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AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 26.11.2017

Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben. Ein Film von Cecilia Atán und Valeria Pivato mit Paulina Garcia. Kinostart: 30. November 2017
Tina Schreck

Nach dem Welterfolg "Gloria" (2013) begeistert die chilenische Ausnahmeschauspielerin Paulina Garcia nun in diesem charmanten Roadmovie, der viel mehr als eine gewöhnliche Liebesgeschichte ist. Vielmehr geht es um die Liebe zu sich selbst und um verstecktes Potenzial, das manchmal erst in unwägbaren Situationen an die Oberfläche gelangt. Der Debütfilm der beiden Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen wurde bei den internationalen Filmfestspielen von Cannes in der Sektion "Un Certain Regard" aufgeführt.



"The starting point was my wish to portray a feeling of not being tied to a place through a character", antwortet Cecilia Atán im Cannes-Interview auf die Frage, wie die Idee zum Film entstand. Dieses Gefühl der Ungebundenheit entwickelt sich in dem charmanten Roadmovie peu à peu, leise und mit Bedacht. Es ist der Prozess einer Frau, die unerwartet aus ihrer Komfortzone gerissen wird und deren ungeahnte, innere Stärken sich erst durch diesen plötzlichen Sicherheitsverlust entfalten. Das Unvorhergesehene wird zur treibenden Kraft, die sie lehrt, loszulassen und ihre neue Freiheit zu genießen.

Die Reise durch die Wüste

Seit Jahrzehnten schon arbeitet die 54-jährige Teresa als Haushälterin für eine Familie in Buenos Aires. Sie ist fest davon überzeugt, Teil dieser Familie zu sein, der sie ihr ganzes Leben gewidmet hat. Als diese jedoch ihr Haus verkaufen muss, verliert Teresa nicht nur ihren Job, sondern alles, was sie hat. Aus ihrer heilen Welt gestoßen, klammert sie sich an das bisschen, was ihr bleibt: eine Tasche mit einigen wenigen Habseligkeiten. Widerwillig macht sie sich auf den Weg zu einer neuen Familie im 700 Meilen entfernten San Juan, um ihr Leben neu zu ordnen. Doch dann kommt alles ganz anders als es soll.

La Difunta Correa

"Mysteriöse Dinge haben immer mit der Heiligen zu tun", wird Teresa gleich zu Beginn ihrer Reise durch die argentinische Wüste von einer Fremden aufgeklärt. Gemeint ist Deolinda Correa, die einst mit ihrem Säugling dieselbe Wüste durchquerte, um ihren von spanischen Soldaten verschleppten Ehemann wiederzufinden. Nach wenigen Tagen verdurstete sie mit ihrem Baby in den Armen, das überlebte, indem es von den Brüsten seiner toten Mutter trank. Bis heute wird sie von vielen Menschen die Schutzheilige der Reisenden verehrt, die als Sinnbild für die treue, liebende Frau und aufopferungsvolle Mutter gesehen wird. So wie die Wüste die Metapher für das Unbehagen der Selbsterfahrung ist, steht die Correa im Film allerdings für die Kraft der Natur, die allen Widrigkeiten trotzt. In diesem mythischen und doch sehr lebendigen Kontext muss Teresa ihren ersten, schicksalhaften Rückschlag einstecken: Sie vergisst ihre Tasche mit all ihrem Hab und Gut in dem Truck des fahrenden Händlers Gringo (Claudio Rissi). Verzweifelt begibt sich Teresa zunächst auf die Suche nach dem charismatischen Reisenden, um schließlich mit dessen Hilfe ihre verlorenen Habseligkeiten wiederzufinden. Gemeinsam fahren sie mit seinem Pickup die verschiedenen Stationen ab, an denen Gringo die Nacht zuvor seine Ware abgeladen hat.

Die Verwandlung

Während des gemeinsamen Roadtrips füllt sich die stille, introvertierte Teresa langsam mit Leben und Farbe. Mit vollkommener Akribie interpretiert die chilenische Schauspielerin Paulina García diese zaghafte Metamorphose, die sich vor allem in Mimik und Körperhaltung widerspiegelt. Teresa, die zu Beginn penibel darauf bedacht ist, jegliche Emotionen zu unterdrücken und Blickkontakte zu meiden, blüht mit der Zeit immer mehr auf. Auch dass der charmante, enigmatische Gringo sie nicht kalt lässt, erschließt sich lediglich aus einer kurzen, unspektakulären Szene, in der sie sich verstohlen im Autospiegel betrachtet und mit einem beinahe unmerklichen Lächeln einzelne Haarsträhnen ins Gesicht zupft. Angeregt durch Gringos Leichtigkeit, traut sie sich erstmals, Gefühle zuzulassen und auf ihr Herz zu hören. Nach und nach löst sie sich so aus ihrer Starrheit und erwacht zu neuem Leben, in dem alles möglich zu sein scheint.

