3 Tage in Quiberon - Drehbuch und Regie Emily Atef. Kinostart am 12. April 2018 - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

VOM BAUEN DER ZUKUNFT – 100 JAHRE BAUHAUS ANNE CLARK – I´LL STEP OUT INTO TOMORROW Die Pariserin – Auftrag Baskenland
Aviva-Berlin > Kultur > Kino AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Happy Birthday AVIVA




AVIVA wishes you a happy and peaceful New Year 2018




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im April 2018 - Beitrag vom 07.04.2018

3 Tage in Quiberon - Drehbuch und Regie Emily Atef. Kinostart am 12. April 2018
Helga Egetenmeier

Sie interessiere sich für Frauen in Krisenmomenten, sagt Regisseurin und Drehbuchautorin Emily Atef. Entsprechend aufmerksam verfilmte sie nun Romy Schneiders letztes großes Interview, das diese im Frühjahr 1981 dem Magazin "Stern" gab. Seine Weltpremiere…AVIVA verlost 2x2 Kinotickets und 2x den Bildband "Romy Schneider – Film für Film" (Verlag Schirmer/Mosel)



... hatte der Film auf der Berlinale 2018 und ist in zehn Kategorien für den Deutschen Filmpreis 2018 nominiert.

Drei Tage in der Bretagne

Vermittelt durch den Fotografen Robert Lebeck, mit dem die Schauspielerin befreundet war, kam dieses dreitägige Interview während ihres Kur- und Fasten-Aufenthalts in der französischen Hafenstadt Quiberon zustande. Lebeck, der mit einer Bilderserie daran beteiligt war, gestattete der Drehbuchautorin und Regisseurin Emily Atef den Zugang zu seinen fast 600 dabei entstandenen Fotos.

Inspiriert durch diese Schwarz-Weiß-Aufnahmen, interpretiert sie in ihrem Film dieses letzte Interview von Romy Schneider vor deren Tod 1982. Gedreht wurde am gleichen Ort in der Bretagne, an dem sich seit damals weder die Landschaft, noch das Hotel besonders verändert haben. Obgleich Atef diese Atmosphäre durch den in Schwarz-Weiß gedrehten Film aufgreift, interessiert sie sich nicht für eine authentische Nacherzählung des Interviews, sondern legt den Fokus auf die außerhalb stattfindenden Interaktionen zwischen den Beteiligten.

Angelegt als Kammerspiel mit vier Personen, gehören neben Marie Bäumer als Romy Schneider - die ihr im Erscheinungsbild sehr ähnlich sieht - noch der Porträtfotograf Robert Lebeck (Charly Hübner) und der Stern-Journalist Michael Jürgs (Robert Gwisdek) zu der kleinen Gruppe. Damit sie nicht nur "Romy und die Männer" zeigen müsse, entwickelte die Regisseurin die fiktive Figur der Romy-Freundin Hilde (Birgit Minichmayr). Über deren langjährige Frauenfreundschaft kreiert sie ein vertrauliches Gefüge von Intimität und Nähe, das dadurch einen tieferen Einblick in die privaten Probleme der Schauspielerin einfängt.

"Ich bin doch längst nicht mehr Sissi, ich war das auch nie. Ich bin eine unglückliche Frau von zweiundvierzig Jahren und heiße Romy Schneider." (Stern, 23.4.1981)

Als Weltstar, die in internationalen Filmproduktionen mitwirkte und mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurde, war Romy Schneider für deutsche Medien ein verkaufsförderndes Thema. Seit den 1950er Jahren, in denen sie als "Sissi" bekannt wurde, diente sie als eine Projektionsfläche für Sehnsüchte und Kritik. Interviews mit der deutschen Presse sah sie deshalb auch als Herausforderung, um gegen dieses weiterhin bestehende Image anzugehen. Kritisiert wurde sie ebenfalls für ihren Umzug nach Frankreich im Jahr 1958, durch den sie jedoch erst der Festlegung auf diesen Rollentyp entkam. In den zahlreichen Veröffentlichungen zu ihrem Leben wird für diesen Schritt ihre Liebe zu Alain Delon, wie auch die Abrenzung gegenüber ihrer Mutter angeführt.

Ihre Eltern, Magda Schneider und Wolf Albach-Retty, ein erklärter Nationalsozialist, waren ein bekanntes Schauspieler*innen-Ehepaar, das während der NS-Zeit in über 30 Filmen mitwirkte. Wie PD Dr. Urte Helduser in literaturkritik.de schreibt, ist "Magda Schneiders Nähe zu Adolf Hitler und zu führenden Nazis" nicht neu. Nach dem Kriegsende und der Scheidung 1945 blieb Romy mit ihrem jüngeren Bruder Wolfdieter bei der Mutter. Diese arbeitete für den Unterhalt der Familie weiterhin als Schauspielerin und so traten sie in Romy Schneiders erstem Film ("Wenn der weiße Flieder wieder blüht", 1953) gemeinsam vor die Kamera. Daraus entwickelte sich für die Schauspielerin eine inhaltliche Abgrenzung von ihrer Mutter und ihren ersten Filmen, die zu einem Bestandteil ihres Lebens wird. Besonders deutlich wird diese Auseinandersetzung in "Die Spaziergängerin von Sans-Souci" (1982), ihrem letzten Film, in dem Romy Schneider sich in einer Doppelrolle mit den Greueltaten des Nationalsozialismus und seinen Nachwirkungen befasst.

Den Bezug zur deutschen Presse setzt Emily Atef als entscheidenden Aspekt für das Interview gleich an den Beginn ihres Films. Sie lässt ihre Freundin Hilde bestürzt und entsetzt reagieren, als sie erfährt, dass die Schauspielerin einem Stern-Interview zugesagt hat. Denn eigentlich befindet sie sich in diesem Kurhotel, um sich zu erholen und ihre Alkohol- und Tablettensucht in den Griff zu bekommen. Zu dieser Zeit, dem Frühjahr 1981, trafen für Romy Schneider einige Ereignisse zusammen. Sie hatte eine Nierenoperation hinter sich und die Scheidung von ihrem zweiten Mann vor sich. Finanzielle Sorgen waren ein Anlass, sich weiteren Filmprojekten zuzuwenden, so dass wenig Zeit für ihre zwei Kinder blieb. Besonders letzteres belastete sie, da ihr Sohn David bei seinem Stiefvater bleiben wollte. Ihr erster Mann, Harry Meyen, KZ-Überlebender und der Vater von David, hatte sich zwei Jahre vorher, im Frühjahr 1979, erhängt.

Weit mehr als das Stern-Interview

Für das umfangreiche Interview verbrachte Romy Schneider mit ihrer Freundin Hilde, dem Journalisten Jürgs und dem Fotografen Lebeck lange Stunden mit Fragen und Antworten in einem zu klein wirkenden Hotelzimmer. Zwar zeigt die Kamera mit ein paar Interview-Szenen in diesem beengten Raum auch den Zweck der Zusammenkunft, doch Emily Atef wählt für ihre Darstellung dieser drei Tage vorzugsweise die Zeiten außerhalb des Interviews.

Durch eine gemeinsame abendliche Flucht aus dem Kurhotel zeigt die Regisseurin, dass sich die kleine Gruppe langsam zueinander findet. Sie besuchen eine Taverne am Hafen, in der sie trinken, rauchen, tanzen, lachen und diskutieren. Daraus entwickelt sich eine 20-minütige Barszene, die eine übermütige Leichtigkeit zeigt, die ansteckend wirkt und dennoch immer wieder kurz vor dem Zerbrechen scheint. So vereint dieser grandiose Kneipenabend vielleicht alles, was das echte Interview auch war: eine Symbiose aus Öffentlichkeit und Privatheit, Arbeit und Freundschaft, Angst und Leidenschaft.

