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AVIVA-BERLIN.de im April 2014:

Interview mit Dagmar Boguslawski
Jennifer Gallagher

Die Mit-Organisatorin des Lesbenfilmfestivals Berlin erzählte uns, warum in diesem Jahr 3 Filme von Männern im Wettbewerb laufen, und wie die Ziele für die nächsten 20 Jahre des Festivals aussehen



AVIVA-Berlin: Wie und wann kamst du mit dem Lesbenfilmfestival in Berührung?
Dagmar Boguslawski:
Ich komme aus der inzwischen vielgescholtenen feministischen Bewegung. Schon in meinen Universitätszeiten war es für mich eine Selbstverständlichkeit, meine Energie und mein Wissen für Frauen einzusetzen. Gleichzeitig ist "Film" für mich eines der vielschichtigsten künstlerischen Medien und meine große Leidenschaft. Vor 9 Jahren setzte Karin Michalski, die jahrelang eine der Hauptorganisatorinnen des Festivals war, diese Arbeit nicht fort. Zu den "neuen" Frauen, die daraufhin das Festival weiterleben ließen, zählte auch ich. Beim Lesbenfilmfestival verbinde ich in idealer Weise meine politischen Ziele mit meiner Liebe zum Film, der Auseinandersetzung mit und Vermittlung von "Text", mein Know-how im Organisationsbereich und vieles mehr....

AVIVA-Berlin: Das Festival ist jetzt im 19. Jahr. Welche Veränderungen in Bezug auf Filme und Publikum sind dir über die Jahre aufgefallen?
Dagmar Boguslawski:
Am auffälligsten finde ich das Selbstbewusstsein, mit dem Filmemacherinnen inzwischen ihre Themen wählen und mit den Genres spielen. Das bedeutet, dass die in den Anfangsjahren des "lesbischen" Films notwendige Selbstvergewisserung und speziell das "Comingout" nur noch einen Teilbereich ausmacht und daneben viele andere Themen aufgegriffen werden.
Unser Publikum hat sich mit den Inhalten der Filme weiterentwickelt. Wir haben ein überaus kritisches, anspruchsvolles und intelligentes Publikum, das sich auf viele verschiedene Themenbereiche einlässt, aber auch sehr sachkundig immer strengere ästhetische Kriterien anlegt.

AVIVA-Berlin: Außer Rainer Fassbinders "The Bitter Tears of Petra von Kant" gibt es dieses Jahr zwei weitere Filme von Männern: "Tipping the Velvet" und "Vamonos". Ist das eine Premiere für das Festival? Was hat euch dazu veranlasst, Filme von Männern zu zeigen?
Dagmar Boguslawski:
Die "Premiere" war ein Film namens "Rescuing Desire" von Adam Rogers aus 1996 - übrigens einer meiner Lieblingsfilme, den wir hoffentlich zum 20-jährigen Jubiläum in 2004 nochmals zeigen werden. Wir haben uns schon seit längerer Zeit vorbehalten, Filme mit "lesbischen" Themen, die wir gut umgesetzt finden, auch von Regisseuren zu zeigen. Nicht das biologische Geschlecht allein ist ausschlaggebend für den Blickwinkel, sondern die soziale Entwicklung, die innere Haltung. Auch arbeiten viele Frauen mit Männern zusammen - und das soll ebenfalls kein Ausschlussfaktor bei uns sein. Tipping The Velvet z.B. hat Geoffrey Sax nach dem wunderbaren Roman von Sarah Waters sehr mitreißend, einfühlsam und unterhaltsam verfilmt. Vamonos ist ein ausgesprochen eigenwilliger, cinematographisch einnehmender Film, den wir deshalb dem Publikum nicht vorenthalten wollten und Fassbinders "Die bitteren Tränen der Petra von Kant" zeigen wir als Hommage an unseren Eröffnungsfilm, "The Politics Of Fur", der Fassbinders Film als Vorlage hatte.

AVIVA-Berlin: Du warst selbst an der Produktion eines der Filme des Festivals beteiligt: "Berlin Beshert". Was genau war deine Rolle dabei?
Dagmar Boguslawski:
Ich hatte die Freude, Koproduzentin (zusammen mit den Jüdischen Kulturtagen) zu sein und, da wir nur ein kleines Produktionsteam waren, während der Dreharbeiten "Mädchen für alles". Der Film ist einer der wenigen, die modernes jüdisches Leben in Deutschland fernab von der Holocaust-Thematik zeigen, eine Perspektive, die der Regisseurin November Wanderin sehr am Herzen liegt. Berlin Beshert läuft zur Zeit weltweit auf den großen jüdischen und schwul-lesbischen Filmfestivals (San Francisco, Toronto, New York, Paris, Brüssel etc.)

AVIVA-Berlin: Kannst du uns einen heißen Tipp geben, wer dieses Jahr den MONA D´ORO-Publikumspreis bekommt?
Dagmar Boguslawski:
Mmmm, schwer zu sagen. Ich bin mir sicher, dass unser Publikum wieder einen sehr guten Film wählen wird. Ich kann m.E. zwar ganz gut einschätzen, was ankommt und was weniger, trotzdem ist der Blick als Programmiererin immer etwas anders als der des Publikums.

AVIVA-Berlin: Nächstes Jahr wird das Festival 20 - keine schlechte Leistung! Was sind deine Wünsche für die nächsten 20 Jahre?
Dagmar Boguslawski:
Natürlich noch aufregendere, innovative Filme, spannende Diskussionen. Und gerne auch mal etwas weniger Sorgen um das liebe Geld. Inzwischen sind wir ein fester Bestandteil der kulturellen Szene Berlins. Zu uns kommen andere Programmierer aus ganz Deutschland und Europa. Wir haben Besucher, auch Fachbesucher, die alljährlich bei uns Filme sichten, Seminarklassen, die sich politisch bilden, wir tragen bei zum positiven Image Berlins in aller Welt, sind Gegenstand von wissenschaftlichen Untersuchungen, aber Jahr um Jahr ist immer eine Frage des Geldes, in welcher Form das Festival stattfindet und wieweit die Qualität gehalten oder gesteigert werden kann.
Auf der Wunschliste steht also auf jeden Fall: Geld für Untertitelungen, um auch unserem deutschsprachigen Publikum gerecht zu werden, ein größeres Reisebudget. Jahr um Jahr reisen Filmemacherinnen auf eigene Kosten an, weil das Festival weltweit einen sehr guten Ruf hat. Dennoch würden wir gerne auch Filmemacherinnen einladen, die es sich nicht leisten können, einen Flug aus China, Indien, Brasilien oder anderen weit entfernten Ländern zu bezahlen. Schön wäre auch die Sicherung unserer Kinomiete. Ohne unser "Zuhause", das Arsenal, mit seinen hervorragenden und in Berlin einzigartigen technischen Möglichkeiten könnten wir nicht ein so vielfältiges Programm gestalten. Dann hoffe ich, dass das Festival sich weiterhin stets verjüngt. Zur Zeit haben wir von Mitte Zwanzig bis Mitte Vierzig mehrere Altersstufen in unserem Organisationsteam vereint, was sehr befruchtend und lebendig ist.

Kultur > Theater erstellt: 06.10.2003 Jennifer Gallagher 

   




 
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