Aufkl├Ąrung zu gewinnen. "Im Tal von Elah" zeigt einen jungen Soldaten, der sich - wie schon so viele vor ihm - v├Âllig unbedarft dem Krieg verschrieben hat. Nach Au├čen smart und verst├Ąndnisvoll wirkend, bewegt er sich nach seiner R├╝ckkehr jedoch fernab von allem Vertrauten und Menschlichen. Er kann sich aus der Spirale von Gewalt nicht befreien, sondern macht sie zu eigenen Mitteln des Handels.

AVIVA-Tipp: Ein l├Ąndliches und friedliches Amerika hat Regisseur Paul Haggis als Setting f├╝r seinen Film gew├Ąhlt. Doch er zeigt die Narbe auf, die der Krieg in diesem Land hinterlassen hat. Und er setzt am Ende ein deutliches Zeichen, was den Zustand Amerikas betrifft. Unbedingt ansehen! Denn eines bringt "Im Tal von Elah" klar auf den Punkt: Krieg kann nicht moralisch reflektiert werden, sondern wirft den Menschen v├Âllig zur├╝ck in die Isolation.

Im Tal von Elah
OT: In The Valley Of Elah
USA 2007
Regie und Drehbuch: Paul Haggis
DarstellerInnen: Tommy Lee Jones, Charlize Theron, Susan Sarandon, u.a.
Spielzeit: 124 Minuten
FSK: 12 Jahre
Kinostart: 6. M├Ąrz 2008
www.inthevalleyofelah.com

Kultur > Film Beitrag vom 05.03.2008 AVIVA-Redaktion 

   




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