Die Frauen in den Filmen von Emily Atef

Emily Atef stellt in ihrer Arbeit häufig Frauen in problematischen Lebenssituationen in den Mittelpunkt. Ihre Filme zeichnen sich dabei durch tief in die menschlichen Gefühlswelten blickende Inszenierungen aus, die sich respektvoll ihren Figuren nähern. So stellt sie in ihrem Debütfilm Molly´s Way (2005 ) eine junge Irin in den Mittelpunkt, die dem Vater ihres ungeborenen Kindes nach Polen folgt. "Das Fremde in mir", über eine Frau, die nach ihrer Schwangerschaft eine harte Depression durchmacht, lief 2009 beim Festival in Cannes. Mit dem Roadmovie "Töte mich" (2012), über ein lebensmüdes Mädchen, zeigt sie deren wieder aufkommenden Lebenswillen durch die Freundschaft zu einem entflohenen Häftling.

Auch in ihren zwei Regiearbeiten für das Fernsehen thematisiert sie herausfordernde weibliche Lebenswelten. So erschien 2016 - nach dem autobiografischen Roman von Marion Gaedicke - ihr Fernsehfilm "Wunschkinder". Darin führt ihr Kinderwunsch ein Ehepaar dazu, sich für den langen Weg einer Auslandsadoption zu entscheiden. Ebenfalls nach einer wahren Begebenheit entwickelte Emily Atef "Königin der Nacht" (2017) über das Leben einer Biobäuerin, die aus finanzieller Not und mit dem Einverständnis ihres Mannes einen Zweitjob als Escort-Lady beginnt.

AVIVA-Tipp: Emily Atef ist eine erfahrene Regisseurin in der Inszenierung realitätsnaher und komplexer weiblicher Lebenssituationen. Für diese drei Tage im Leben Romy Schneiders kreiert sie in ruhigen Bildern eine dichte Atmosphäre über sich wandelnde Beziehungsgeflechte, die trotz aller Auseinandersetzungen immer wieder zu einer freundschaftlichen Balance finden. Der kleine Ort bietet dabei sowohl eine Flucht aus dem eigenen Leben, wie auch kein Entkommen vor der Auseinandersetzung damit.

Nominierungen:
Zehn Nominierungen für den Deutschen Filmpreis 2018 (Verleihung: 27.04.2018)
Kategorien: Bester Spielfilm, Beste Regie, Beste weibliche Hauptrolle, Beste weibliche Nebenrolle, Beste männliche Nebenrolle, Beste Kamera/Bildgestaltung, Bestes Maskenbild, Beste Filmmusik, Beste Tongestaltung

3 Tage in Quiberon
Deutschland 2018
Drehbuch und Regie: Emily Atef
Darsteller*innen: Marie Bäumer, Birgit Minichmayr, Robert Gwisdek, Charly Hübner, u.a.
Verleih: Prokino
Lauflänge: 115 Minuten
Kinostart: 12.04.2018
Mehr zum Film unter: www.3-tage-in-quiberon.de




AVIVA-Berlin verlost 2x2 Kinotickets und 2x den Bildband "Romy Schneider – Film für Film" (Verlag Schirmer/Mosel). Bitte senden Sie uns dazu eine Kurzbeschreibung des Trailers mit Angabe Ihrer Postadresse bis zum 10.05.2018 per Email an folgende Adresse: info@aviva-berlin.de


Mehr Infos zum Bildband "Romy Schneider – Film für Film" (Verlag Schirmer/Mosel): showroom.schirmer-mosel.com

