Vergissmichnicht - Ein Film von Yann Samuell mit Sophie Marceau und Juliette Chappey. Kinostart: 23. Dezember 2010
AVIVA-Berlin .
.
P
R
.
.

Berlin – Stadt der Frauen Berenice Abbott Liebe Halal
AVIVA-Berlin > Kultur > Kino
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Kultur live
   Kino
   DVDs
   Veranstaltungen in Berlin
   Juedisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 
  Hier suchen, oder zur Sucheseite!


AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
 


Berliner Frauenpreis 2016




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



<< Kleine Suche
Nutzen Sie gern unsere Suche in größerer Schrift!

TIPP: über den Zurück-Button Ihres Browsers kommen Sie erneut zur Suche.




Happy New Year 2016




Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Juli 2016 - Beitrag vom 24.11.2010

Vergissmichnicht - Ein Film von Yann Samuell mit Sophie Marceau und Juliette Chappey. Kinostart: 23. Dezember 2010
Yasmine Georges

Wie eine Wundertüte ist "Vergissmichnicht", ein Film über das Leben und die Suche nach sich selbst. Bunt und voller Überraschungen kommt er daher und begeistert mit Farbenpracht und Originalität.



Marguerite Flore (Juliette Chappey) ist sieben Jahre alt, als sie sich entschließt ihre Wünsche und Träume für ihr späteres Leben festzuhalten. Kurzerhand greift sie zu Stift und Papier und beginnt Briefe zu schreiben, adressiert an ihr erwachsenes Ich. Vierzig Jahre später ist aus Marguerite die erfolgreiche Managerin Margaret (Sophie Marceau) geworden. Knallhart und mit der nötigen Kälte verhandelt sie mit den chinesischen Vertretern. Doch dann taucht Mérignac (Michel Duchaussoy) auf, Notar und selbsternannter Postbote. Als er ihr einen Brief überreicht, beginnt für Margaret eine turbulente Reise in die Vergangenheit.

Nachricht aus vergangenen Tagen

"Liebe Ich", schreibt die 7-jährige Marguerite an sich selbst, doch der Brief landet im Papierkorb. Denn Margaret hat abgerechnet. Mit ihrer Kindheit und ihrem Heimatdorf Saou, mit dem Bruder, der Jugendliebe Philibert und der Gefühlsduselei. All das stand ihr im Weg, als sie sich entschloss erfolgreich zu werden und nie wieder an Geldsorgen zu leiden.

Inspiration aus der Kindheit

Sachte erzählt der französische Regisseur Yann Samuell von den Fragen, die man sich in der Mitte des Lebens stellt. "Was wollte ich eigentlich?" und "War das mein Ziel?", sind nur einige Beispiele. Doch der Film geht noch weiter, ganz an den Anfang, und fragt nach den Kindheitsträumen. Superheld, Sängerin, Lastwagenfahrer, sind die Berufswünsche, die wir als Kind hatten wirklich so abwegig?

Ein Film voller Gegensätze

Yann Samuell zeigt den Widerspruch von rationaler Erwachsenen- und verträumter Kinderwelt gekonnt in seinem neuen Film. Auf der einen Seite sehen wir Sophie Marceau, die als neurotische, leicht zickige Karrierefrau brilliert, auf der anderen die kindliche Fröhlichkeit der jungen Darstellerin Juliette Chappey. Ihr folgt die Kamera mit dem Blick eines Kindes und stellt dabei ihre Veränderung von der lebenslustigen Träumerin zur knallharten Managerin in den Fokus.

Erwachsenwerden

An Marguerites siebten Geburtstag steht der Gerichtsvollzieher vor der Tür, der Vater verschwindet und die Mutter zieht mit den beiden Kindern in die Stadt. Von da an sickert die Realität ganz allmählich in die sonnendurchflutete Phantasiewelt der Kleinen. Sie müssen schnellstmöglich umziehen und Marguerite kann sich nicht mehr von ihrer Jugendliebe Philibert verabschieden. Die geliebte Klarinette wird verkauft, die Mutter ist ständig traurig. Als sie ins Internat muss, beschließt Marguerite erwachsen zu werden. Die Kindheit ist vorbei. Die leidenschaftliche Briefeschreiberin, die einen Notar beauftragt hatte, ihr Werk dreiunddreißig Jahre später an sie zu übermitteln, gibt es nicht mehr. Ist sie für immer fort?

