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AVIVA-BERLIN.de im November 2017 - Beitrag vom 09.11.2017

Lady Macbeth. Das gewaltige Kinodebüt des Theaterregisseurs William Oldroyd nach dem Drehbuch von Alice Birch mit Florence Pugh in der Rolle der Katherine. Kinostart: 02. November 2017
Tina Schreck

Mittels ruhiger Einstellungen zeichnet dieses Liebesdrama das düstere Bild einer grausam-leidenschaftlichen Heldin, die sich aus einem Konstrukt aus Sex, Lügen und Gewalt zu befreien versucht. Packend und hypnotisierend.



Emanzipation im 19. Jahrhundert: Inspiriert von der 1865 erschienenen Novelle "Die Lady Macbeth von Mzensk" des russischen Schriftstellers Nikolai Leskow, adaptierte Alice Birch die Geschichte einer jungen Frau, die untypisch für die damalige Zeit ihr Schicksal selbst in die Hand nimmt und unerschütterlich für ihre Freiheit kämpft. Eine spannende Vorlage für die Drehbuchautorin, die bereits mit ihrem Theaterstück "Revolt. She said. Revolt again", das der Guardian als "the ferocious, urgent roar of young and angry feminism" bezeichnet, ein feministisches Thema auf die Bühne brachte. Mit "Lady Macbeth" kreiert sie eine mitreißende Frauenfigur, die gleichermaßen fasziniert und verstört.

Unpleasant life

Die junge Katherine, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt, wird an den reichen Minenbesitzer Boris verkauft und ist gezwungen, dessen schroffen, um einiges älteren Sohn Alexander zu heiraten. Sofort wird sie von den beiden Männern in die Rolle der der unterwürfigen Haus- und Ehefrau gedrängt, deren Hauptzweck darin besteht, der Familie einen ebenbürtigen Erben zu schenken. Wie sich aber bereits in der Hochzeitsnacht herauskristallisiert, ist ihr von Selbstzweifeln geplagter Gatte weder an ihrer Person, noch an ihrem Körper interessiert. Vom Vater unter Druck gesetzt, schikaniert er seine freiheitsliebende Frau wo er kann und verbietet ihr sogar, das Haus zu verlassen. Diese reagiert zunächst mit stoischer Müdigkeit auf ihr heimisches Gefängnis und verfällt in apathische Gleichgültigkeit.
"I´m terribly bored",
klagt die frustrierte Katherine ihr Leid. Doch schon bald sieht sie die Möglichkeit gekommen, sich der absurden Ausgangssperre zu widersetzen. Als ihr Mann und dessen Vater zu einer längeren Reise aufbrechen, erwacht Katherine aus ihrer Lethargie und nutzt fortan jede Gelegenheit, um auf den umliegenden Wiesen der atemberaubenden Moorlandschaft zu neuen Kräften zu gelangen.

Dark soul

Bei einem ihrer verbotenen Ausflüge überrascht sie einige Gutsarbeiter des Anwesens, die gerade dabei sind, ihre Haushälterin Anna (Naomie Ackie) zu demütigen. "We´re weighing a sow", ist die provokante Antwort des Stallknechts Sebastien (Cosmo Jarvis) auf ihre Frage, warum die junge Frau nackt in eine Decke gehüllt von der Decke hängt. Allmählich zeichnet sich der düstere Charakter der Lady Macbeth ab, die Anna zwar aus den Fängen der Männer befreit, jedoch keinerlei Mitleid für ihre traumatisierte Bedienstete aufbringt. Stattdessen findet sie Gefallen an dem anrüchigen Sebastien, mit dem sie schon kurze Zeit später auf eine leidenschaftliche Affäre einlässt.

Love is blind

Blind vor leidenschaftlicher Liebe gibt sie sich bedingungslos ihren Gefühlen hin. "I follow you to the cross, to the prison, to the grave, to the sky" schwört sie ihrem Geliebten, dessen Unbehagen nach dem passionierten Liebesschwur sichtlich steigt. Doch Katherine ist besessen von der Idee einer gemeinsamen Zukunft und zeigt sich entschlossen, mit allen Mitteln für ihr gemeinsames Glück zu kämpfen. Wenn nötig, geht sie dafür sogar über Leichen. Von blinder Liebe und mörderischer Willenskraft getrieben, verfällt sie schon bald in leichtsinnigen Übermut.