Zu Romy Schneider: Sie wurde als Tochter des österreichischen Schauspieler-Ehepaars Magda Schneider und Wolf Albach-Retty 1938 in Wien geboren. Mit 14 Jahren gab sie an der Seite ihrer Mutter ihr Debüt in dem Heimatfilm "Wenn der weiße Flieder blüht". Zwei Jahre später, 1955, hatte sie als Sechzehnjährige ihre erste Rolle in "Sissi. Mädchenjahre einer Kaiserin", über Elisabeth von Österreich, zwei weitere Sissi-Filme folgten. Danach drehte sie mit Alain Delon, später unter der Regie von Luchino Visconti und Orson Welles. Auch nach der Geburt ihres Sohnes 1966 stand sie weiterhin oft vor der Kamera. Im April 1976 erhielt sie ihren ersten César (Französischen Filmpreis) als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle der Nadine Chevalier in Andrej Zulawskis "Nachtblende" über eine Schauspielerin, die als Pornodarstellerin ihr Leben finanzieren muss. Nach der Geburt ihrer Tochter Sarah (1977) drehte sie weiter Filme, wie als Hauptdarstellerin in der Böll-Verfilmung "Gruppenbild mit Dame" (1977) von Aleksandar Petrovic. Dafür erhielt sie bei der Vergabe des Deutschen Filmpreises das Filmband in Gold für die beste darstellerische Leistung. Erneut einen César erhielt sie 1979 als beste Hauptdarstellerin für die Rolle der Marie in "Eine einfache Geschichte" von Claude Sautet. Im gleichen Jahr erhängte sich ihr erster Mann Harry Meyen, KZ-Überlebender und Vater ihres Sohnes David. Wegen eines Tumors musste ihr 1981 die rechte Niere entfernt werden, ebenso verunglückte David kurz nach dem Stern-Interview tödlich. Ihre letzte Hauptrolle spielt sie 1982 in "Die Spaziergängerin von Sans-Souci" in einer Doppelrolle als Elsa Wiener, die einen jüdischen Jungen 1934 vor den Nazis rettet und als Lina Baumstein, nun dessen Frau, die durch einen Gerichtsprozess - er hat in Paris einen Nazis erschossen - von seiner Vergangenheit erfährt. Der Vorspann des Films zeigt die Widmung "Für David und seinen Vater". Insgesamt spielte sie in 61 Filmen, obwohl sie keine Ausbildung als Schauspielerin hatte.
Romy Schneider starb am 29. Mai 1982 an Herzversagen.
1984 wurde der Romy-Schneider-Preis geschaffen, der als bedeutendste Auszeichnung für französische Nachwuchsschauspielerinnen gilt.

Zur Drehbuchautorin und Regisseurin: Emily Atef als Tochter französisch-iranischer Eltern in Berlin geboren, zog mit sieben Jahren mit ihren Eltern nach Los Angeles und als Dreizehnjährige nach Frankreich. Später ging sie ans London Theatre und arbeitete dort als Schauspielerin. Von 2001 bis 208 absolvierte sie ein Regiestudium an der Deutschen Film- und Fernsehakademie Berlin. Nach Kurzfilmen wie "From XX to XY. Fighting to be Jake" (2002) und "Sundays" (2003) sowie einer Rolle als Darstellerin in Angela Schanelecs "Marseille" (2004) erhielt Atef für ihren ersten langen Spielfilm "Molly´s Way" (2006) gemeinsam mit Co-Autorin Esther Bernstorff auf dem Filmfest München den Förderpreis Deutscher Film für das beste Drehbuch, sowie weitere Auszeichnungen. Auch für ihren zweiten Spielfilm "Das Fremde in mir" (2008) erhielt sie mehrere Auszeichnungen, so auch den German Independent Award. Das Drehbuch zu ihrem dritten Spielfilm "Töte mich" (2012) verfasst sie wiederum mit Esther Bernstorff, unterstützt durch ein Stipendium der Cinéfondation in der Résidence Du Festival, Cannes. Zuletzt drehte sie in Palästina und Berlin das TV-Drama "Macht euch keine Sorgen" über eine Familie, deren jugendlicher Sohn sich dem IS anschließt, der 2018 fertig gestellt werden soll.

