Doris Lessing – Das Leben meiner Mutter - Hörbuch - Aviva-Berlin Online Magazin und Informationsportal für Frauen aviva-berlin.de
Aviva-Berlin .
.
P
R
.
.

AVIVA_gegen_AFD Happy End
Aviva-Berlin > Literatur AVIVA-Newsletter bestellen
AVIVA-Berlin auf Facebook
   Aviva - Home
   Veranstaltungen in Berlin
   Women + Work
   Public Affairs
   Kultur
   Jüdisches Leben
   Interviews
   Literatur
   Romane + Belletristik
   Biographien
   Jüdisches Leben
   Sachbuch
   Graphic Novels
   Art + Design
   Lesungen in Berlin
   Music
   Sport
   E-cards
   Gewinnspiele
   Werben bei uns
   About us
   Frauennetze
 


Chanukka 5778




Gleichstellung weiter denken. Ein Leitbild für das Land Berlin

Gleichstellung weiter denken
Mehr Infos unter:
www.gleichstellung-weiter-
denken.de



Aviva-Berlin.de

Versatel






 



AVIVA-BERLIN.de im Dezember 2017 - Beitrag vom 19.04.2008

Doris Lessing – Das Leben meiner Mutter - Hörbuch
Silvy Pommerenke

Die letztjährige Nobelpreisträgerin für Literatur hat in ihrer 1985 erschienenen Erzählung ihrer Mutter ein Denkmal gesetzt. Schließlich war sie es auch, die sie in die Literatur einführte,...



...in der die Autorin letztendlich Zuflucht vor der eigenwilligen Mutter suchen und finden sollte.

Die Abgründe des menschlichen Egos und die psychischen Versponnenheiten ihrer Eltern nimmt Doris Lessing genau unter die Lupe, ohne dabei sentimental zu werden. Mit Sicherheit gelingt ihr das auch, weil die Tochter der Mutter in der autobiographischen Erzählung selten als Ich-Erzählerin auftritt. Es soll ja auch nicht um den Spross gehen, sondern um Lessing Senior(a).

Der Text beginnt irgendwann in den zwanziger, dreißiger Jahren, als die Nachwehen des Ersten Weltkrieges eine für viele unerträgliche wirtschaftliche Situation in Europa – im Besonderen in Großbritannien - nach sich zog, so dass sie auswanderten. Im Falle Lessings fiel die Wahl auf die damalige britische Kolonie in Afrika, Rhodesien. Statt des erwarteten finanziellen Aufschwungs erwartete die vierköpfige Familie eine Lehmhütte und zerstörte Hoffnungen. Der Vater konzentrierte sich ganz auf die Goldwäscherei, und jede Sekunde seines Lebens verbrachte er fortan mit dem Traum auf die einmalige Goldader. Die Mutter grämte sich währenddessen, bar jeder salonfähigen Gesellschaft und gab sich ganz dem Haushalt hin, der doch von schwarzen Hausangestellten verrichtet wurde - jedoch nie zu ihrer Zufriedenheit. Das ist auch das Stichwort für die Mutter: Unzufriedenheit. Die Tochter war ihr nicht feminin genug, und während diese mit dem Gewehr und ihrem Bruder glücklich durch die afrikanische Landschaft zog, verzweifelte die Mutter an diesem unschicklichen Benehmen. Es kam, wie es kommen musste, die Tochter rebellierte. Sie nahm Kontakt zu kommunistischen Kreisen auf, zu Schwarzen, zu Deutschen - sehr zum Unbillen der Mutter. Dass letztere zum Teil jüdische EmigrantInnen waren, kümmerte sie nicht. Die Deutschen waren per se der Feind und sie kritisierte heftig das Verhalten ihres Kindes. Das heiratete bald, bekam selbst ein Kind und war ebenso schnell geschieden beziehungsweise neu verheiratet und wiederum schwanger. Alles Dornen in den Augen der Mutter.

Die eigenwillige Lebensgeschichte der Literaturnobelpreisträgerin Doris Lessing klingt so erdacht wie ein Roman. Aber letztendlich hat ihre Vita sie zum Schriftstellerinnendasein geführt. Dies wird wie zufällig in die Erzählung eingewoben, aber wie gesagt, es geht ja auch um "Das Leben meiner Mutter".

Weiterlesen: Doris Lessing "Afrikanische Tragödie" und Stephanie Zweig "Nirgendwo in Afrika"

Zur Autorin: Doris Lessing wurde 1919 als Tochter eines britischen Offiziers in Persien geboren. Sie wuchs auf einer Maisfarm in Rhodesien (heute Simbabwe) auf und übersiedelte 1949 nach England. Mit ihrem umfangreichen, sozial engagierten Werk gehört sie seit langem zu den modernen Klassikern. 1981 erhielt sie den österreichischen Staatspreis für Literatur, 1982 den Shakespeare-Preis. (Quelle: Verlagsinformationen)

Zur Sprecherin: Katharina Thalbach, geboren 1954, entstammt einer Theaterfamilie, ist eine der bekanntesten deutschen Film- und Theaterschauspielerinnen und hat sich auch als Regisseurin einen Namen gemacht. Ihre Spannweite reicht von ihrer Rolle in "Die Blechtrommel" bis hin zum "Hauptmann von Köpenick". Als Sprecherin arbeitet sie ebenfalls seit vielen Jahren und las unter anderem "Die Nebel von Avalon". Thalbach erhielt unzählige Preise, zuletzt im Jahr 2007 den "Verdienstorden des Landes Berlin".

AVIVA-Tipp: Knapp zwanzig Jahre nach der Buchveröffentlichung hat der Klaus-Wagenbach-Verlag diese eindringliche Lebenserzählung Doris Lessings als Hörbuch von Katharina Thalbach einlesen lassen, und Der Audio Verlag hat dieses besondere Buch im letzten Herbst erneut auf CD gepresst. Wunderbar transportiert von einer der charismatischsten Schauspielerinnen Deutschlands, Katharina Thalbach, wird damit dem Werk Lessings eine besondere Note verliehen, die die distanzierte Sichtweise der Protagonistin nur noch unterstreicht. Das Hörvergüngen dieser Audio-CD macht Lust auf eine erneute Lektüre der großen britischen Autorin Doris Lessing!

Doris Lessing
Das Leben meiner Mutter

Sprecherin: Katharina Thalbach
Der Audio Verlag, November 2007
1 Audio CD, Spielzeit 80 Minuten
ISBN: 978-3-89813-750-8
15,99 Euro

Literatur Beitrag vom 19.04.2008 Silvy Pommerenke 

   




   © AVIVA-Berlin 2017  
zum Seitenanfang suche sitemap impressum home Seite weiterempfehlenSeite drucken