Smashing performance

Die Schauspielerin Florence Pugh brilliert in ihrer Rolle der Lady Macbeth, deren dunkle Seiten sie in all ihren feinen Nuancen zur Geltung bringt. Das hämische Lachen, der überhebliche Blick und die ungenierte Skrupellosigkeit – die fulminante Darbietung der jungen Britin überzeugt zu hundert Prozent. Die auf ein Minimum reduzierte Filmmusik und das puristische Bühnenbild lenken einmal mehr den Fokus auf deren bedrohliche Figur, die die Zuschauer_innen unwillkürlich in ihren Bann zieht.

AVIVA-Tipp: "Lady Macbeth" ist ein hochspannendes, elektrisierendes Liebesdrama, das dem Publikum eiskalte Schauer über den Rücken jagt. Eine fesselnde filmische Umsetzung des historischen Stoffs einer radikal liebenden Frau, die sich von nichts und niemandem aufhalten lässt.

Lady Macbeth
Großbritannien 2016
Regie: William Oldroyd
Drehbuch: Alice Birch
Darsteller*innen: Florence Pugh, Cosmo Jarvis, Naomie Ackie, Paul Hilton, Christopher Fairbank, Golda Rosheuvel, Anton Palmer, u.v.m.
Produziert von: Christie Molia, Charles Gillibert
Szenenbild: Jacqueline Abrahams
Kostüm: Holly Waddington
Verleih: Koch Films GmbH
Lauflänge: 89 Minuten
Kinostart: 02.11.2017
Filmwebsite und Trailer: www.kochmedia-film.de

Zur Drehbuchautorin: Alice Birch wurde 1986 in Malvern, Großbritannien geboren und studierte an der University of Exeter. Sie ist als Autorin für verschiedene Theater, wie dem Royal Court, dem Paines Plough, dem Young Vic, dem National Theatre oder der Berliner Schaubühne tätig. Zu den von ihr geschriebenen Stücken zählen "Schatten" (2016), "Orphelia´s Zimmer" (2015), "We want you to watch" (2015), "Little light" (2015), "Revolt. She said. Revolt again" (2014, für das sie mit dem George Devine Award ausgezeichnet wurde), "Salt" (2013) und viele mehr. Darüber hinaus verfasste sie das Stück "Flying the Nest" für BBC Radio 4. 2014 gewann sie den Arts Fondation Award for Playwriting. Neben dem Schreiben spielte sie in dem Kurzfilm "Jane seeing Mark" (2011) sowie in dem Drama "Berry´s Way" (2006) mit. "Lady Macbeth" ist ihr erstes Filmdrehbuch.
Weitere Infos zu Alice Birch unter: www.schaubuehne.de

Zur Hauptdarstellerin Florence Pugh: kam am 03. Januar 1996 in Oxfordshire, Großbritannien zur Welt. Bereits während ihrer Schulzeit trat sie am North Wall Theatre in Produktionen wie "Romeo und Julia", "Bluthochzeit", "The Clearing" oder "Into the Woods" auf. Mit dem Mysterydrama "The Falling" (2014) gab die Schauspielerin in der Rolle der Abigail Mortimer ihr Filmdebüt, für das sie beim BFI London Film Festival als Beste Nachwuchsschauspielerin nominiert wurde. Ihre erste Hauptrolle spielte sie in dem amerikanischen Fernsehfilm "Studio City" (2015). Vom Screen International wurde ihr 2016 der Titel "Star of Tomorrow" verliehen und im selben Jahr wurde sie von einer internationalen Jury für den BAFTA Breakthrough Brit Award ausgewählt. Für ihre überragende Darstellung der Lady Macbeth gewann sie im Februar 2017 den Dublin Film Critics Circle Award als Beste Hauptdarstellerin.
Weitere Infos zur Schauspielerin unter: www.imdb.com

Kultur > Kino Beitrag vom 09.11.2017 AVIVA-Redaktion 

   




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