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AVIVA-BERLIN.de im Juni 2016 - Beitrag vom 08.09.2009

Solo für Sanije - Die wahre Geschichte der Solo Sunny
Katharina Liese

Ein Dokumentarfilm über die spannende Lebensgeschichte der extrovertierten Sanije Torka, die Person, deren Leben dem Regisseur Konrad Wolf als Inspiration zum Film "Solo Sunny" von 1980 diente.



Sanije Torka wurde 1944 als Tochter von Ostarbeitern in Brandenburg geboren, die sie jedoch kurz nach der Geburt vor einem Jugendamt ablegten. Von diesem Zeitpunkt an spielte sich Torkas Kindheit zwischen Pflegeeltern und Heimen ab.

Sanije entwickelte sich zu einer selbstbewussten und eigenwilligen Frau, die zu DDR-Zeiten als Sängerin bekannt wurde und als Künstlerin auffiel.

1978 führte die Journalistin Jutta Voigt ein Interview mit der unfügsamen Sanije, das für den Drehbuchautor Wolfgang Kohlhaase als Grundlage für den international erfolgreichsten DEFA-Film und Kassenschlager des ostdeutschen Kinos "Solo Sunny" von Konrad Wolf (1980) diente.
Die Schauspielerin Renate Krössner, die Sunny verkörperte, erhielt für ihre Rolle den Silbernen Bären als "Beste Darstellerin" auf der Berlinale 1980. Die Sängerin und Entertainerin Sanije Torka wurde jedoch namentlich nie in der Öffentlichkeit erwähnt.

"Sanije war all das, was man in der DDR nicht sein sollte: hemmungslos, wild, ungebärdig. Sie war die Film-Sunny hoch drei.", so die Journalistin Jutta Voigt.

Die Regisseurin Alexandra Czok stieß auf das Interview von damals und beschloss, die reale Person hinter "Sunny" in einem Dokumentarfilm zu porträtieren.
Die Dreharbeiten zum Film fanden im Sommer 2007 in Berlin statt.
Der Dokumentarfilm bewegt sich zwischen der Wohnung der zum damaligen Zeitpunkt 62-jährigen Sanije im Prenzlauer Berg und der Justizvollzugsanstalt Berlin-Reinickendorf, in der sie sich aufgrund zahlreicher Anzeigen wegen Ladendiebstahl im offenen Vollzug befand.

Vor der Kamera erzählt Sanije Torka nun Anekdoten aus ihrer Kindheit und lässt sich im Gespräch mit Alexandra Czok auf ihre Vergangenheit ein.
Nach dem Mauerfall geriet sie in die Langzeitarbeitslosigkeit. Das plötzlich ungewohnte Leben, ohne jegliche Herausforderungen, ließ sie vereinsamen. Durch die Leidenschaft zu klauen gewann sie ihre Lebensfreude wieder. "Traurig, aber wahr.", so Torka.

Die rebellische Frau, die ihr Leben entgegen sämtlicher Richtlinien der DDR so lebte, wie es ihr gefiel, wurde zur studierten Ladendiebin, wie sie selbst behauptet.
Das Diebesgut verteilte sie großzügig an Freunde. Die selbstbewusste Sanije hatte genügend Geld. Sie stahl nicht aus Not, sondern, um etwas Verbotenes zu tun.
"Schlimme Sachen machen, macht immer Spaß. Trauen sich ja nicht alle.", sagt Sanije Torka und grinst.

Eine Sache gab es jedoch in ihrem Leben, die die zufriedene Frau nachdenklich stimmt. Als sie 20 Jahre alt war, gab sie ihren Sohn zur Adoption frei. Sie selbst befand sich noch in der Entwicklungsphase und bezeichnet die Freigabe ihres Sohnes zur Adoption als ihre größte Schuld.

Mit Berlin-Impressionen, eingespielten Szenen aus "Solo Sunny" und leichter Klaviermusik, bewegt sich die Dokumentation zwischen Gegenwart und Vergangenheit.

Zwischen den Gesprächspartnerinnen Alexandra Czok und Sanije Torka herrscht eine sehr entspannte und vertraute Atmosphäre.
Sanije, eine ältere Frau mit perfektem Make-Up und langen roten Fingernägeln, ist so ehrlich und herzlich, dass man sie einfach sympathisch finden muss. Mit ihrem Berliner Dialekt plaudert sie aus ihrem früheren Leben und nimmt sich Zeit, um auf die gestellten Fragen angemessen zu antworten.

Den einstigen DDR-Star, der in seinem Leben so einige Schwierigkeiten zu meistern hatte, in sich ruhend und fröhlich inmitten anderer Inhaftierten zu erleben, beeindruckt ungemein. Sanije Torka ist eine bemutternde Freundin, die sich für andere einsetzt und immer ein offenes Ohr hat.

AVIVA-Tipp: Solo für Sanije – Die wahre Geschichte der Solo Sunny ist ein authentisches Porträt einer Frau, das Einblick in das Privatleben der eigenwilligen Künstlerin gewährt. Man hört Sanije Torka gerne zu, wenn sie mit ihrer lockeren Art aus ihrem vielseitigen Leben erzählt.

Zur Regisseurin: Alexandra Czok wurde 1970 in Leipzig geboren. Sie studierte von 1994-1997 Film-Medienwissenschaften und Literatur in Hildesheim. Neben dem Studium arbeitete sie als Fotografin für den Fandango Verlag GmbH. Von 1995-1997 war sie als Produktions- und Kameraassistentin bei United TV-Film Company in Hannover tätig. Darauf absolvierte sie fünf Jahre lang ein Kamerastudium an der Hochschule für Film und Fernsehen "Konrad Wolf" in Potsdam-Babelsberg. Alexandra Czok studierte 2001 ein Semester an der Northern Film School in Leeds. Ihr Abschlussfilm an der Hochschule für Film und Fernsehen heißt "The P-P-P-Pick-Up".

Solo für Sanije – Die wahre Geschichte der Solo Sunny
D 2009
Buch und Regie: Alexandra Czok
79 Minuten
Kinostart: 10. September 2009
Der Film im Netz: www.solo-fuer-sanije.de

Kultur > Kino Beitrag vom 08.09.2009 AVIVA-Redaktion 

   




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