Wieder sieben

Beschwingt erzählt Regisseur Yann Samuell von Kindheitsträumen und Lebensentwürfen. Sobald Margaret den Brief aus ihrem Papierkorb fischt, ist ihr Schicksal besiegelt. Nach und nach muss sie sich den Dämonen ihrer Kindheit stellen. Etwa dann, als sie dem entfremdeten Bruder (Thierry Hancisse) einen Besuch abstattet oder ihre Jugendliebe (Jonathan Zaacaï) wiedertrifft.
Lebens- und Geschäftspartner Malcom (Marton Csokas) hat dafür anfangs wenig Verständnis. Margaret ist unkonzentriert, sitzt in Meetings nur abwesend da und verschwindet ohne Ankündigung. So ist das, wenn die Vergangenheit an die Tür klopft, es bleibt kein Platz mehr für die Gegenwart. Und so reist die Managerin ihrem siebenjährigen Ich hinterher, in das Alter der Vernunft (L´âge de raison - französische Bezeichnung für die Entwicklungsphase von Kindern im Alter von sechs bis zehn Jahren, Anm. der Red.).

Musik rundet alles ab

Begleitet wird sie von den sanften Klängen des wunderbar dezent gehaltenen Soundtracks aus der Feder des Komponisten Cyrille Aufort. "Ich wollte auf keinen Fall dem flammenden Stil von Yann durch lyrische Exzesse schaden", begründet er seine Zurückhaltung. Die sanften Melodien passen sich dem farbenfrohen und phantasiereichen Kinderleben Marguerites ebenso gut an, wie der grau-weißen Wirklichkeit Margarets. Die Musik wirkt hier als Verbindungsstück zweier Welten, die ganz und gar nicht zusammenpassen wollen. Hinzu kommen die zwei Lieder von Lisa Mitchell. Leicht schwingend eröffnet "Neapolitan Dreams" den Film, und "Sue" rundet ihn beim Abspann melodisch ab. Die Stimme der jungen Australierin hat genau den richtigen Charme, um die ZuschauerInnen von Anfang an zu verzaubern.

Hinter der Kamera

Mit viel Hingabe erzählt der Regisseur die Geschichte seiner Figuren, schenkt auch den kleineren Rollen Beachtung, und widmet sich fürsorglich deren Zusammenspiel. Er spickt seinen Film mit bunten Briefen, animierten Szenen und kleinen Verrückheiten, folgt Margaret auf ihrem Weg in ein neues Leben und vergisst dabei nicht Marguerite beim Spielen zuzuschauen. Auch die Kameraarbeit von Antoine Roch muss man an dieser Stelle betonen. Treffend fängt er die kleinen Momente des Beisammenseins ein, die diesen wunderbaren Film ausmachen.

Zum Regisseur: Yann Samuell, am 7.Juni 1965 in Frankreich geboren, ist nicht nur Filmemacher, sondern schreibt auch die Drehbücher selbst. Sein erster Film "Liebe mich, wenn du dich traust" kam 2004 in die deutschen Kinos.

AVIVA-Tipp: "Vergissmichnicht" ist keiner dieser typischen Selbstfindungsfilme. Er kommt ohne ein Übermaß an Tragik und dramatischen Wendungen aus. Yann Samuell hat eine warmherzige und mitreißende Komödie geschaffen, die daran erinnert, dass man träumen darf, selbst wenn man schon groß ist.

Vergissmichnicht
L´Âge de Raison
Frankreich 2010
Buch und Regie: Yann Samuell
DarstellerInnen: Sophie Marceau, Marton Csokas, Michel Duchaussoy, Jonathan Zaacaï, Emmanuelle Grönold, Juliette Chappey, Thierry Hancisse u.a.
Verleih: Schwarz-Weiss Filmverleih
Lauflänge: 89 Minuten
Kinostart: 23. Dezember 2010

Weitere Informationen finden Sie unter:
www.schwarzweiss-filmverleih.de

Weitersehen auf AVIVA-Berlin:
"Liebe mich, wenn du dich traust", unter der Regie von Yann Samuell

"Auf der anderen Seite des Bettes" ein Film mit Sophie Marceau

Kultur > Kino Beitrag vom 24.11.2010 AVIVA-Redaktion 

   




   © AVIVA-Berlin 2016  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken