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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 25.01.2008

Birgit Daiber und Richarda Buch. Risikoexistenz Frau
Yvonne de Andrés

Zur Geschichte von Frauennetzwerken und Frauenbetrieben in Berlin. Ein kurzer Abriss darüber, wie in Berlin alles anfing und zum Aufbau von Ideen der Solidarität und Selbsthilfe zwischen Frauen.



"Die Geschichte der Frauenbetriebe, Netzwerke und Projekte in Berlin ist ohne die frühe Geschichte der Frauenbewegung der siebziger und achtziger Jahre undenkbar." Birgit Daiber und Richarda Buch unternehmen den Versuch, anhand der wesentlichen Projekte und Netzwerke die Geschichte von Frauennetzwerken in Berlin grob zu umreißen. Ausführlich dargestellt werden: Das Frauenfinanzierungsnetzwerk Goldrausch, der AK Staatsknete, die Regionale Entwicklungsagentur für Frauen (REA), die WeiberWirtschaft e.G. und als aktueller Beitrag die Entwicklung der Tauschringe.

Der Fall der Mauer 1989 war eine große Zäsur. Der damals einsetzende Transformationsprozess ist heute noch nicht abgeschlossen. Nicht alle Frauenprojekte in Westberlin haben den Prozess überlebt. Der AK Staatsknete und die Regionale Entwicklungsagentur für Frauen (REA) bestehen heute nicht mehr. Das GründerInnenzentrum "WeiberWirtschaft", das größte in Europa, hat dagegen an Bedeutung gewonnen. Im Januar 1987 organisierte der AK Staatsknete eine Tagung mit einem Workshop zum Thema "Frauen schaffen sich ihre Arbeitsplätze selbst". Dies war die Initialzündung für die Entstehungsidee der "WeiberWirtschaft". 1991 gründeten 68 Frauen, die 225 Anteile gezeichnet hatten und damit eine Einlage von 45.000 DM zusammenbrachten, die erste Frauengenossenschaft seit der Weimarer Republik in Westberlin.

Ähnlich interessant ist die Gründung des autonomen feministischen Finanzierungsnetzwerks "Goldrausch", die 1982 erfolgte. "Goldrausch" unterstützt Existenzgründerinnen mit Rat und Geld. 450 Frauenunternehmen haben bis heute ein zinsloses Darlehen oder Zuschüsse erhalten. Es handelt sich meist um Mikrokredite, die oft schwierig von Banken zu erhalten sind oder Zuschüsse von "Goldrausch", die den Erhalt eine kleinen Frauenunternehmens erst möglich machen. Im Gegensatz zum Beginn der Förderung werden Mikrokredite und Zuschüsse heute deutlich weniger in Anspruch genommen. Ob das an der Unterschätzung des Kapitals der Existenzgründerinnen liegt, die ungern Schulden machen wollen, oder an einem nicht ausreichenden Bekanntheitsgrad der Fördermöglichkeit, bleibt offen.

Die Publikation ist im Rahmen des europäischen WEFnet-Projektes - Women Engendering the Finance Network - entstanden. Das Fazit der Autorinnen lautet: "Die beruflichen Frauennetzwerke sind im wesentlichen von sehr gut qualifizierten Frauen für sehr gut qualifizierte Frauen geschaffen worden. (...) Die sozialen Frauennetzwerke haben sich zum großen Teil mit den sehr harten Tatbestand der Gewalt gegen Frauen und Kinder befasst. (...) An der strukturellen Entwicklung orientierte Netzwerke sind solange lebensfähig gewesen, solange es einen relevanten Einfluss der Frauenbewegung gab. (...) Arbeitsmarktorientierte Netzwerke, die im Bereich Qualifizierung und befristete Beschäftigung arbeiten, haben sich so wie alle anderen sozialen Träger vom Selbsthilfegedanken entfernt bzw. entfernen müssen."

Zur den AutorInnen:

Birgit Daiber
erfahrene Netzwerkerin und Projektfrau, Ex-EU-Abgeordnete und ehemalige Sprecherin der Berliner Grünen, heute PDS Mitglied und als EU-Consultant für soziale Integration, integrierte Stadtentwicklung und lokale Wirtschaft und Beschäftigungsstrategie tätig. Kontakt: daiberB@aol.com

Ricarda Buch ist Gymnasiallehrerin für Deutsch und Englisch, wissenschaftliche Mitarbeiterin von Frauenorganisationen und Multimediakonzepterin. Sie war als Gründungsmitglied maßgeblich an der Entstehungsidee der WeiberWirtschaft beteiligt. Von 1989 bis 1990 war sie die erste Geschäftsführerin und von 1990 bis 1992 im Aufsichtsrat der WeiberWirtschaft. Ab 1992 war sie bei der Regionalen Entwicklungsagentur für Frauen tätig. Gemeinsam mit Samirah Kenawi ist sie Geschäftsführerin des Gebrüder-Grimm-Kolleg. Sie ist Mitautorin von Beiträgen in: Soziale Arbeit und Ökonomie (2000), Tilo Klöck (Hg): Solidarische Ökonomie und Empowerment (1998).
Weitere Infos finden Sie unter: www.ricardabuch.de

AVIVA-Tipp: Ein spannender Überblick über Betriebe, Projekte und Netzwerke, eine Geschichte der neuen Frauenbewegung in Berlin, geschrieben von Frauen, die selbst einige ihrer Projekte aufgebaut haben. Lesenswert für politisch aktive Frauen, Existenzgründerinnen und Interessierte, die wissen wollen, was es bereits alles gegeben hat und über neue Formen der Frauensolidarität nachdenken.

Birgit Daiber / Ricarda Buch
Risikoexistenz Frau

Inselpresse Lindwerder, erschienen Mai 2007
Kartoniert, 112 Seiten
ISBN: 978-3-939188-03-2
16,80 Euro
Zu beziehen über: www.wefnet-berlin.eu oder direkt bei daiberB@aol.com

Literatur Beitrag vom 25.01.2008 Yvonne de Andrés 

   




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