Zur Hauptdarstellerin: Marie Bäumer 1969 in Düsseldorf geboren, wuchs in Hamburg auf und begann ihre Schauspielausbildung an der Accademia Teatro Dimitri im Tessin. Von 1994 bis 1996 studierte sie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Noch während dieser Zeit gelang ihr der Durchbruch mit Detlev Bucks Komödie "Männerpension" (1996). Für ihre Rolle der Marie in "Der alte Affe Angst" (2003) wurde sie mit dem Bayerischen Filmpreis und dem Preis der deutschen Filmkritik ausgezeichnet. 2011 erhielt sie die Auszeichnung "Chevalier de l´Ordre National des Arts et des Lettres", 2016 erhielt sie den "FIPA d´or" des Festival International de Programmes Audiovisueles, Biarritz, als beste Schauspielerin in "Lettre à ma vie". Sie spielte in vielen Kinofilmen und TV-Produktionen, darunter 2013 neben Hannah Herzsprung, Meret Becker, und Paula Beer in "Der Geschmack von Apfelkernen", sie gibt Schauspielkurse und Workshops und arbeitet als Theaterregisseurin.

Zur Hauptdarstellerin: Birgit Minichmayr 1977 in Linz, Oberösterreich geboren, absolvierte ihre Schauspielausbildung am Max-Reinhardt-Seminar in Wien. 1999 debütierte sie in Arthur Schnitzlers Drama "Der Reigen" am Burgtheater und spielte 2004 die Hauptrolle in Frank Castorfs Inszenierung "Gier nach Gold" bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen. Von 2007 - 2011 war sie festes Ensemble-Mitglied am Burgtheater in Wien und gehörte von 2011 - 2013 zum festen Ensemble des Residenztheaters in München und arbeitet seit 2014 frei an verschiedenen Bühnen. Auf der 59. Berlinale 2009 erhielt sie für die "Gitti" in Maren Ades "Alle Anderen" den Preis als Beste Darstellerin und bekam 2012 in Wien die "Romy", den österreichischen Film- und Fernsehpreis als Beliebteste Schauspielerin. Beim Locarno Festival 2017 war sie Mitglied der Jury für die Vergabe des Goldenen Leoparden. In der schweizerisch-österreichisch-polnischen Produktion "Animals – Stadt Land Tier" spielte sie die weibliche Hauptrolle. Neben dem Schauspiel arbeitet sie auch als Sprecherin für Filme und Hörbücher.

Zum Hauptdarsteller: Robert Gwisdek stand bereits mit fünf Jahren in einer kleinen Rolle unter der Regie seines Vaters, des Schauspielers Michael Gwisdek, vor der Kamera. In diesem Film, "Treffen in Travers" (DDR, 1988) der die Zeit der französischen Revolution beleuchtet, spielt seine Mutter, die Schauspielerin Corinna Harfouchdie weibliche Hauptrolle. In dem Jugendfilm "Grüne Wüste" (1999) von Anno Saul spielte er neben Martina Gedeck die Rolle eines krebskranken Jungen. Von 2002 bis 2006 absolvierte er in Potsdam den Studiengang Schauspiel an der Hochschule für Film und Fernsehen Konrad Wolf und hatte in dieser Zeit weitere Engagements in Kino- und Fernsehfilmen, wie 2005 in "NVA" von Leander Haußmann und dem Donna-Leon-Krimi "Verschwiegene Kanäle". Als bester Nachwuchsschauspieler mit dem Günther-Strack-Fernsehpreis ausgezeichnet wurde er 2008 für seine Rolle des Anton Brenner in Hermine Huntgeburths Film "Väter, denn sie wissen nicht, was sie tun". 2012 spielte er die Hauptrolle in Aron Lehmanns preisgekröntem Debütfilm "Kohlhaas oder Die Verhältnismäßigkeit der Mittel", 2016 hatte er eine Nebenrolle in Jakob Lass "Tiger Girl". Seit 2009 betreibt er mit seinem älteren Bruder Johannes das Hip-Hop-Projekt Shaban feat. Käptn Peng, aus dem die mit philosophischen Texten rappende Hip-Hop-Band "Käptn Peng & Die Tentakel von Delphi" hervor ging, die seit 2013 drei Alben veröffentlichte.