AVIVA-Tipp: "Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben" lebt von den beeindruckenden Bildern der weiten Wüste, inmitten derer sich auf wundersame Weise zwei Schicksale kreuzen. Langsam und leise entwickelt sich eine zarte Romanze, die auf wunderschöne Weise auf das verweist, was wirklich wichtig ist: wir selbst.

Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben
Argentinien/Chile 2017
Regie und Drehbuch: Cecilia Atán und Valeria Pivato
Darsteller*innen: Paulina Garcia, Claudio Rissi, u.a.
Verleih: Arsenal Filmverleih GmbH
Lauflänge: 78 Minuten
Kinostart: 30.11.2017
Filmwebsite und Trailer: www.arsenalfilm.de

Auszeichnungen:

Un Certain Regard - Cannes Filmfestival 2017
Gewinner Cinema in Construction - Cinelatino - Toulouse 2017

Zu den Regisseurinnen und Drehbuchautorinnen:

Cecilia Atán wurde am 14. Dezember 1978 in Buenos Aires, Argentinien geboren. Sie begann ihre Karriere als Praktikantin bei Regisseur Eduardo Mignogna auf dem Set von "El faro" (1998). Danach arbeitete sie Regieassistentin, ehe sie ihren ersten eigenen Kurzfilm "El mar" drehte, der 2012 nach Cannes in die Kurzfilmreihe eingeladen wurde, bevor er bei Wettbewerben in Biarritz und Mar del Plata lief. 2015 führte sie bei acht Episoden der Dokumentarserie "Madres de Plaza de Mayo. La historia" Regie, die 2016 für den Internationalen Emmy nominiert wurde. "Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben" ist ihr erster Spielfilm. Neben ihrer Tätigkeit als Regisseurin und Drehbuchautorin gründete Cecilia Atán 2004 gemeinsam mit Sebastián Mignogna und Guido Mignogna die Produktionsfirma El Perro en la Luna.
Weitere Infos zu Cecilia Atán unter: www.imdb.com

Valeria Pivato wurde 1973 in Buenos Aires, Argentinien geboren. Nachdem sie ihr Studium für Design und Film absolvierte, war sie als Regieassistentin, Script Supervisor und Casting Director tätig. So arbeitete sie unter anderem mit dem argentinischen Filmregisseur Juan José Campanella an "Le Fils de la mariée" (2001) sowie an "Dans ses yeux" (2010), der den Oskar für den Besten Fremdsprachigen Film erhielt. Für den Film "Nordeste", der 2005 in Cannes bei "Un Certain Regard" aufgeführt wurde, fungierte sie als Script Supervisor. 2008 arbeitete sie mit Pablo Trapero an dem Drama "Leonera", der in Cannes im Wettbewerb lief. Mit "Before and after… and after again" gewann sie 2013 die Patagonik International Screenwriters Competition und 2017 drehte sie gemeinsam mit Cecilia Atán ihren ersten Langfilm "Señora Teresas Aufbruch in ein neues Leben".
Weitere Infos zu Valeria Pivato unter: www.imdb.com

Zur Hauptdarstellerin Paulina García: Die Schauspielerin, Regisseurin und Dramaturgin wurde am 27. November 1960 in Santiago de Chile geboren und hat in ihrer langen Karriere zahlreiche Preise sowohl für ihre Filme wie auch für ihr Bühnenwerk gewonnen. Mit der Titelrolle in Sebastián Leilos "Gloria" (2013) gelang ihr schließlich der internationale Durchbruch. Für ihre beeindruckende Darstellung wurde sie auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären preisgekrönt. Seither hat sie sowohl in US-Independent-Filmen wie "Little Men", als auch in großen internationalen Produktionen wie der Netflix-Serie "Narcos" mitgespielt. Daneben wirkte sie in lateinamerikanischen wie Alejandro Fernandez Almendras´ "Tout va bien" mit.
Weitere Infos zu Paulina García unter: www.imdb.com

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

GLORIA
Hauptdarstellerin Paulina García gewann für ihre überzeugende Darstellung der Gloria, einer Frau Ende 50, verdientermaßen den Silbernen Bären 2013. Diese Frau muss frau einfach lieben! Gloria ist 58 Jahre alt, geschieden und ihre Kinder sind schon aus dem Haus. Doch allein will sie ihre Tage und Nächte nicht verbringen. (2014)

Kultur > Kino Beitrag vom 26.11.2017 Tina Schreck 

   




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