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AVIVA-BERLIN.de im Oktober 2017 - Beitrag vom 06.05.2008

Regine Hildebrandt – Erinnern tut gut – Herausgegeben von Jörg Hildebrandt
Silvy Pommerenke

Im Spätherbst 2001 ist eine der wohl beliebtesten Politikerinnen Deutschlands vorzeitig aus dem Leben geschieden. Ihr langjähriger Gefährte und Ehemann Jörg Hildebrandt setzt ihr...



... ein letztes wundervolles Denkmal mit dieser überwiegend aus Bildern bestehenden Biographie.

Die Viel- und vor allem Schnellrednerin war eine charismatische, sympathische, energetische, enthusiastische und vor allem authentische Politikerin. Regine Hildebrandt, im Sternzeichen des Stiers 1941 geboren, hat schon in frühesten Kindesjahren eine eigentümliche Energie und Effizienz aufgezeigt. Das beweisen ihre akribischen Listen, die sie bereits als Teenagerin führte. Haargenau wurde dort ihre Freizeit- und Urlaubsgestaltung aufgezeichnet. Ein Faktum, das sie als spätere Ministerin für Arbeit, Soziales, Gesundheit und Frauen immer wieder par excellence um- und einzusetzen wusste. Dabei schien sie für die Öffentlichkeit die Frau zu sein, die mit "Kodderschnauze" und Dauermonologen ihre Gegenüber manches mal zum Schweigen brachte. Kaum jemand nahm ihr dies übel, denn man wusste, dass diese Frau integer war – trotz der Vorwürfe im Rahmen der "Fördergeldaffäre" des Jahres 1998 -, sie sich für die Bedürftigen einsetzte und unermüdlich für die Zusammenführung von Ost und West kämpfte.

Als promovierte Biologin, die es sich später zur Aufgabe machte diabeteskranke Menschen mit einer besseren Behandlung zu versorgen, stieg sie rasch zur brandenburgischen Ministerin auf. Ihre Kritik gegenüber dem DDR-Regime zeigte sie bereits in frühen Jahren, indem sie weder in der FDJ aktiv war, statt dessen reges Mitglied in der Kirchengemeinde und sich mit der trennenden Mauer von 1961 niemals abfinden konnte. Briefe belegen einerseits und Stasidokumente andererseits, dass sie weder mit dem geteilten Deutschland, noch mit der DDR-Politik einverstanden war.

Trotz alle dem machte sie das beste aus den Verhältnissen, bildete um sich eine riesig große Familie, die nicht nur aus Angehörigen bestand. Regine Hildebrandt verstand es offenbar, immer zu geselligen Veranstaltungen einzuladen, Feste zu feiern, Freundschaften zu gewinnen, im Chor zu singen und ihren berühmten Frankfurter Kranz zu backen.

Der Lebensgefährte, Ehemann und Vater ihrer drei Kinder, Jörg Hildebrandt, hat von der viel geschätzten Politikerin Regine Hildebrandt durch diese Bildbiographie den LeserInnen ein besonderes Geschenk gemacht: Er lässt diese teil haben an intimen Momenten des gemeinsamen Lebens, erzählt Stilblüten, sucht feinfühlig Textpassagen aus Interviews, Briefen, Tagebuchnotizen heraus, die ein unvergessliches Bild dieser charismatischen Frau nachzeichnen.

Die letzte Terminplanaufzeichnung vom 26. November 2001 macht allein schon beim Lesen schwindelig: zwischen elf und zwanzig Uhr verzeichnet der Kalender neun Termine an unterschiedlichen Orten. Regine Hildebrandt wird sie allerdings niemals wahrnehmen können, denn es ist der Tag ihres Todes ...

Weiterlesen: "Erzählt mir doch nich, dasset nich jeht!: Erinnerungen an Regine Hildebrandt" von Kathrin Finke und "Herz mit Schnauze: Sprüche und Einsprüche" von Regine Hildebrandt

AVIVA-Tipp: Mit Regine Hildebrandt hat die ost- und westdeutsche Republik eine wahrlich integre, motivierende und soziale Politikerin verloren. Dabei wollte sie niemals in die Politik gehen. Letztendlich tat sie es doch, um sich gegen die Staatsführung der DDR einzusetzen, der sie sich trotz allem sehr verbunden fühlte. Sie engagierte sich ab 1989 in der BürgerInnenbewegung "Demokratie Jetzt", und von dort aus führte sie ihr Weg direkt in die Landesregierung Brandenburgs. Ihr Name war nicht nur Ostdeutschen bekannt, sondern auch auf westdeutscher Seite machte sie bald schon von sich reden und war aus dem politischen Geschehen kaum noch wegzudenken. Ihr Ehemann, Jörg Hildebrandt, hat diese wundervolle Bildbiographie veröffentlicht und damit der Öffentlichkeit ein großes Geschenk bereitet: Er hat nicht nur seiner Ehefrau ein Denkmal gesetzt, sondern auch allen LeserInnen die Möglichkeit gegeben, diese viel zu früh gestorbene Frau ein wenig näher kennen zu lernen. Um mit den Worten Vicco von Bülows zu sprechen: "Gäbe es mehr solcher Politiker, wäre mir für die Zukunft weniger bange."

Zu dem Autor: Jörg Hildebrandt, geboren 1939 in Johannisburg (Ostpreußen), stammt aus einer Pfarrersfamilie, seit 1966 mit Regine Hildebrandt verheiratet. Arbeit als Lektor und Hörfunkjournalist. Er lebt im Familienhaus der Hildebrandts in Woltersdorf bei Berlin. (Quelle: Verlagsinformationen)

Regine Hildebrandt
Erinnern tut gut
Herausgegeben von Jörg Hildebrandt

Aufbau-Verlag, erschienen März 2008
Gebunden, 226 Seiten, mit 289 Abbildungen
ISBN: 9783351026660
22,95 Euro

Literatur Beitrag vom 06.05.2008 Silvy Pommerenke 

   




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