Zum Hauptdarsteller: Charly Hübner war nach seiner Schauspielausbildung an der Hochschule für Schauspielkunst Ernst Busch bis 2003 ausschließlich am Theater zu sehen. Sein Kinodebüt erfolgte 2003 in Sherry Hormanns Komödie "Männer wie wir", seitdem ist er regelmäßig in TV-Filmen und Serien zu sehen, wie von 2008 - 2013 in Sketchen der Comedyserie "Ladykracher" mit Anke Engelke und seit 2010 mit Anneke Kim Sarnau im Polizeiruf 110 Rostock. Im Kino spielte er in dem mit einem Oscar prämierten "Das Leben der Anderen" ("2006), 2013 erhielt er die Goldene Kamera für seine Leistungen in "Unter Nachbarn" und spielte in "Banklady" über die erste deutsche Bankräuberin den Hermann Wittorf. 2014 bekam er für seine Rolle als "Harald Schäfer" in "Bornholmer Straße" den Darstellerpreis beim Fernsehfestival Baden-Baden, sowie 2015 den Grimme Preis. Er spielte u.a. 2016 in Maria Schraders "Vor der Morgenröte - Stefan Zweig in Amerika" und 2018 in Lola Randls "Fühlen Sie sich ausgebrannt und leer".
Als Dokumentarfilm-Regisseur (zusammen mit Sebastian Schultz) hatte sein Debütfilm "Wildes Herz" die Weltpremiere beim 60. Internationalen Leipziger Festival für Dokumentar- und Animationsfilm 2017. Die Dokumentation porträtiert die Punkband "Feine Sahne Fischfilet", die sich öffentlich gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie engagiert und sich in Mecklenburg-Vorpommern gegen die dortige Nazi-Szene wendet. Dieser Dokumentarfilm startet am 12.04.2018 in den Kinos.

Weiterlesen auf AVIVA-Berlin:

Romy Schneider. Wien - Berlin - Paris. Der Katalog
Der Katalog zur gleichnamigen Ausstellung in der Deutschen Kinemathek zeigt Bilder und Texte aus Leben und Werk der berühmten Schauspielerin. Ausstellung und Katalog sollen die unterschiedlichen Lebensphasen Romy Schneiders nachzeichnen: "als Tochter, Aufbegehrende, Weltstar, verzweifelte Frau und Mutter". (2009)

Romy Schneider - ein bewegtes Leben in Bildern
Zum ihrem 70. Geburtstag am 23. September 2008 erscheinen Biografien, Bildbände und Hörbücher, welche den Mythos der früh verstorbenen Schauspielerin nicht konservieren, sondern neue Leseweisen anbieten. (2008)

Romy Schneider - Mythos und Leben
Am 23. September 2008 wäre Romy Schneider 70 Jahre alt geworden. Alice Schwarzers Biographie, die erstmals vor zehn Jahren erschien, gibt es deshalb nun als Neuauflage mit aktuellem Vorwort. (2008)

Interview mit Emily Atef
"Das Fremde in mir", der zweite Film der jungen franko-iranischen Regisseurin Emily Atef kam am 16. Oktober 2008 in die Kinos. Das Psychodrama war bereits auf dem Festival in Cannes zu sehen und räumte auf dem Oldenburger Filmfest alle Preise ab, darunter auch den begehrten Publikumspreis. (2008)

Das Fremde in mir
Warum freust du dich denn gar nicht? Berliner Regisseurin Emily Atef räumt in Oldenburg Preise ab mit einem Film über den freien Fall einer Frau, die nach einer Geburt ihres Kindes nichts empfindet. (2008)


Weitere Informationen:

www.fembio.org
Biographie von Romy Schneider mit Angaben zu weiterer Literatur, Links, Büchern und Spielfilmen

www.filmportal.de
Filmografie und Biografie auf der Webseite des Deutschen Filminstituts, DIF e.V.

www.hdg.de
Biografie von Romy Schneider bei "Lebendiges Museum Online", einem Kooperationsprojekt der Stiftung Deutsches Historisches Museum, der Stiftung Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und des Bundesarchivs

Kultur > Kino Beitrag vom 07.04.2018 Helga Egetenmeier 

   




   © AVIVA-Berlin 2018  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken